12 07 - 13 07 18, Liqueur Company R. Jelínek, Vizovice

Masters Of Rock 2018 - Tag 1 und 2

Text: Walter Thanner | Fotos: Roland Steindl, Walter Thanner
Veröffentlicht am 20.07.2018

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Nach sechsstündiger Anfahrt mit meinen drei Begleitern Roly, Zoatal und Obi, und dem Beziehen der Hotelzimmer ging es auch gleich zum Festivalgelände. Das MASTERS OF ROCK findet alljährlich in der Jelinek Destillery in Vizovice (Tschechien) statt. Nach Bändchen-Umtauschl und Akkreditierungs-Check stand einem (und das schon im Voraus!) Hammerfestival nichts mehr im Wege.
Ich entschuldige mich hier, dass ich nicht alle Bands ausführlich schreiben kann, aber das ist bei dieser Vielfalt einfach nicht möglich. Ich hoffe aber, die Fotos entschädigen dafür ein wenig.


Tag 1:
Lineup:
DIOLEGACY
INFECTED RAIN
GLORYHAMMER
SINNER
LOUDNESS
VAN CANTO
ANNIHILATOR
IN EXTREMO
POWERWOLF
ARKONA

Die erste Band, die wir gesehen haben, war eines der deutschen Metalurgesteine: SINNER. Gekonnt und routiniert lieferten Mat Sinner, Alex Beyrodt und Tom Naumann einen starken Powermetal-Set ab. Das tschechische Publikum, welches vor allem auf die deutschen Powermetal Bands steht, feierte SINNER dementsprechend ab.

Weiter ging es mit der Band aus dem Land der aufgehenden Sonne: LOUDNESS. Die Japaner haben es trotz fortgeschrittenen Alters und längerer Bühnen-Abstinenz noch immer nicht verlernt und präsentieren einen Supergig mit gut gelaunten Musikern und vielen Klassikern. VAN CANTO ist ja nicht gerade mein Ding, aber ich muss der Dame und den Herren zubilligen, das sie hervorragende Stimmen haben und diese auch gekonnt in Szene setzen. Die Coversongs, etwa von NIGHTWISH, sind gut arrangiert und haben eine gewisse Authentizität.

Anschließend folgt der erste richtige Thrash-Hammer mit ANNIHILATOR. Die Jungs um Mastermind Jeff Waters nützen die große Bühne aus und bangen was das Zeug hält. Ein Klassiker nach dem anderen reiht sich nahtlos in die Performance der Band ein und lässt kein Auge trocken. Sicher der erste Höhepunkt auf diesem Festival, aber nicht der letzte.

Mit IN EXTREMO ist das so eine Sache. Entweder man mag sie oder hasst sie. Bei mir ist es so zwischen drinnen, aber ich gestehe, das sie ihren Set gekonnt, professionell und mit viel Leidenschaft durchgezogen haben. Der Einsatz der verschiedenen mittelalterlichen Instrumente hat mich live dann doch fasziniert.

Jetzt war es Zeit für die ultimative Metalmesse, denn POWERWOLF kamen auf die Bühne. Die Bühnendekoration ist ja bei POWERWOLF sensationell und die Performance war es auch. Sänger Attila mit seinen Mannen hatte das Publikum sofort im Griff (es war immerhin nicht der erste Auftritt beim MoR) und die dankbare Menge bangte was das Zeug hielt. Mit Songs aus dem neuen Album „The Sacraments Of Sin“ und anderen bekannten Songs hat die Band nichts falsch gemacht und einen Hammergig hingelegt. Ein weiteres Highlight auf diesem Festival.

Setlist POWERWOLF (ohne Gewähr):

Lupus Daemonis
Blessed & Possessed
Army of the Night
Resurrection by Erection
Amen & Attack
Demons Are a Girl's Best Friend
Dead Boys Don't Cry
Armata Strigoi
Let There Be Night
All We Need Is Blood
Fire and Forgive
Werewolves of Armenia
Incense & Iron  (Live premiere) 
Sanctified With Dynamite
We Drink Your Blood
Lupus Dei
Wolves Against The World

Zurück ins Hotel, und noch Nachbesprechung im Irish Pub, die dann auch etwas länger gedauert hat - und dann ab ins Körbchen um für Tag zwei fit zu sein.


