8.6.2018, Sölvesborg, Sölvesborg

SWEDEN ROCK 2018 - TAG 3

Text: manfred
Veröffentlicht am 28.06.2018

VIXEN am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Wer die US-Amerikanische Hardrockband nicht auf dem Schirm hat, erlebt eine Überraschung. Die Truppe um Gitarristin und Sängerin Janet Gardner agiert erstaunlich rockig, davon können sich einige jüngere Bands eine dicke Scheibe abschneiden. Neben eigenen Hits wie „Rev It Up“, „Crying“ oder Edge Of A Broken Heart“ packen die Damen noch den Rock Klassiker „I don`t Need No Doctor" von Ray Charles in ihr tolles Set.

                  

 

Das Konzert von PRETTY MAIDS beginnt mit „Mother Of Lies“, bei dem Sänger Ronnie Atkins gleich klarstellt, wo es langgeht. Obwohl schon ein wenig in die Jahre gekommen, merkt man den Dänen nicht die geringsten Abnützungserscheinungen an. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, melodisch, druckvoll, hart und in gewohnter Klasse präsentieren sich die Herren in absoluter Hochform. Daher ist die Stimmung wirklich grandios, die Fans sind aus dem Häuschen. Ronnie singt noch immer unfassbar gut und Songs wie „Red Hot Heavy“, „Lovegames“, „Rodeo“, „Future World“, oder „Back To Back“ versprühen noch immer dasselbe Feuer wie damals, als die Band am Zenit ihres Erfolges war. Hammer!!!

                       

Bei DARK FUNERAL brutzelt die Band als auch das Publikum vor der Bühne. Strahlender Sonnenschein, kombiniert mit Feuerfontänen - man könnte glauben, man stünde schon im Höllenfeuer. Wieder gibt es auf der 4Sound-Stage Probleme mit dem Mikrofon. Dies kann die feurige Stimmung des Publikums aber nicht dämpfen. Mit neuem Mikro keift Andreas „Helharmadr“ Vingbäck ungeniert. Bei  „Vobiscum Satanas“ und „The Secrets of the Black Arts“ wird gehörig abgeschädelt. Thumbs Up für die Schweden – 666 Grad, das Corpse Paint sitzt.

 

                    

Im Gegensatz dazu waren THE DARKNESS auf der Mainstage eher ein laues Lüftchen. Dünne Stimme von Dan Hawkins und ebenso dünner Sound. Schade, die Briten auf so einem tollen Festival so uninspiriert zu sehen. Nur bei „I Believe In A Thing Called Love“ kam etwas Stimmung auf.

                     

 

TURBONEGRO waren einer meiner Favoriten am diesjährigen Sweden Rock. Happy Tom, Euroboy, Pål Pot Pamparius, Tommy Manboy, Rune Rebellion und Sänger Tony Sylvester bieten nämlich nicht nur amtlichen „Death Punk“, sondern präsentieren diesen auch noch mit einer stattlichen Portion Comedy und Entertainment. Im Mittelpunkt der Show steht das aktuelle Album „Rock'n'Roll Machine“. „Hot For Nietzsche“, „Fist City“ und vor allem „Hurry Up & Die“ sowie „Special Education“ sind beim Publikum schon gut bekannt und bringen die Menge zum Kochen. „City Of Satan“ und „All My Friends Are Dead“ bringen die Norweger das Stimmungsbarometer des Publikums an diesem Nachmittag bis zum Anschlag.

 

Keine Kritik muss sich auch URIAH HEEP gefallen lassen. Sie legen von Beginn an ihr gesamtes Können und ihre jahrelange Erfahrung in die Waagschale. Sie schießen ein Feuerwerk ihrer Hits wie „Stealin,“ „The Wizard“, „Lady In Black“ oder „Easy Livin“ auf die tobende Masse ab, dass wirklich keiner der Fans stillstehen kann.Die Band entfaltet überschäumenden Enthusiasmus, der beweist, dass sie eine der wenigen Veteranen der 80er sind, die nicht nur wegen der Kohle spielen und Sänger Bernie Shaw ist live ein unglaublich toller Entertainer.

              

Auf der Festival-Stage geben sich STONE SOUR ein Stelldichein. Die Sonne brennt und ein gut gelaunter Corey Taylor holt sich gemeinsam mit einer nicht gerade kleinen Menge an Fans einen Sonnenbrand. Die gesamte Gruppe sprüht nur so von Spielfreude und sie reißen gleich von Beginn an mit „Whiplash Pants“ und „Absolute Zero“ das Publikum mit. Überhaupt ist die lässige Musik von STONE SOUR ideal für ein Festival. „Get Inside“, oder „Fabuless“ gehen gut ins Ohr und animieren zum abrocken. Well done!

                     

Eigentlich wollte ich mir im neu angelegten Rock Klassiker Zelt mein Nachmittagsgetränk zulegen, als aber die Herren von PESTILENCE loslegen, bin ich so dermaßen von der Darbietung beindruckt, dass ich mir den ganzen Gig gebe. Die Band ist ständig in Bewegung, und mit ihren Old School Death Metal und mit dem großartig aufgelegten Frontbrüller Patrick Mameli zerlegen sie mit Mördersound und einer Brutalität nach allen Regeln der Kunst die Stage.  

 

 

Headliner am Freitag war OZZY OSBOURNE. Bei OZZY ist es ja mittlerweile ein kleines Glücksspiel, ob die Show nun ein Hit oder Mist wird. Am Sweden Rock war es sicherlich ein Hit. OZZY ist bestens drauf und wirklich stark bei Stimme. Die Setlist ist amtlich, aber bei einem so umfangreichen Backkatalog ist es natürlich schwierig, Songs auszuwählen. „Bark At The Moon“, „Mr. Crowley“, „No More Tears“, „War Pigs“ oder die Zugaben „Shot In The Dark“ und „Crazy Train“ geben natürlich keinen Grund zur Beanstandung. Neben der tollen Licht- und Bühnenshow ist selbstverständlich die Rückkehr von Zakk Wylde ein weiterer Höhepunkt. Nichts gegen Gus G, aber Zakk hat eine viel stärkere Bühnenpräsents. Der einziger Wermutstropfen ist vielleicht das etwas zu lang geratene Instrumental Medley von „Miracle Man“, „Crazy Babies“, „Desire“ und „Perry Mason“. Man vermutete schon, dass man OZZY inzwischen hinter der Bühne wiederbeleben oder zumindest neu aufziehen musste. Aber der Mann ist mitterweile 70 Jahre alt und bei seinem Lebenswandel benötigt er wohl zur Halbzeit eine Pause. Alles in allem aber eine gelungene Darbietung und ein würdiger Headliner.

Leider gibt es keine Bilder von Ozzy, weil allen Fotografen das Knipsen verboten war, auch nicht aus dem Publikum, da wurde streng kontrolliert. SORRY

 

 

 


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