09.06.2018, Röda, Steyr

COLOURS OF MONOCROME & LEA G. & KENDRA & THE CATALYST & ANTILOOPE & FAUXPAS & 15GB

Text: Florian Rosenberger | Fotos: Reinhold Strasser
Veröffentlicht am 27.06.2018

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Da die zwei Vorrundenshows des SPH-Bandcontests im Februar und im April dieses Jahres im Röda Steyr zwei besondere Konzertabende waren, freute ich mich bereits riesig auf das Stadtfinale in der tollen Location. Zu den mir bereits bekannten Bands stießen noch zwei aus der Vorrunde aus Graz dazu, was den Abend umso interessanter machte. Die musikalische Genrevielfalt war noch nie so hoch und gelungen wie an diesem Abend, traten doch insgesamt sieben Bands um den Einzug ins Regionalfinale an. Das Stadtfinale kam mir aber während des Abends nie als Wettbewerb vor, war doch das Netzwerken und das gegenseitige Schätzen der Bandmitglieder untereinander vorbildlich.

Der Abend begann früh und die extra aus Klagenfurt angereiste Alternativ-Rock-Band COLOURS OF MONOCROME beeindruckte nicht nur mich außerordentlich. Originelle, fetzige und eigenständige Sounderuptionen wurden da in Songs gepackt, die mich an die aktuellen Senkrechtstartet ROYAL BLOOD erinnerten. Neben den lässigen Riffs von Gitarrist Lion und den groovenden tiefen Tönen von Bassist Manuel – mit „Scott Pilgrim" Rickenbacker-Bass – war vor allem auch für das Publikum der singende Schlagzeuger Thorsten ein Grund für laute Jubelrufe. COLOURS OF MONOCROME sollte man definitiv am Radar haben, wenn es um die Zukunft der österreichischen Musikszene geht.

COLOURS OF MONOCROME (Pic by Reinhold Strasser)

Als zweiter Act des Abends entführte uns die Singer/Songwriterin LEA G. in ihre Welt voll emotionaler Musik. Die Weiterentwicklung der jungen Künstlerin seit der Vorrunde war nach zahlreichen Auftritten in ihrer Heimatstadt Linz gut zu sehen. Selbstbewusst, authentisch und mit einer außergewöhnlichen Stimme gesegnet verzauberte LEA G. so einige im Publikum. Der Einsatz einer Looping Station zeigte, dass sie fähig ist, auch alleine eine ordentliche Soundcollage zu produzieren. LEA G. wird ihren Weg als Singer/Songwriterin gehen, davon bin ich überzeugt.

Die nachfolgende Metaller KENDRA sind ja schon fast alte Bekannte, durfte ich sie bereits zum vierten Mal live erleben. Und diese Band ist immer wieder ein Erlebnis, denn Frontfrau Sophie beeindruckte das Publikum wieder einmal mit ihrer stimmlichen Wandlungsfähigkeit. Den Wechsel von Cleanvocals zu fiesen Growls hat sie drauf wie ihre Vorbilder, und ihre Band im Hintergrund erzeugt die solide Basis, die es für eine Metalband braucht. Vom Geezer Butler-Basssound über blitzschnelle Gitarrensolos und Doublebass-Attacken liefern KENDRA eine musikalische Vollbedienung.

KENDRA (Pic by Reinhold Strasser)

Ziemlich heavy ging es danach auch mit THE CATALYST weiter, die ich nach ihrem gelungenen Auftritt in der ersten Vorrunde, auch noch mal bei einem DIY-Event erleben durfte, bei dem gleich drei Bands aus den Vorrunden auftraten. Und auch am heutigen Abend zeigte die Heavy Rock-Formation aus Kremsmünster, dass sie es wissen will, um in Zukunft noch mehr Konzerte spielen zu können. Die Riffs der zwei Gitarristen und die Rhythmusgruppe aus Schlagzeug und Bass legten das Fundament, über dem sich die sympathische Sängerin Celine auspowerte.

Fast schon durchchoreografiert kann man die Show von ANTILOOPE bezeichnen, denn Frontmann Alex agierte teilweise wie ein Schauspieler, um das Publikum anzuheizen. Neben seiner hervorragenden Gesangsleistung faszinierte er auch durch seine Ausstrahlung. Bandleader Luca an der Leadgitarre steuerte fetzige Soli bei, Bassistin Anna und Rythmusgitarrist Tobias legten lässig das Soundfundament, dem Drummer Florian ordentlichen Punch verlieh. ANTILOOPE heben sich definitiv ab und begeistern einerseits durch einfallsreiches Songwriting als auch durch tanzbare Rhythmen.

Die Mundartrocker FAUXPAS aus Graz mit ihrem Frontmann Lukas aus Steyr hatten durch die aufgeheizte Stimmung leichtes Spiel mit dem Publikum. Der Sänger und Gitarrist ist durch seine unzähligen Auftritte mit einer bekannten Showband absoluter Profi auf der Bühne. Seine Mitmusiker unterstützen ihn aber genauso souverän auf ihren Instrumenten. Der Unterschied zu den anderen Bands des Abends sind aber die Mundartexte in KRAUTSCHÄDL-Manier. Und so wie die Fans bereits bei den Refrains mitsangen, würde es mich nicht wundern, wenn sich FAUXPAS in Österreich rasch eine große Fanbasis erspielen.

FAUXPAS (Pic by Reinhold Strasser)

Den Abschluss des lässigen Konzertabends lieferten, wie schon in der letzten Vorrunde, die Grunge-Punkrocker 15GB ab und machten währen ihres Auftritts keine Gefangenen. Bei einem für 15GB genreuntypischen Song im LINKIN PARK Style setzte Gastrapper Simon frische Akzente. Die anderen Songs präsentierte die Dreier-Besetzung aber genauso fetzig und voller Elan und somit durfte das Publikum nochmal die letzten Energiereserven zum kollektiven Abgehen verbrauchen.

Der Konzertabend war so großartig, abwechslungsreich und angenehm für Bands und Publikum, dass ich solche Events für Musikinteressierte, zum Entdecken neuer lokaler Bands nur empfehlen kann. Wir sehen uns spätestens im Regionalfinale in der Zuckerfabrik in Enns am 29.09. wieder, bei dem die Stimmung sicher genauso sein wird, wie im Röda in Steyr.


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