28.09.2018, OKH Vöcklabrück, Vöcklabruck

Rock im Sixpack - Tag 1

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 04.10.2018

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Das Rock im Sixpack ist ja schon so etwas wie eine Institution in Oberösterreich. Umso überraschender ist es, dass der kleine Schreiberling an einem Wochenende im endenden Monat September zum allerersten Mal eine Veranstaltung dieser Reihe besuchte. Böse Zungen behaupten, es läge daran, dass das Rock im Sixpack bisher immer in Wels stattfand (wer die Streifzüge des Anthas verfolgt, wird es dennoch des Öfteren in der Messestadt gesichtet haben...) und erst seit dem Umzug ins OKH von Vöcklabruck in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt ist. Natürlich ist das vollkommen richtig, denn die bisherigen Terminüberschneidungen mit anderen Veranstaltungen wurden selbstverständlich konsequent genutzt, um einen Bogen um diese Veranstaltung zu machen. Warum also fand sich der Berichterstatter dieses Mal, beim ersten zweitägigen Rock im Sixpack, trotz ebenfalls vorhanden gewesener Terminüberschneidungen, doch dort ein? Ganz klar – er hatte einfach gerade nichts Besseres zu tun!

Zur Sicherheit hängen wir an dieser Stelle ein riesengroßes Schild mit der Aufschrift [ IRONIE ] an die reißerische Einleitung und lassen den kleinen Schreiberling, der sich übrigens sehr freute, es endlich einmal zum Rock im Sixpack geschafft zu haben, wie gewohnt von seinen Erfahrungen berichten. Das Lineup des ersten Tages, ausschließlich aus dem Rock-Bereich, hatte es nämlich bereits ziemlich in sich. Neben dem Headliner SERGEANT STEEL gab es auch noch INSÖRT, 15GB, SNOWBLIND DINOSAURS und MOONIGHT auf die Lauschlappen.


Letztere MOONIGHT machten dann auch mit lässigen Rock-Klängen den Anfang. Zwar agierte der Sänger bisweilen ein wenig schräg neben der Tonspur, doch dank coolen, flotten Klängen und sympathischer Performance konnten die vier Welser beim leider noch sehr spärlich anwesenden Publikum punkten. Auch der Berichterstatter behielt von den mächtig Gas gebenden MOONIGHT einen kleinen Ohrwurm zurück, während die Handvoll Besucher fleißig Applaus für die starke Performance spendete. Mit mehr Publikum hätten MOONIGHT bestimmt besser durchgezündet!


Mit den SNOWBLIND DINOSAURS ging es dann weiter – die Zuschauer wurden zwar nicht mehr, doch Lautstärke und Schnelligkeit wurden in die Höhe geschraubt. Zwar war auch hier der Gesang bisweilen ein wenig schräg, doch transportierte dabei eine schön rotzige Attitüde. Durch die wirklich magere Kulisse (wo sind die Leute auf einmal hin...?!) tat sich der Dreier wirklich schwer mit seinem geradlinigen, mit teils etwas punkigem Einschlag versehenen Rock Aufmerksamkeit zu erregen. Wirklich schade für die Band, denn für ihre frische, energiegeladene Performance hätten sich die drei Herren mehr Begeisterung verdient gehabt...


Mit 15GB (Fuffzehn Gigabyte) aus Wels kam der Abend dann endlich ein wenig ins Rollen. Zwar konnte man sich noch immer über die mageren Zuschauerzahlen mokieren, doch dafür konnte der heavy Ohrwurmrock von 15GB beim Publikum endlich zünden. Kurzzeitig entstand in der Halle sogar ein sehr motivierter Moshpit, was angesichts der intimen Kulisse durchaus bemerkenswert war. Eingängige, oft ein wenig punkige Songs machten es den Leuten aber auch wirklich leicht und selbst der abgefahrene Crossover-Titel mit Gast-Rapper konnte punkten. Angesichts anhaltenden Applauses war sogar noch eine Zugabe drin – die tolle Stimmung hätte man gerne auch bei den vorhergehenden Bands gesehen!


Wofür man den (ober-)österreichischen Musikuntergrund einfach lieben muss, das sind stilistische Auswürfe wie die abgefahrenen Psycho-Space-Alternative-Funk-Alles-Zusammenmischer INSÖRT aus Eberstalzell. Kommt der musikalische Wahn dieses schräg kostümierten Haufens bereits auf CD perfekt rüber, so setzen INSÖRT mit ihrer abgedrehten Live-Performance noch einen drauf. Angesichts verrückter Kostüme, noch verrückterer Verrenkungen und noch viel, viel verrückterer Songs, weiß man schier gar nicht wo man zuerst hinschauen oder hinhören soll, wenn der Fronter im heißen Kleidchen lasziv über die Bühne tanzt und zwischen Rock, Funk und Psycho-Sound die komplette Klangpalette durchgeackert wird. Auch das Publikum zeigte sich vom gelebten Wahnsinn von INSÖRT sichtlich beeindruckt, denn die Leute gingen richtig gut mit und grölten auch so manchen Heuler ausgiebig mit. Oftmals erinnerte die sympathisch-schräge Performance und der absurde Witz der Lyrics dabei auch an die Anfangszeiten der heimischen Kult-Formation EAV – dafür muss man die Buam von INSÖRT einfach gern haben.


Als Headliner konnten SERGEANT STEEL leider auch nicht auf spontane Publikumsvermehrung bauen, dennoch blieben die Zuschauer vollzählig anwesend und ließen sich von den gerne ein wenig schlüpfrig dargebotenen Klängen der Linzer mitreißen. Und SERGEANT STEEL ließen sich auch von der mageren Kulisse nicht beeindrucken und lieferten gekonnt und mit sichtlich Spaß an der Freude eine enorm starke Show ab, bei der auch wirklich 100% gegeben wurde! Keine Unlust, keine Unaufmerksamkeiten – SERGEANT STEEL rockten die Hütte mit ein paar dutzend Besuchern, als wären es mehrere hundert, die da im Auditorium die Hände in die Höhe reckten und so manchen schmissigen Titel laut, vielleicht falsch, aber dennoch voller Begeisterung mitgrölten. Was der Berichterstatter dann natürlich pflichtschuldigst auch tat  - wer bei Titeln wie „Cry Out Your Heart, Baby“ oder „Young And Hungry“ still stehen kann, dem ist allerdings auch nicht mehr zu helfen...
 

Tja, was bleibt über den ersten Tag des Rock im Sixpack noch zu sagen? Viel Gutes und kaum Schlechtes – lediglich die ausbleibenden Besuchermassen erwiesen sich ein wenig als Spielverderber des Abends, denn die starken und durch die Bank hochmotivierten Bands hätten mehr Begeisterung und mehr Kulisse vor der Bühne wirklich verdient gehabt.

Eine erweiterte Galerie des ersten Tages findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.
Wie es anderntags am Metal-Tag aussah, könnt ihr auch in Kürze hier bei uns lesen!


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