16.02.2018, Rockhouse-Bar, Salzburg

COPERNIQUO & SPIT & THE OCEANS

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 21.02.2018

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Manchmal kommt es anders als man denkt. Da hat man keinerlei Erwartungen, schaut spontan im zweiten Wohnzimmer Rockhouse-Bar (ja, bald steht mein Postkastl dort...) zur fünften Ausgabe des Liberty Sound Club vorbei, um ein paar Fotos zu machen – und dann das. Dann bekommt man so einen Abend zwischen Himmel und Hölle geboten, bei dem man, trotz der Ankündigung wirklich nur Fotos zu machen, einfach nicht um einen Bericht umhin kommt. Zum einen, weil zwei Bands des Abends so eine verdammt starke Show lieferten, zum anderen aber auch, weil der Konzertgang letztendlich auch einen wortwörtlich schalen Nachgeschmack hinterließ.
 

Während Alleinunterhalter BEDA MIT PALME den Abend eröffnete und in der Folge in allen Umbaupausen das Publikum mit Mundart-Songs auf Gitarre und Akkordeon unterhielt, musste man dem Herren auf der kleinen, extra aufgebauten Nebenbühne in der Bar großen Respekt zollen: Ob man Folk und Reggae nun mag oder nicht, aber gleichzeitig Gitarre, Kickdrum und Mundharmonika fehlerfrei zu bedienen, das schafft nun auch nicht jeder. Respekt!

THE OCEANS lieferten im Anschluss soliden Pop der niemandem wehtat, die in reicher Zahl anwesende Damenschar einigermaßen begeistern konnte, aber trotz technisch sauberer Leistung beruhigt am Ohr vorbei plätscherte und nicht wirklich hängen bleiben mochte. Ob der Qualität des dargebotenen mögen an dieser Stelle andere richten, denn der Berichterstatter möchte sich nicht anmaßen über Stilistiken zu richten, in denen das Fachwissen eher dürftig gesät ist.
 


SPIT

Umso heftiger knallten die folgenden SPIT aus Kassel in die Gehörgänge. Feinster Alternative Rock mit ansprechenden Wumms beschallte die Bar, auf dessen Bühne man selten eine Formation gesehen hatte, die sich so hochmotiviert hineinkniete. Zwar zickte die Technik im Laufe des Abends gleich mehrmals herum, was speziell die beiden Gitarristen einigermaßen strapazierte, doch die kleinen Aussetzer machten SPIT mit umso mehr Einsatz wett. Es reihte sich Ohrwurm an Ohrwurm, während die Kasseler auf der Bühne agierten, als hätten sie Hummeln im Arsch und die Anwesenden mit sympathischer Bühnenpräsenz und toller Interaktion für sich einnehmen konnten. Den lauten Applaus, auch vom einigermaßen baffen Berichterstatter, gab es hochverdient!

Beim Heimspiel von COPERNIQUO ging die Party nahtlos weiter – bockstarker Rock mit drückendem Sound und amtlichem Groove verwandelte die gut gefüllte Bar in einen Kessel der guten Laune. Wie schon ihre Vorgänger auf der Bühne, hatten COPERNIQUO das Publikum voll im Griff und konnten dabei zusätzlich auch noch auf eine große Anzahl an textsicheren Leuten bauen, die so manche lässige Rock-Hymne mit Inbrunst mitschmetterten. Ihr könnt sagen was ihr wollt, aber dergestalt schmissige Songs wie sie COPERNIQUO darboten, funktionieren live einfach ohne Ende. Auch der kleine Stormbringer-Schreiberling zeigte sich hochangetan von dem Gebotenen und ließ die tolle Atmosphäre auf sich wirken.
 


COPERNIQUO

 

Gerne hätte man diesen bockstarken Auftritt noch bis zum Ende verfolgt, doch die bereits vom Vortag bei DAZE AFFECT in der verrauchen Bar gequälten Bronchien revoltierten dann irgendwann in Form eines heftigen Hustenanfalls. Das war es mit der Atmosphäre – so gut kann keine Band der Welt sein, als dass man es noch länger als unbedingt nötig in der von blauem Dunst durchzogenen Bar aushalten wollte. So ging eine der stärksten in diesem Jahr bisher gesehenen Shows in dieser Location für den kleinen Schreiberling leider reichlich unbefriedigend und vor allem unfreiwillig zu Ende – gerne hätte man sich im Anschluss der Show noch ein wenig mit den Musikern unterhalten und Kontakte gepflegt – doch die eigene Gesundheit geht dann doch vor.

Was dazu führen wird, dass in Zukunft die Berichte aus der Bar – zumindest von diesem Berichterstatter - wohl abnehmen werden, da die fortdauernden Atemwegsprobleme (die seltsamerweise in der Zeit, in der die Bar, so wie auch die meisten anderen Konzertlocations, rauchfrei war, nie mehr auftraten – schon ein komischer Zufall...) nicht unbedingt als erheiterndes Beiwerk zu Konzerten zu werten sind. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere wunderbare Regierung, die ein eigentlich schon beschlossenes Gesetz in letzter Minute wieder gekippt hat und noch mehr Dank an die zahlreichen Besucher, die trotz (oder wegen?!) der bereits umgesetzten Rauchfreiheit im Vorjahr so zahlreich gekommen waren wie nie – und nun in ebenso zahlreicher Zahl den bereits der Vergangenheit angehörig geglaubten Rauch sofort wieder zurückbringen mussten. Schmerzende Augen (als Fotograf!), Atemwegsprobleme und stinkende Klamotten nach jedem Konzert – das hat wirklich jeder schmerzlich vermisst. Jeder. Wirklich.

Dem Fass den Boden ausgeschlagen, hatte allerdings ein Besucher der seinen Tschick ausdrückte und dann lautstark verkündete er müsse jetzt erst einmal rausgehen um frische Luft zu schnappen weil man es hier drinnen kaum aushalten würde. Um sich dann, kaum die Lungenflügel frisch durchlüftet, drinnen wieder eine ansteckte. Noch mal: Ein Raucher geht raus, weil er die Luft drinnen als grässlich empfindet. Echt jetzt?! Merkste selber was hier schief läuft, oder?

 


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