24.06.18, Colos-Saal, Aschaffenburg

V8 WANKERS & ROSE TATTOO

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 29.06.2018

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"Es gibt Leute, die nur aus dem Grund in jeder Suppe ein Haar finden, weil sie davor sitzen und so lange den Kopf schütteln, bis eines hineinfällt." Der Spruch von Friedrich Hebbel ist mir als erstes in den Gedankengang gestoßen, als ich mir die ersten Ideen etwas zu Schreiben für dieses Konzert von ROSE TATTOO gemacht habe. Denn man muss ehrlich sein, es gab hier nicht den Ansatz oder den Hauch pessimistisch zu sein. Weder vor oder nach dem Konzert. Ob es nun "Nice Boys" sind, die den Rock 'n' Roll spielen sei dahingestellt.

Die Zugabe, es war nur das "Nice Boys" ...playin` Rock'n' Roll, war der fulminate Schluss eines Abends, der sicherlich noch so manchem in zwanzig Jahren in einer Schublade im Gehirn haften geblieben sein wird. Schönheit ist Ansichtssache. Mit Schönheit, dem Allroundwort für "gut", mehr oder minder, lässt sich ein Hammer-Konzert ganz sicher nicht abtun. Das geht schon über die Grenzen von intergalaktisch weit hinaus. Und "intergalaktisch" lässt sich sehr schwer beschreiben oder gar erklären. Man muss es gesehen und gehört haben. "Erlebnisse" dieser Art haben einen Charakter von Unendlichkeit. Man kann noch Wochen von den Erinnerungen zehren. Ein Grinsen zieht sich hierbei durch die Gesichtsmuskeln. Ob hier ein Stück weit Wahnsinn gepaart mit Kunst im Spiel gewesen ist? Wer weiß das schon. Die Gratwanderung ist allemal nicht ungefährlich. Welche Rück- beziehungsweise Schicksalsschläge hier auf der Bühne Versammlung fanden, ist irgendwie doch von Bedeutung. Denn man kommt meist stärker aus einem Schicksalsschlag, einer Krankheit hervor. So wie im Falle von Angry Andreson, der an Krebs erkrankt war. Ob er diese Krankheit letztlich besiegt hat? Wer weiß das schon, außer die Götter? [Das Internet zum Beispiel ? Anm.d.Korr.] Der Auftritt von ROSE TATTOO im Colos-Saal war einfach bärenstark. Wie man in einen musikalischen Rausch hineingezogen wird? Keine Ahnung. Es geschieht von alleine. Es passiert, ohne das man eine Wahrnehmung davon hat, einvernehmend, umgarnend, bis der finale Stich sitzt.

Noch ehe man sich daran gewöhnen durfte, waren im Nu gut und gerne fast zwei Stunden Konzertorgie vom Feinsten nicht nur heruntergespült wie ein Glas Leitungswasser. Auch nicht heruntergespult so einfach im Vorbeigehen. Nein, es war so außergewöhnlich gut, dass einem hier die Worte, die hierfür passend wären, nicht annähernd in den Sinn gelangen wollen. Hier gibt es keine Superlative, Nörgler hin oder her, die diesem Konzert gerecht werden würden. 


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