14 07 - 15 07 18, Liqueur Company R. Jelínek, Vizovice

Masters Of Rock 2018 - Tag 3 und 4

Text: Walter Thanner | Fotos: Roland Steindl, Walter Thanner
Veröffentlicht am 19.08.2018

» Hier gehts zur Galerie...

 


Tag 3
Lineup:

GATE CRASHER
DRAGONY
DOGA
THOBBE ENGLUND
BLOODBOUND
POWER 5
THE UNITY
KAMELOT
AVATAR
LORDI
DIRKSCHNEIDER
DIE APOCALYPTISCHEN REITER

Nach einer längeren Nachbesprechung, kurzer Schlafphase, Dusche, Frühstück und Smalltalk auf der Hotelterrasse gings dann wieder mit dem „Metal Train“ zum Festivalgelände. Als erste Band am dritten Tag war BLOODBOUND angesagt, welche, trotz einiger technischer Probleme, einen ordentlichen Set hinlegten und vom Publikum abgefeiert wurden. Leider mussten HARDLINE ihren Gig canceln, da sie, wie ich später gehört habe, am Flughafen in Frankfurt fest saßen. Für sie ist die einheimische Band POWER 5 eingesprungen und der geplante Set von THE UNITY wurden nach hinten verlegt. Auch THE UNITY hatten mit technischen Problemen zu kämpfen, aber der sympathische Fronter Gianbattista Jan Manenti und Henjo Richter an der Gitarre zeigten eine enorme Spielfreude und Begeisterung und versprühten an diesem sonnigen und heißen Tag einfach nur gute Laune. Bin schon mal auf das kommende Album der Truppe gespannt.


Mit der nächsten Band KAMELOT kam dann wieder einmal ein Highlight. Mit Tommy Karevik am Mikro hat die Band einen würdigen Ersatz für Roy Khan gefunden. Auch die Reporter im Fotograben hatten zu kämpfen: Hinten Publikum: heiß, Vorne Feuer Fontänen: heiß, Oben Sonne: heiß, zusammen superheiß! KAMELOT lieferten eine super Show ab und bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht viele Fans und Fanclubs auf dem Globus haben. Ich wurde z.B. von einem Fanclub aus Australien angeschrieben, ob sie meine Fotos teilen dürfen! Mit „Liar, Liar“ entließen sie ein sichtlich zufriedenes und vor allem durstiges Publikum in eine kurze Pause.

In dieser Umbauphase wurde das „AVATAR COUNTRY“ aufgebaut. Dass sich die Musiker von AVATAR nicht ganz ernst und selbst auf die Schippe nehmen, zeigten sie den Reporter bei der Pressekonferenz. Jede der gestellten Fragen wurde zuerst durch den König „Her Majesty“ eingesagt und dann durch einen Musiker beantwortet. Der Bühnenaufbau war schon enorm und die dazu gehörige Show eine Inszenierung. Hier wurde geposed, geblödelt und gebangt was das Zeug hält. Zugegeben, ich bin kein großer Fan der Band, aber live sind sie es allemal wert zum Anschauen.
Die Schockrocker von LORDI stehen als nächstes auf dem Programm. Wie kann man bei dieser Hitze diese Kostüme aushalten. Aber sie liefern sowohl visuell als auch akustisch einen starken Auftritt ab und die LORDI Army wird wohl danach wieder mehr Mitglieder haben. Hier wird mit Feuer, Trockeneis (das wir im Fotograben auch abbekommen haben) und diversen theatralischen Monsterauftritten nicht gespart. Gelungener Auftritt!


Als letzte Band des Tages war für mich der German Tank Udo Dirkschneider angesagt. Bei der Pressekonferenz konnten wir uns drei Songs vom kommenden U.D.O. Album „Steelfactory“ anhören, welche einiges versprechen. Auf die Frage, was das Publikum bei der heutigen Show erwartet, kam nur die Antwort: „Jukebox“!. Ich habe danach Udo gefragt, wo ich den Euro für meinen Wunschsong hinwerfen muss, worauf er lachend geantwortet hat: „Einfach auf die Bühne!“. Das habe ich aber dann doch nicht gemacht, ein wenig draufgelegt und mir ein kühles Blondes genehmigt. Der Set war dann geprägt von einem super Sound und einer von Spielfreude strotzenden Band. Dass das Stageacting von Udo nicht gerade der Burner ist, weiß man ja, aber das wurde durch Gitarrist Andrey Smirnov und Dirkschneider jun. Sven an der Schießbude kaschiert, denen es immer wieder gelang das Publikum zu fesseln. Natürlich trugen Klassiker von ACCEPT maßgeblich zu den fanatischen Reaktionen im Publikum bei. Mit „Fast As A Shark“ und „Balls To The Walls“ wurde ein begeistertes Publikum in die Nacht entlassen.

 

Setlist DIRKSCHNEIDER: (Ohne Gewähr)

Intro .
The Beast Inside
Aiming High
Bulletproof
Midnight Mover
Living for Tonite
Another Second to Be
Princess of the Dawn
Restless and Wild
Son of a Bitch
London Leatherboys
Up to the Limit
Breaker
Screaming for a Love-Bite
Love Child
Russian Roulette

Metal Heart
I'm a Rebel
Fast as a Shark
Balls to the Wall
U Can't Touch This

Zurück in das Hotel und die obligatorische Nachbesprechung im Irish Pub. Vorbereitung für den vierten und letzten Tag.

