29.09.2018, OKH Vöcklabrück, Vöcklabruck

Rock im Sixpack - Tag 2

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 05.10.2018

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Nach einem eher Besucherarmen ersten Tag, ging es am Rock im Sixpack am Folgetag weiter mit einer vollen Breitseite an Heavy Metal – und dann glücklicherweise auch mit deutlich mehr Zuschauern! Zwar musste die Opener-Band UNCLE J. kurzfristig absagen, da sich deren Sänger mit dicker Backe noch am Nachmittag vor der Show einer Wurzelbehandlung unterziehen musste (gute Besserung!), doch das verbliebene Sechserpaket an Bands der härteren Gangart ließ auch so keine Wünsche offen.
 

Gleich zum Auftakt gab es Stoff zur Eskalation, bei den Mondseern von DAZE AFFECT, die mit starkem Hardcore gleich einmal für Bewegung im zunächst noch spärlich besetzten, aber sich schnell füllenden Auditorium sorgten. Der Slot als Opener ist ja immer ein wenig undankbar, doch DAZE AFFECT ließen sich nicht beirren und versenkten ihren musikalischen Stiefel mit sichtlicher Hingabe in den Kauleisten der Anwesenden. Man kam nicht umhin zu bemerken, dass die vier Mondseer, durch die vielen abgespulten Gigs in den letzten beiden Jahren immer besser und besser werden. Jetzt wäre es wirklich mal an der Zeit für größere Bühnen und spätere Slots!


METAMORFF im Anschluss gaben musikalisch ebenfalls ordentlich Gas und groovten und schrien sich mit großem Enthusiasmus durch ein kurzweiliges, technisch starkes Set. Mit streckenweise ordentlichem, direkt thrashigen Dampf unterm Hintern konnten sie beim Publikum schnell landen, das pflichtbewusst die Rüben schüttelte.


Und kann dem Berichterstatter an dieser Stelle bitte jemand sagen, was man den hernach die Bühne enternden RAZE YOUR GODS an diesem Abend ins Essen gemischt hat? Mit dermaßen Hummeln im Arsch hatte man die Herren ja noch nie gesehen! Vor allem Fronter Patrick schädelte und brüllte sich zu den groovig-corigen Klängen so dermaßen die Seele aus dem Leib, dass es einfach nur eine Freude war zuzusehen. Von der erst kürzliche erfolgten Neubesetzung (Neuer Schlagzeuger, Stamm-Drummer Elias wechselte an die Lead-Gitarre) merkte man bis auf einige vernachlässigbare Fehlnoten in den Solos gar nichts – eher im Gegenteil, hatte man das Gefühl dass RAZE YOUR GODS in dieser Form schon ewig zusammenspielen würden. Die Zuschauer dankten es, indem sich die ersten Leute zu den genickbrechenden Klängen so richtig zerstörten und die Truppe im Anschluss mit lautem Applaus eindeckten.


Ab dann ging es Schlag auf Schlag, denn auch zu FACELESS ENEMY aus Laakirchen fand sich das Publikum wieder vollzählig vor der Bühne ein, um die knackige Heavy/Thrash-Mixtur derbstens abzufeiern. Die traditionelle Wall Of Death, die Sänger Patrick gerne einfordert, fand natürlich auch im OKH statt und auch der ein oder andere Moshpit wurde angerissen. Für manisches Grinsen beim Berichterstatter sorgte die hochunterhaltsame Coverversion von HUBERT VON GOISERNs „Hiatamadl“, die sich nahtlos ins schmissige, mitgrölfähige Songmaterial der Laakirchner eingliederte. Ja, das ist vielleicht nicht über die Maßen originell, aber mal ehrlich: Wir sind hier um ordentlich abzuschädeln und richtig Spaß zu haben und nicht um eine Diskussion über zwanghafte Innovation anzureißen. Entsprechend konnten FACELESS ENEMY auf die beste Stimmung des Abends bauen und sich mit kurzer, knackiger Zugabe auch über lauten und anhaltenden Jubel freuen.


Alles noch viel zu soft, sagten FUEL OF HATE, die ihr Möglichstes gaben, das Publikum im Anschluss zu Tode zu blastbeaten. Das war schon ein ziemlicher derber Prügel, den die Zuschauer da im OKH von den Schwanenstädtern um die Ohren geblasen bekamen! Irgendwo zwischen Death, Core und proggigen Einschlägen brüllkeifte sich Fronter Benni trotz Krankheit (Respekt, da noch so röhren zu können!) kompromisslos und mit Macht durch ein temporeiches, knackiges Set. Lediglich die Zuschauer schwächelten ob der beiden starken Bands zuvor ein wenig, sodass bei all dem Geschädel hinten raus schon ein paar Ausfallserscheinungen bei einigen Leuten zu bemerken waren. Der amtlichen Performance von FUEL OF HATE, die erst kürzlich beim Burn Down The District ihre Bühnenrückkehr feierten, tat das aber keinen Abbruch und auch über zu wenig Beifallsbekundungen konnte sich niemand beschweren!


Zum Drüberstreuen gab es zu später Stunde noch UZZIEL auf die Lauschlappen, die wieder einmal nach allen Regeln der Kunst die Rampensäue raushängen ließen. Dass gesanglich vielleicht nicht jeder Ton sitzt, das macht Frontschreihals Mex durch bestes Entertainment wett, das garantiert jeden mitreißt. Mit einer durchschlagenden Mixtur aus knackigem, mitsingtauglichen Heavy Metal und treibendem, ordentlich kantigen Thrash-Eruptionen wurde das Publikum, geschuldet der inzwischen doch schon späteren Stunde ein wenig zusammengeschmolzen, bestens unterhalten. Dass gegen Mitte des Gigs dann auch noch die Polizei vorbeischaute, da sich ein Anrainer ob von einem vorwitzigen Besucher unberechtigterweise geöffneter Fenster mokierte, hätte es an dieser Stelle nicht gebraucht. Doch wo jede andere Band vielleicht frustriert das Handtuch geworfen hätte, ließen sich UZZIEL nicht beirren, starteten stattdessen die unterbrochene Party einfach mal neu und spielten ihr Set mit beeindruckender Konsequenz und Hingabe zur Freude des Publikums zu Ende – inklusive Zugaben! Das ist Heavy Fucking Metal!
 

Die Besucherzahl des zweiten Tages stimmte versöhnlich und auch die Stimmung, die bei allen Bands des Abends ziemlich gut war, ließ sich sehen. Hoffentlich bleibt uns das Rock im Sixpack, trotz kleinerer Startschwierigkeiten, im OKH erhalten! Ihr habts gehört Leute – nächstes Mal zahlreicher erscheinen!

Mehr Fotos des Abends findet bald ihr bei Images Of Pain And Pleasure!


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