17.03.2018, OKH, Vöcklabruck

End Of Days Festival

Veröffentlicht am 23.03.2018

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Das Ende aller Tage soll in Vöcklabruck stattfinden, hat man gesagt. Im OKH, behauptet man. So zieht es die Stormbringer-Abordnung, erklärte Freunde der musikalischen Vorschlaghämmer, entsprechend ins angekündigte Epizentrum der musikalischen Abrechnung, wo sich die Geknechteten gegen ihre Herren erheben werden und die Ziegen die Messer wetzen um ihre Schlachter selbst zu Blutwurst zu verarbeiten. Es ist angerichtet, wohl bekommt's!
 


SARCASTIC TERROR - Bolz you to death! 

SARCASTIC TERROR
Sarkasmus ist die niedrigste Form des Witzes. Jedoch die höchste Form der Intelligenz. Sarkasmus kann auch durchaus zum Terror werden, zumindest für jene Humanoiden, denen das Verständnis dieser humoristischen Ausdrucksform von Geburt an fehlt. Bazinga! Als lärmenden Terror darf man auch ungestraft den heutigen Opener bezeichnen – worshipping the evil noise of ancient rites to defend the unholy kingdom of steel! Wenn sich ICE-T und Ernie C. in da Hood treffen, um nach gepflegtem Drive-By vorm Donut-Shop auf brennenden Mülltonnen zu musizieren, klingt das meist unterprivilegiert cool. Vergleichend klingen SARCASTIC TERROR auch, als würden sie eine Restmülltonne penetrieren - mit 5.000 Bpm und keiner Gnade für die gequälten Gitarrensaiten! Keifend wabernd durch einen Äther aus einem den Untiefen der Hölle entstiegenem Soundgeflecht, das selbst die strapazierfähigsten Gehörgänge nach mindestens fünf Minuten mit dem eigenen, flüssig gequirlten Gehirn füllt. Evil-Metal muss laut sein, muss primitiv sein, muss das Fleisch mit dem Vorschlaghammer weich prügeln! Und die Panier wird zu aller Krönung aus Kinskis Wutausbrüchen gezaubert! Fuck my brain with rusted steel! Deeper!  [Laichster]
 


CADAVERES - Ich flieg, wie ein Flieger, flieg!

CADAVERES
Schmissig-flotten Schwermetall mit Core-Tendenzen gab es anschließend auf die Birne. Die armen Ungarn von CADAVERES sind aus ihrem Heimatland wohl auch deutlich anderes gewöhnt, so sorgt die lastende Stille im mit nur spärlichen Zusehern bestückten Auditorium für augenscheinliche Konfusion auf der Bühne, dass sogar kurzfristig der Ablauf der eigenen Setlist durcheinander gebracht wird. Dabei hätten die Ungarn für ihren tighten Auftritt deutlich mehr Begeisterung verdient, doch was will man machen... da muss man als Band außerhalb der heimatlichen Underground-Komfortzone wohl einfach durch, dass man sich den Arsch für ein kümmerliches Häufchen vor der Bühne aufreißt. Aber großen Respekt – denn mit solchen Auftritten brennt im Heimatland bestimmt die Hütte! [Anthalerero]



AMONG THE GODS - Steyrerbluat is ka Nudelsuppen!

AMONG THE GODS
Auch die fünf aus Steyr stammenden Musiker von AMONG THE GODS fallen nicht gerade auf die Butterseite des Abends und müssen sich dank technischer Probleme durch einen ziemlich holprigen Start kämpfen. Anfangs noch sehr unrund und mit einigen Taktproblemen (mit dem Monitoring sollten im Laufe des Abends auch noch weitere Bands Probleme haben...), beißen sich AMONG THE GODS aber durch und steigern sich im Laufe des Sets deutlich. Dennoch mag die durchaus amtlich aus den Boxen dröhnende, irgendwo im Death/Thrash-Bereich angesiedelte Walze nicht so richtig durchzünden, obwohl der draußen einsetzende Schneefall inzwischen schon ein erkleckliches Häufchen an Besuchern ins OKH getrieben hat. Wie man es dreht und wendet, findet man in der Soundwand leider noch zu wenig packende Momente, die nachhaltig mitreißen würden. [Anthalerero]



INDORSIA - Outdorsia, badum tsss!

INDORSIA
Bei dem Wetter draußen ist INDORSIA immer noch besser als outdorsia – zugegeben, der Kalauer [mit freundlichen Grüßen zur Verfügung gestellt vom Korrektor; Anm. d.Korr.] ist wirklich flach, doch dafür haben die Linzer musikalisch umso mehr Tiefe. Der verspielte, melodische Metalcore kommt bei den Zuschauern im inzwischen gut gefüllten OKH sehr gut an, selbst wenn auch INDORSIA mit technischen Problemen vor allem am Schlagzeug zu kämpfen haben, die ihnen einige Minuten Zwangspause und eine Kürzung der Setlist bescheren. Dafür geben die vier Linzer auf der Bühne aber umso mehr Gas und servieren zwischen elegischen Parts und brutalem Gehämmere, sowie zwischen derbem Geschrei und wunderbarem Cleangesang ein musikalisches Brett, dass sich den Applaus der Zuschauer vollkommen zu recht abholen darf. [Anthalerero]



VEINS OF SUFFERING - Gnackwatschen!

