29.09.2018, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer, Wien

EUROPE & KING KING

Veröffentlicht am 02.10.2018

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Im September 2018 beehrten uns die fünf Schweden mit ihrem neuen Album „Walk On Earth“. Als ich zufällig auf das Album „Prisoners In Paradise“ auf einem Schallplatten-Flohmarkt gestoßen bin, habe ich die Schweden in mein verrauchtes Herz geschlossen. Vor lauter Freude auf EUROPE stand ich schon eine Stunde vor Showbeginn am Eingang.

Nach dem Eingang zwei Mal nach links fallen und man befindet sich im Merchbereich. Von Häferl bis zu Zipp-Weste kann man zwischen 10 und 45 Euronen einige Artikel von der Band erwerben. In der Wiener Gasometer-Halle sah man schon von Weitem, dass auch Jan, der Augustinverkäufer, der bei jeder Hardrock- oder Metalshow in Wien seine Brötchen "verdient", es wieder geschafft hatte, an ein Ticket heranzukommen.  

Im Schlepptau hatte EUROPE die Combo KING KING. Pünktlich um acht begann die Vorband mit ihrem Auftritt. Ein etwas seichter Start in den Hair Metal-Abend in Wien. Mit langen Rockballaden und halbherziger Stimmungsakrobatik wurde das Publikum eher in den Schlaf gesungen als angeheizt. Nach 45-minütiger Wiegenlied-Performance gab es eine halbstündige Changeover-Time. Die Pause nutzten die meisten Menschen, um sich die Bierbecher aufzufüllen zu lassen oder die feschen Jägermeister-Shotgirls mit ihrem Geld zu bezirzen. 



EUROPE leitete die Show mit angespannter Dramatik ein. „Walk The Earth“ ist offensichtlich der Anfang ihrer Walk The Earth-Tour. Das Licht ging an und die fünf Rocker standen in Position. Joey Tempest schien ein bisschen zu aufgedreht zu sein. Er animierte das Publikum zum Winken, Schreien und zum Mitsingen. Als EUROPE mit ihrem Partysonghit „Rock The Night“ Stimmung machten, warf das sogar Joey Tempest sichtlich um. Dieser kleine Fauxpas brachte den Musiker dennoch nicht so leicht aus seinem Flow.

In der ersten Hälfte des Auftritts war die Lichttechnik atemberaubend. Das Team von EUROPE legte sich mächtig ins Zeug und zeigte dem Publikum, was für ein Lichtspiel man mit Scheinwerfen zaubern kann. Als kleines Zuckerl für die österreichischen Fans wurde während des Lieds „Last Look At Eden“ die Halle in den Nationalfarben Rot-Weiß-Rot bestrahlt. 



Die Bandmitglieder waren mit allen Wassern gewaschen. Neben der tadellosen Spielkunst von EUROPE fanden sie auch Zeit für kleine Spielchen mit dem Publikum. Man hatte das Gefühl, in die Show mit eingebunden zu sein. Zur Halbzeit gab es ein Drumsolo von Ian Haugland, der über die Ouvertüre von Willem Tell in die Trommeln hineinhämmerte. 

Als Zugabe konnte sich die schwedische Band den Song „Cherokee“ nicht verkneifen, und das zu Recht; das Lied schaffte es unter die Top 100 der Billboardcharts. Nach eineinhalbstündiger Hair Metal-Ekstase sehnte sich das Publikum natürlich nach der Hymne „The Final Countdown“. EUROPE hat sich diesen Klassiker klarerweise bis zum Schluss aufgehoben. Die Menge konnte ihre Körper nicht mehr stillhalten und hüpfte im Rhythmus mit. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.



Das Schlusslicht „The Final Countdown" war genau das Richtige, um den Abend ausklingen zu lassen. Joey Tempest fühlte sich auf der Bühne von Anfang an sichtlich wohl. Das wird auch der Grund sein, warum der kleine Stolperer dem Musiker in seiner Performance nichts anhaben konnte.
 

Mehr Fotos auf stills.eraserhead.at!


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