Tag 4
Lineup:

SALAMANDRA
NERVOSA
ALKEHOL
SILENT STREAM OF GODLESS ELEGY
MASTERPLAN
DESTRUCTION
ORDEN OGAN
DORO
KORPIKLAANI
GENE SIMMONS BAND

Langsam schwinden die Kräfte und die ersten drei Tage machen sich bemerkbar, aber da muss man durch. Also auf am Sonntag zum vierten und letzten Tag des Masters Of Rock Festivals 2018.
Als erste Band war MASTERPLAN mit Roland Grapow und Rick Altzi angesagt. Bei strahlendem Sonnenschein begann der Set gleich mit dem Hammersong „Enlighten Me“ wobei der berühmte Funke sofort auf das Publikum übersprang. Natürlich hat Rick einen schweren Stand, wenn man Nachfolger eines Ausnahmesängers wie Jorn Lande ist und mit ihm auch verglichen wird. Zudem wurden fast nur Songs aus der Lande und HELLOWEEN Ära gespielt. Dies tat aber der positiven Stimmung keinen Abbruch und die Band wurde auch durch die Menge abgefeiert. Weiter gings mit Schmier und seinen DESTRUCTION, die der tobenden Menge eine Lehrstunde in Sachen Thrashmetal servierten. Hier wurde gerockt und gebangt was das Zeug und wahrscheinlich musste der eine oder andere Nackenmuskel im Publikum nach dem Set wieder eingerichtet werden. Wie Schmier in einem Facebook Kommentar geschrieben hat: „Heiß wars, aber geil!“

Als nächstes kam der Wilde Westen mit den Gunmen von ORDEN OGAN. Sebastian „Seeb“ Levermann kam diesmal ohne Gitarre auf die Bühne, da er sich, wie der Verband zeigte, den Daumen gebrochen hatte. Ein Kracher jagte den anderen und wurde begeistert vom Publikum aufgesogen. Die Band lieferte einen tollen Set ab und wurde auch dementsprechend abgefeiert.

Sie „kam, sah und siegte“. Die Rede ist von der Metal Queen DORO. Bei DORO gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liebt oder hasst sie. Bei der anwesenden Meute war eher ersteres der Fall. DORO scheint wirklich nicht älter zu werden, denn sie wirbelt auf der Bühne wie ein junges Küken und ist stimmlich noch absolut auf der Höhe. Auch ihre Mitstreiter zeigen eine enorme Spielfreude und der ganze Gig wird fast wie ein Heimspiel für DORO. Jeder Song wird abgefeiert, es wird gesungen, gebangt und Rosen auf die Bühne geworfen. Top Set von DORO!

KORPIKLAANI habe ich mir dann verkniffen, denn das ist nicht wirklich mein Musik Geschmack und bin stattdessen zur amüsanten Pressekonferenz zu „Mr. Langzunge“ Gene Simmons gegangen. Nach einer reichlichen Verspätung betritt er das Pressezelt und begrüßt die Anwesenden in mehreren Sprachen. Auf meine Frage, dass er in einem Interview gesagt hat, dass ehemalige Bandmitglieder von KISS bei der nächsten Tour als Special Guest dabei sind, kam die Antwort: „Glaubt nicht alles, was ihr lest!“. Weiters habe ich ihn gefragt, ob er das Posting des Basejumpers Felix Baumgartner kennt, wo eine Foto zu sehen mit dem Kommentar: Mit meinem Freund Ozzy Osbourne und tatsächlich Gene Simmons auf dem Bild war, kam die Antwort: „Ja ich kenne Felix, habe auch den Sprung und das Posting gesehen. Wir haben darüber sehr gelacht.“ Der Set der GENE SIMMONS BAND bestand hauptsächlich aus KISS Nummern und wurde dementsprechend begeistert aufgenommen. Da Gene in der Mitte des Auftritts eine Basssaite gerissen ist und er keine zweite dabei hatte, musste kurzfristig der Bass von KORPIKLAANI herhalten. Mit „Rock N Roll All Nite“ beendet die Band ihren Set und damit auch das Masters Of Rock Festival 2018.

 

 

Setlist Gene Simmons Band (ohne Gewähr)

Deuce
Parasite
Shout It Out Loud
Are You Ready
I Love It Loud
Long Tall Sally
Love Theme from Kiss
War Machine
Almost Human
Do You Love Me
I
Calling Dr. Love
Let Me Go, Rock 'N' Roll
Rock and Roll All Nite

Mein Fazit nach vier Tagen ist ganz einfach: Tolles Festival, tolle Bands und ein tolles Publikum. Hier ist wirklich vom Urenkel bis zum Uropa alles vertreten und das nur aus einen Grund: Musik, gute Laune, nette Menschen und wieder Musik. Das Preis – Leistungsverhältnis auf diesem Festival ist meiner Meinung nach sowieso einzigartig. Wird bei den „Großen Festivals“ gerade bei Getränken und Speisen ordentlich abgezockt, bekommt man hier zum Beispiel ein 0.5 l kühles Blondes um etwa € 1,55.-.
Meinen herzlichen Dank möchte ich der HEAD OF PR Crew, allen voran Yassi und Peter und George von Praga Konzerts, für die hervorragende Betreuung während des gesamten Festivals aussprechen.
„See You Next Year, Same Time, Same Station!“


Hier findet ihr Berichte und Fotos von Tag 1 & 2


WERBUNG: Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrammstein kommen nach Wien
ANZEIGE
WERBUNG: Escape Metalcorner
ANZEIGE