Tag 2:
Lineup:
THE NEW ROSES
DALRIADA
TANJA
SHAKRA
DR. LIVING DEAD
NOCTURNAL RITES
AVATARIUM
TURISAS
ARCH ENEMY
HELLOWEEN
AMORPHIS

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem Pilsener im Hotelgarten ging es wieder mit dem "Metal Train" (Ich nenne diesen Zug so!) zum Festivalgelände. Auf Grund einer Zugverspätung habe ich von SHAKRA aber nur mehr die letzten Songs gehört, aber die waren, mit einem stimmlich gut aufgelegten Mark Fox am Mikro, sehr gut. DR. LIVING DEAD wirken mit ihren Masken und den Baseball-Klamotten etwas komisch, gaben aber mit ihrem Crossover-Metal ziemlich Gas und kamen beim Publikum gut an. Der Moshpit war eröffnet.

Die Melodic-Metaller NOCTURNAL RITES lieferten dann mit ihren Songs genau das Gegenteil. Schade dass bei dem Gig so viel von der Konserve kam. Keyboard, Chöre und Ähnliches war alles eingespielt und meiner Meinung nach auch mehrere der Gesangspassagen. Der Crowd hat es trotzdem gefallen und die Band wurde frenetisch bejubelt. AVATARIUM hat für mein Dafürhalten einen soliden aber eher belanglosen Set, trotz der hübschen Frontfrau, abgeliefert. Bei diesem Gig ist bei mir absolut nichts hängen geblieben [Dafür darfst du dich jetzt fünf Minuten auf die stille Treppe setzen, Walter! Anm.d.Korr.].

Die Pagan-Metaller TURISAS nutzten das ganze Spektrum der Bühne aus und waren auch optisch mit ihren Bemalungen und der aufwändigen Bühnendekoration ein Blickfang. Begeistert hat das Publikum die einzelnen Songs aufgesogen und mitgesungen. Ein sehr guter Gig.

Als Nächstes war Blauschopf (Jetzt mit Dauerwelle!) am Programm. ARCH ENEMY zeigten, warum sie eine der derzeit angesagtesten Bands sind. Mit Musikern wie Michael Amott, Jeff Loomis und dem Blickfang Alissa White-Gluz ging im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Hier wurde gebangt, geschreddert und gegrölt. Die ganze Band war in Topform und daher blieb auch bei der bangenden Meute kein Auge trocken. Hier wurde dem Publikum eine Power vor dem Latz geknallt, die es in sich hatte. Das nächste Highlight!


Als Headliner am Freitag gaben sich HELLOWEEN unter dem Motto PUMPKINS UNITED mit Michael Kiske, Andi Deris, Kai Hansen und Anderen die Ehre. Hier wurden Klassiker von HELLOWEEN wie "I Want Out", "Dr. Stein“ und neuere Songs geboten. Kiske und Deris waren hervorragend bei Stimme und über die restlichen Musiker muss man auf Grund ihres Könnens kein Wort mehr verlieren. Die Gesangsbattles zwischen KIske und Deris waren sensationell und die Stimmung beim Publikum war am Siedepunkt. Hier wurde fast jeder Song mitgesungen und die gesamte Band hatte auch sichtlich Spaß daran. Leider wurde mein Highlight - „Keeper Of The Seven Keys“ - nur kurz intoniert, weil es der vorgebenen Spieldauer zum Opfer fiel. Das nächste Highlight!

Setlist HELLOWEEN - PUMPKINS UNITED (ohne Gewähr):

Halloween (Kiske, Deris) 
Dr. Stein  (Kiske, Deris) 
I'm Alive  (Kiske) 
Are You Metal?  (Deris) 
Perfect Gentleman  (Deris) 
Starlight / Ride the Sky / Judas (Kai Hansen) 
Heavy Metal (Is the Law) (Kai Hansen) 
If I Could Fly  (Deris) 
Pumpkins United  (Kiske, Deris, Hansen) 
Drum Solo
Livin' Ain't No Crime / A Little Time  (Kiske) 
March of Time  (Kiske) 
Sole Survivor  (Deris) 
Power  (Deris) 
How Many Tears  (Hansen, Kiske, Deris) 
Invitation
Eagle Fly Free (Kiske) 
Keeper Of The Seven Keys [Excerpts]  (Kiske, Deris) 
Encore:
Future World
I Want Out  (Kiske, Deris) 

Erschöpft aber happy ging es zurück ins Hotel zur obligatorischen Nachbesprechung im Irish Pub, welche dann noch sehr ausführlich war.

Hier gehts zum Bericht und den Fotos von Tag 3 & 4


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