07.04.2018, OKH, Vöcklabruck

Metalnight Outbreak OKH Vol. 3

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 15.04.2018

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Im April war wieder einmal die Zeit für gepflegte Gruppeneskalation gekommen, als im OKH Vöcklabruck die dritte Ausgabe des hiesigen Metalnight Outbreaks über die Bühne ging. Deren acht  Bands hatten es sich zur Aufgabe gemacht das Publikum mit genickbrechenden Klängen nach allen Regeln der Kunst zu zerstören – was denn schlussendlich auch gelang. Doch alles der Reihe nach...


BEFORE WE GET BURIED eröffneten den Reigen der brutalen Klänge mit amtlichen Metalcore-Klängen, die im Publikum gleich einmal für ordentlich Bewegung sorgten. Bewegung gab es aber nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne reichlich: Einer der beiden Gitarristen nahm das gepfefferte Songmaterial zum Anlass, versteckte Aggressionen mittels exzessivem Abendsport abzubauen – bei soviel Einsatz machte es doch richtig Spaß der Show zu folgen! Einzig der noch immer ziemlich windschiefe Cleangesang erwies sich wieder einmal als kleiner Spielverderber in den ansonsten tadellos-knackigen Songs, aber das sympathische Gesamtbild der Truppe machte dieses kleine Manko wieder wett.


Das nächste Core-Brett folgte auf dem Fuße und wurde von RAZE YOUR GODS auf die Schädel der Anwesenden niedergeschmettert. Im Vergleich zur letzten Begegnung des Schreiberlings mit der Band, konnte eine deutliche Steigerung bemerkt werden – RAZE YOUR GODS gaben auf der Bühne so richtig Stoff, gniedelten sich gewaltig einen ab und lieferten mit richtig derbe einfahrenden Titeln eine tolle Show! Lediglich die Ansagen zwischen den Songs waren vielleicht etwas arg leise und deshalb schwer verständlich und auch der lange Aufbau, der das Set schlussendlich trotz kleiner Überziehung der Spielzeit etwas einkürzte, war rückblickend schade, doch der enorm starke Auftritt entschädigte für die gefühlt viel zu kurze Show.


Gerade noch am Shredfest, jetzt schon am MNO – die Wege des Berichterstatters und UPON THY WAVES kreuzten sich in letzter Zeit auffallend oft. Zwar war es zu Beginn bei den Eferdingern noch ein wenig leer in der Halle (viele genossen noch die letzten Sonnenstrahlen im schönen Außenbereich des OKH), doch der verspielte, oft progressive Metalcore der Vier konnte die Besucher schnell neugierig machen und sie in die Halle ziehen, wo sich ein erkleckliches Häufchen an Zuschauern dann auch zum ausgelassenen Mitklatschen motivieren ließ. Wer jetzt aber denkt, dass es bei UPON THY WAVES fluffig und soft zugeht, der ist gehörig auf dem Holzweg, denn die Truppe servierte ein brutales Riff-Brett mit abgefahrenen Soundspielereien, die das Herz der Freund ungewöhnlicher Tonkost höher schlagen ließen. Speziell Fronter Steve, der mit schier endloser Energie wie ein Duracell-Häschen über die Bühne wetzte und dabei die Bude konsequent in Grund und Boden brüllte, wusste zu beeindrucken, während seine Kollegen an den Instrumenten ihr Können nachhaltig unter Beweis setzten.


Wer glaubte, dass der technische Gipfel hier schon erreicht war, der durfte sich dann von DAYUM eine Lehrstunde in Instrumentalkunst geben lassen. Zwar rückte der Wiener Dreier mit Drumcomputer an, doch dafür wurde das OKH sodann von einer Soundwand geplättet, wie man sie in diesem Gemäuer wohl nur selten sah. Brutalstes Gekeife mit enormem Abwechslungspotenzial, von schwarzmetallischem Geschrei, über derbste Growls bis hin zu beinahe grindigem Gerülpse, dazu epische Synthie-Einsprengsel und Saitenwahnsinn in Reinkultur. Hochtechnisches Highspeed-Death-Geböller, das dir schier die Socken auszieht, während du noch in den Schuhen steckst! Einziges Manko des Ganzen: Gefühlt Drei Viertel des Publikums waren mit dem Gebotenen, speziell bei den rein instrumental dargebotenen Songs, einfach nur komplett überfordert. Das war wahrlich Perlen vor die Säue, doch DAYUM nahmen es locker, dass ihre Performance so sehr am Grundgeschmack des Publikums vorbeischrammte, ließen sich den Spaß auf der Bühne nicht nehmen und gingen voll in ihren vielschichtigen Instrumentalwelten auf.


