22.02.2018, Backstage (Halle), München

Symphonic Metal Nights 2018

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 26.02.2018

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Da die geplante Abschlussshow der Symphonic Metal Nights-Tour in Lenzing mangels ausreichendem Kartenvorverkauf abgeblasen wurde, musste ein kleines Stormbringer-Schreiberlein kurzfristig umdisponieren und die Berichterstattung ins erweiterte Wohnzimmer im Backstage München verlegen. Rückwirkend betrachtet nicht die schlechteste Entscheidung, denn so gab es die Gelegenheit, eine etwas speziellere SERENITY-Show zu sehen – feierte doch an ebenjenem Abend Fronter Georg Geburtstag. Naturgemäß gab es dann auch ein paar Überraschungen für Band und Publikum – doch dazu später mehr...
 

EVENMORE enterten als erste von insgesamt vier Bands die Bühne und beschallten das Publikum mit solidem Melodic Metal mit leicht folkiger Schlagseite. Flöten und Dudelsack sorgten für willkommene Akzente in den geschmeidig ins Ohr gehenden Titeln, während die Sängerin ihre makellose stimmliche Performance zur Überraschung einiger mit ein paar derben Growls würzte. Bis auf ein paar Leute im vorderen Drittel mochte sich trotz guter Performance seitens EVENMORE aber bis auf braves Mitklatschen noch keine große Stimmung in der etwa halb vollen Backstage Halle einstellen.


Bei den folgenden SLEEPING ROMANCE regte sich schon etwas mehr im Zuschauerbereich, ein richtiges Feuer konnten die Italiener aber auch nicht entfachen. Angenehm und unaufgeregt spielten SLEEPING ROMANCE ihren Gothic/Symphonic-Metal herunter, der ohne echte Höhepunkte einher kam und augenscheinlich sehr auf Gefälligkeit abzielte. Trotz hoher Spielfreude, starker stimmlicher Leistung und fehlerfreier Performance wirkte der Auftritt unterm Strich profillos und blieb nicht wirklich im Gedächtnis. Zwar konnte man keine echten Schwächen bei den Italienern verorten, doch leider auch keine Stärken – die wie auf dem Reißbrett konstruierten Titel brachten viele Leute in der Halle zum Mitwippen und es wurde auch artig mitgeklatscht, sie waren aber, sobald verklungen, auch schon wieder vergessen. Ein bißchen mehr Mut, wie bei den eröffnenden EVENMORE wäre wünschenswert, anstatt den drölfzigtausendsten exakt gleich klingenden Symphonic-Klon darzustellen.


Als sich VISIONS OF ATLANTIS anschickten, die Bühne in Beschlag zu nehmen, wachte dann auch endlich das Publikum auf und empfing die Herren und die Dame mit lautem Applaus. Mit dem brandneuen „The Deep & The Dark“ im Gepäck, zogen VISIONS OF ATLANTIS eine mitreißende Show ab, die in der etwa halb vollen Halle auf fruchtbaren Boden fiel. Zwischen neuen Ohrwürmern („Return To Lemuria“, „The Silent Mutiny“) und Mitsingklassikern wie „Lost“, zündete Sänger Sigi (fleißigen Stormbringer-Lesern wahrscheinlich noch als Hausdrachentöter des Redaktionslofts bekannt, seines Zeichens auch heroischer Anführer der Wiener Powermetaller DRAGONY) ein wahres Posingfeuerwerk, kongenial und stimmgewaltig unterstützt von Sängerin Clementine. Die beiden interagierten perfekt und trugen die Show von VISIONS OF ATLANTIS quasi im Alleingang, obwohl sich hie und da, wohl als Nachwirkung der Tourseuche, die einen Teil der Band bei vorherigen Auftritten flachgelegt hatte (Kürzungen des Sets und sogar ein kompletter Ausfall in Berlin waren notwendig!), ein paar stimmliche Unsicherheiten einschlichen, lieferte die inzwischen relativ bekannte österreichische Truppe mit hochmotivierter Instrumentalfraktion einen starken Auftritt ab.


Dass aber SERENITY, als so ziemlich bekanntester Export des Alpenlandes, was melodische Klänge angeht, dann noch einmal in einer ganz anderen Liga spielen, auch stimmlich (Sorry, Sigi!), das zeigte sich im Anschluss. Sympathikus Georg hatte das Publikum vom Fleck weg im Griff und auch das bis zu VISIONS OF ATLANTIS eher schwächelnde Publikum drehte nun richtig auf. SERENITY konnte man anmerken, dass sie nach den ausufernden Touren zu „Codex Atlanticus“ und dem seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt befindlichen „Lionheart“ nun als richtige Einheit auf der Bühne stehen und dementsprechend lief die Show auch richtig rund. Auch EVENMORE-Sängerin Melissa Bonny, zum zweiten Mal an diesem Abend auf der Bühne, fügte sich perfekt ein und sorgte im Verein mit Schmachtblick-Georg für so manchen emotionalen Gänsehautmoment, vor allem im drei Songs umfassenden Akustik-Part.

Überschattet wurde das gesamte Konzert aber – wie bereits eingangs erwähnt – von Georgs Geburtstag. So manche Vorkommnisse, die man bei einem normalen SERENITY-Gig nicht zu Gesicht bekommen würde, wurden dem Publikum in München geboten. So beispielsweise bekam Georg vom an vorderster Front quasi vollzählig anwesenden Fanclub sein eigenes, SERENITY-Holzwappen geschenkt – inklusive Geburtstagsständchen eines Fans direkt ins Mikro! Ein bißchen Schmerzen dürfte Georg angesichts der Gesangsleistung des Fans wohl doch erlitten haben, doch da muss man am Geburtstag einfach durch! Die Krönung des Abends stellte allerdings die Einlage nach der Ansage zu „The Fortress (Of Blood And Sand)“ dar – als unversehens, statt den Song zu starten, „Anton aus Tirol“ - natürlich umgedichtet in „Georg aus Tirol“ aus den Boxen schallte und ein mehrköpfiges Gratulationsteam unter der Führung von Jan Vacik mit Spritzkerzen auf die Bühne stürmte, es Konfetti regnete und der sichtlich perplexe Georg seine Geburtstagstorte samt weiteren Geschenken überreicht bekam. Natürlich blieb das nicht alles – es regnete während des weiteren Konzertes noch mehrmals Konfetti, worüber sich Georg sichtlich freute (Das erste Mal Konfetti auf der SERENITY-Bühne!), einzig die gut gemeinte Idee des Fanclubs, im Zugabenblock Bengalische Feuer zu zünden, erwies sich als weniger gut. Der sich ausbreitende beißende Gestank trieb das kleine Stormbringer-Schreiberlein schlussendlich während des letzten Songs in die Flucht, doch ohne zornigen Gedanken, war doch die Show die SERENITY in München geboten hatten mit eine der stärksten und unterhaltsamen bis dato gesehenen! Und das nicht nur aufgrund der Geburtstagseskapaden...



 

Setlist (ohne Gewähr!)

  • Deus Lo Vult
  • United
  • Spirit in the Flesh
  • Iniquity
  • The Matricide
  • Hero
  • Fairytales (Akustik)
  • When Canvas Starts to Burn (Akustik)
  • Engraved Within (Akustik)
  • The Fortress (of Blood and Sand)
  • Rust of Coming Ages
  • Serenade of Flames
  • Lionheart
  • Follow Me
  • The Final Crusade
  • Legacy Of Tudors
  • Velatum

    Mehr Fotos: Images Of Pain And Pleasure

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