VEINS OF SUFFERING
Im Steirer-Bluat ist Kürbiskernöl? Nix da, im Steirer-Bluat ist Todesblei! Zumindest bei den vier Buam von VEINS OF SUFFERING, die auch ohne Bassisten ganz gewaltig Schub geben. Klar, das Rad wird auch hier nicht neu erfunden, dafür holzt der Stoff der Steirer live schon ganz gewaltig. VEINS OF SUFFERING sorgen für eine Menge Haarpropeller im Publikum und schaffen es sogar eine Wall Of Death [steirisch übrigens: Woul Ouf Dehf; Anm.d.Korr.] zu initiieren, bei der ein gutes Dutzend Leute wirklich todesverachtend aufeinander losstürmt. So muss das sein! Eine richtige musikalische Gnackwatschn wie man sie einfach ab und zu braucht, um die Ganglien zu resetten und die Gehörgänge wieder auf Werkseinstellung zurückzusetzen! Bäm, Oida! [Anthalerero]



UZZIEL - Classy vong Styling her! 

UZZIEL
1 classy Band vong Niceigkeit her! Da kann sogar der Boy noch was lernen tun, wenn UZZIEL vong der Stage prollen. Hallo i bims, 1 Thrash-Kapelle mit Fun Factor wie ein burning roof vong da Firekeepers. Die Boys putten alles rein in ihr performance, 1 Genuss vong public place zum looken! Bölzern tun UZZIEL 1A vong Sound her und bimmen 1 classy entertainer für klein und old sein. Da tut die Crowd auch nicht haten, dass 1 oder andere Song sounded wie vong SODOM her feat. Clean-Background-Gejodel. UZZIEL sind 1 Entertainer und Entertainer sein bimt classy in modern days! No laziness! Umd die Crowd bimt es hart am hypen, diese UZZIEL Fireworks! Encore! Encore! Encore! Und da bimmen die Boys auch noch ein 1 Song mehr und noch 1 Song für die Vöcklabrucker Hood! Die Bitches screamen hart und been noch härter am wet sein! 1 Happy Ending für da Boys und 1 good day für da real shit!  [Laichster]



STREAMBLEED - Pumpen, pumpen!

STREAMBLEED
Auch die Marchtrenker von STREAMBLEED, die an diesem Abend den Release ihres ersten Albums „Enslave The World Forever“ feiern, kämpfen im Vorfeld des Gigs mit dem Monitoring, zocken dann aber trotz der Probleme einen arschtighten Gig herunter, der das Publikum nach dem Wahnwitz von UZZIEL noch einmal so richtig auf Hochtouren bringt. Während die Herren der Schöpfung zum groovigen Schwermetall ordentlich die Matten (so vorhanden) schütteln, himmelt gefühlt zwei drittel der anwesenden Damen den bestens durchtrainierten Fronter an [Anm. d. Red.: Da eignet sich jemand wohl perfekt als Kandidat für die Metal-Models, oder?!] [Definitiv! Anm.d.Korr.], welcher derweil konsequent die Bude in Grund und Boden brüllte. Klar, wirklich Neues servieren STREAMBLEED musikalisch nun auch nicht, aber dafür verflucht starken Schwermetall im Fahrwasser von LAMB OF GOD, der live richtig derbe Stoff gibt und sich bestens zum ausgiebigen Abschädeln eignet. Was die Zuschauer dann auch quer durchs gut gefüllte OKH exerzieren – eine mehr als gelungene Releaseparty einer starken Formation, von der man bestimmt noch mehr hören wird! [Anthalerero]



MILKING THE GOATMACHINE - des Goaßenpeters Brüder! 

MILKING THE GOATMACHINE
„Großvater! Großvater!“. „Heidi! Heidi!“. „Großvater ich war beim Goaßenpeter und hab mir einen Tripper eingefangen!“. „Isch guat Heidi, stell ihn in den Stall zu den anderen!“. Und über die letzten 10 Jahren hat sich der Stall mit infektiösen Grauslichkeiten bis zum Tennendach gefüllt, denn solange grindet der Goat mittlerweilen durch die Futterkrippen und zeugt seine unehelichen Nachkommen. Mit ausgewählt exquisitem Musikgeschmack – döp döp döp döp döp – und einem Gespür für Haute Couture en Bock überzeugt man selbst das paarungsunwilligste Weibchen ganz ohne Chloroform – lasset der Sodomie freien Lauf! Gott sieht heute nicht zu! Heidi, Goaßenpeter und der Großvater treffen sich zum Grindcore-Dreier. Da wirkt jeder Tinto-Brass-Streifen wie eine Romantikkomödie! Im Übrigen denken ja die meisten Frauen, dass das Leben eine solche wäre, und Männer denken, es wäre ein Porno. Falsch gedacht, denn das Leben ist ein Ziegenzuchtverein! Welch Prachtviecher, die ihre Schlächter selbst durch den Fleischwolf drehen und zu schmackhafter Blutwurst verarbeiten. Angebrutzelt wird die Fleischmasse gewohnt blutig – außen dunkel und innen hellrosa, da freut sich der Guide de Michelin drei Sterne vergeben zu können! Und Heidi, warum liegt hier eigentlich Stroh? Sie juchzt ekstatisch durchs Stallgebälk: „Goats, Cunts and Love!“ [Laichster]

[Alt, aber immer noch enorm kultig ist übrigens das Interview mit Goatleeb und Goatfreed, das unser Mike - natürlich stilecht in Wolfsmaske - 2011 in der Wiener Arena geführt hat!]

Das waren sie also, die „End Of Days“! Ein knackiges, gemütliches Hallenfestival, bei dem die Zuschauer von acht stilistisch recht vielfältigen, aber dennoch amtlich harten Combos einen ordentlichen Scheitel gezogen bekamen! Das letzte Aufbäumen des Winters kurz vorm Frühlingsbeginn hätte es zwar nicht mehr gebraucht, aber dafür gerne wieder mehr solcher Veranstaltungen!

Eine erweiterte Fotogalerie des Abends findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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