Den größten Publikumszuspruch erfuhren WELTENBRANDT mit ihrem Live-Debüt. Beim Aufbau ging es zwar ein wenig chaotisch zu, woran man sich aber als Zuschauer nicht stören konnte, dafür gab es hernach starken, melodischen Schwarzmetall auf die Rübe. Musik zum darin versinken sozusagen, zumal die elegischen Gitarrenläufe etwas zu leise beim Hörer ankamen und dem Ganzen trotz sattem Gekreische ein wenig den Druck nahmen. In Verbindung mit den relativ „normal“ aussehenden Musikern (geht es nur mir so, oder erwartet man bei Black Metal immer so ein wenig mehr... Image?) wirkten WELTENBRANDT so fast ein wenig zu brav, für das durchaus knackige Liedgut, das sie vortrugen. Dafür war das Publikum umso begeisterter und feierte die vier Buben kräftigst ab!


Als Nächstens durften sich PAIN IS auf der Bühne austoben, hatten dabei aber das Pech, direkt nach den zuschauertechnisch heimlichen Headlinern des Abends auf die Bretter zu müssen. Zu Anfang war das Publikum wohl einfach noch nicht ready für den starken, modern geprägten Schwermetall des südösterreichischen Vierers mit den coolen Outfits. Davon ließen sich PAIN IS aber nicht beirren und gaben dafür auf der Bühne nur umso mehr Gas und sorgten mit ihrem tighten Gig dafür, dass sich die Leute dann auch wieder neugierig in die Halle hinein bewegten und dem Treiben mit sichtlichem Interesse folgten. Ein bißchen Gruseln schadet doch nie, dachte sich wohl auch Gitarrist Tom Steam, der immer wieder seine kohlrabenschwarze Zunge herausstreckte – und die gegen Ende hin wieder in starker Zahl anwesenden Zuschauer dachten wohl Ahnliches, als sie PAIN IS für ihren starken Gig schlussendlich auch den verdienten, lauten Applaus spendeten!


Zum Abschluss des Abends sollte es noch zweimal ordentlich auf die Rübe geben – zunächst von DEAD TERRITORY, die nichts anbrennen ließen und die Abrissbirne mit Vehemenz in die Halle schwangen. Eine amtliche todesmetallische Walze mit fettem Sound und brutalem Gegröle unterzog die Lauschlappen der Besucher einem ordentlichen Stresstest, während sich DEAD TERRITORY als gut geölte Maschinerie erwies, die das Publikum zum ausgiebigen Rübeschütteln einladen konnte und dafür auch fetten Applaus einheimste.


Und dann kamen AS GOD CREATED, die vor einiger Zeit an gleicher Stelle zur ebenfalls gleichen Zeit einen höllischen Abriss hinlegten, der das OKH beinahe in Schutt und Asche legte und die versprochen hatten, das OKH beim nächsten Mal komplett abzutragen. Diese Ankündigung kann man nun wohl als vollauf erfüllt ansehen, bei der Vehemenz die AS GOD CREATED an diesem Abend an den Tag legten. Obwohl an der Vocalfront mit Ersatzmann (Borsti von WE BLAME THE EMPIRE, zu Beginn mit blonder Perücke – großartig!), prügelte die Truppe das Publikum mit einem Set aus vielen alten, teilweise lange nicht mehr gespielten Stücken und zwei brandneuen Songs in Grund und Boden. Pflichtschuldigst zerstörten sich auch alle noch Anwesenden angemessen heftig, sodass nach dem Gig vom OKH und Umland nur noch Schutt und Asche übrig blieb. Mission erfüllt!

 

Das war es schon wieder, das dritte Metalnight Outbreak im OKH Vöcklabruck! Einmal mehr ein heftiges Paket an starken Bands, die trotz der stilistischen Unterschiede gut miteinander harmonierten. Durch das schöne Wetter nahmen auch viele Leute den wunderbaren Außenbereich in Anspruch, was die Publikumsanzahl in der Halle oft und sehr schnell schwanken ließ, doch für eine umso entspanntere Atmosphäre sorgte. Stormbringer bedankt sich einmal mehr für die Einladung und wird auch beim nächsten härteren Event im OKH gerne wieder am Start sein!

Eine erweiterte Galerie des Abends findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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