9.2.2018, Komma, Wörgl

SYMPHONIC METAL NIGHTS TOUR 2018

Text: manfred | Fotos: Tina Burgstaller
Veröffentlicht am 19.02.2018

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Gut 300  Fans waren dem Ruf der Rittersmänner aus Tirol nach symphonischer, metallischer Unterhaltung gefolgt. Sie sollten Ihr Kommen nicht bereuen... Doch der Reihe nach:

Kurz vor sieben Uhr beginnen SECRET RULE vor noch halbvoller Halle ihr Set. Man merkt der Truppe aus Italien an, dass es der erste Auftritt der Tour ist. Noch nicht ganz eingespielt, aber dennoch wird die kurze Spielzeit bestens genutzt. Ein gelungener Tourneeauftakt, der von den Fans entsprechend gewürdigt wird. Sehr positiv zu erwähnen ist auch die Fannähe der Band, die gleich nach dem Auftritt am Merchandise-Stand fleißig Autogramme gab und mit den Besuchern plauderte.

 

Danach kommt mit SLEEPING ROMANCE gleich die nächste Truppe aus Italien zum Zug. Die Jungs und Mädels legen eine ordentliche Spielfreude an den Tag und überzeugen mit Metal der zwischen WITHIN TEMPTATION und EDENBRIDGE liegt und ziehen sich somit gut aus der Affäre. Nur kann einem die arschcool spielende Band leidtun, denn der absolute Blickfang ist Sängerin Frederica Lanna, die nicht nur bildhübsch ist, sondern eine Wahnsinnstimme hat. Nach dem Rausschmeißer „Alba“ dem Titeltrack ihrer aktuellen Scheibe ist das Spektakel schon wieder vorbei. Klasse Auftritt

 

Mit großer Spannung werden jetzt VISIONS OF ATLANTIS, die meiner Meinung nach zu den bestgehütesten Geheimtipps dieses Landes gehören, erwartet.  Die Band besteht inzwischen bereits seit mehr als 15 Jahren und hat sich mit ihrem symphonischen Metal eine beachtliche Fangemeinde erobert. Ihr neues Album „The Deep & The Dark“ erscheint dieser Tage und mit der richtigen Unterstützung und etwas Glück wird man in Zukunft noch eine Menge von VOA hören. So beginnt das Set mit „The Deep  & The Dark“ und „New Dawn“, welche schon mal ordentlich für Stimmung sorgen. Das Publikum ist den Jungs um Sänger Siegfried Samer durchaus wohlgesonnen, hält sich aber erstmal bedeckt, was sich aber schnell ändert. Absoluter Höhepunkt sind für mich die neuen Songs "Return To Lemuria" und "Ritual Night", der meiner Meinung nach  ein wenig an den BEYOND THE BLACK Smasher „In the Shadows“ erinnert. Natürlich sind auch Ähnlichkeiten zu Bands wie NIGHTWISH oder anderen Szenegrößen auszumachen, dennoch steht die Band auf eigenen Füßen. Sie sind noch ein wenig geradliniger, voller Emotionen und auch etwas poppiger und können sich daher gekonnt den ewigen Vergleichen mit den Finnen entziehen.  Die neuen Songs haben ihre Live–Feuertaufe auf jeden Fall gut bestanden und machen Appetit auf mehr. Auch die charmante Sängerin Clementine Delauney hat sich perfekt ins Bandgefüge integriert. Sie ist mit ihrer, mit sehr hohem Wiedererkennungswert gesegneten Stimme der perfekte Gegenpart zum männlichen Gesang von Siegfried Samer. Dazu malen das punktgenaue, virtuose Gitarrenspiel von Christian Douscha die facettenreiche Rhythmusarbeit und die opulenten Orchesterparts stimmige akustische Bilder, die voller Romantik und Leidenschaft sind. Nach den personellen Umschichtungen der letzten Jahre ist es natürlich sehr schön zu sehen, dass einer der Fixsterne am österreichischen Metal-Firmament nun wieder zu alter Stärke zurückgefunden haben, was sie heute eindrucksvoll beweisen konnten.

Die Headliner SERENITY versuchen im Anschluss den genialen Auftritt von VOA zu toppen und schaffen das mit Bravour. Georg Neuhauser versteht es, das Publikum sofort auf seine Seite zu ziehen und ist ein ganz großer Entertainer. Man sieht den Jungs an, dass sie ordentlich Hummeln im Hintern haben und vor Spielfreude nur so strotzen. Gesanglich und spielerisch ist die Show ganz einfach top. Es reiht sich mit „United“, “ Coldness Kills“ und „Matricide“ ein geiler Song an den anderen. Danach werden Tracks wie „Fairytales“, „When Canvas Starts To Burn“ und „Engraved Within“ in akustischen Versionen dargeboten und hier zeigt EVENMORE Sängerin Melissa Bonny welch großartige Sängerin sie ist. Nach „The Final Crusade“, „Legacy Of Tudor“, „Velatum“ und“ Reduced To Nothingness“ ist endgültig Schicht im Schacht und die erste Show der Symphonic Metal Nights wird fulminant beendet. Das Publikum, bei dem diverse Fanclubs aus verschiedenen Ländern anwesend sind, ist ohne Zweifel der gleichen Meinung. Wärend der Show wird jeder Song gebührend abgefeiert, die meisten sogar lautstark mitgegrölt. Es sieht ganz so aus, als ob die Band es jetzt endlich geschafft hat, wieder weiter auf der Karriereleiter empor zu steigen, was mich persönlich wirklich sehr freut. Es gibt kaum eine Truppe, die es mehr verdient hätte. Man muss diesen Auftritt an diesen Abend einfach als Triumphzug bezeichnen. Es wäre auch schwer gewesen, von dieser Band nicht gefesselt zu werden, ich hab die Band  noch nie auch nur annähernd so gut gesehen, es passte einfach alles optimal zusammen

Ein Novum ist noch anzumerken, denn seit Bestehen von SERENITY war es das erste Mal, dass die Eltern von Georg einen Gig besuchten. Die Eltern, die neben mir am Mischpult standen, hielten trotz später Stunde wacker durch und hatten sichtlich Tränen der Rührung in den Augen, ob der tollen Vorstellung ihres Juniors. Es gab auch ein  Wiedersehen mit Urgestein und Bandgründer Mario Hirzinger, der einen Song  mit der Band performte, hier wurde fast jeder Fan ein wenig sentimental (übrigens nicht am Keyboard, sondern  Mario sang und das gar nicht schlecht). Wie auch immer, man kommt nicht um die Tatsache herum, das man bei SERENITY jede Menge Qualität für sein Geld bekommt, man muss lediglich seinen Hintern aus dem Sessel vor der Anlage heben und auf ihre Konzerte gehen. Richtig geiler Tourauftakt Mein Dank geht an die Bands und an die Fans in Wörgl: „Ihr wart großartig“.

 

 


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