16.10.2018, Backstage (All Area), München

HALESTORM & DEVILSKIN

Veröffentlicht am 21.10.2018

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HALESTORM waren in den letzten Jahren schon oft in München zu Gast. Ich erinnere mich besonders an die 2012er Show an Lzzy's Geburtstag. Dort kostete ein Meet-and-Greet noch 50 Euro inklusive Ticket. Heutzutage 100 Ocken aufwärts und Ticket excluded [für den, der's halt braucht...Anm.v.Mike]. Aber so ist der Markt, und die Popularität der Band steigt und steigt. Fast die gesamte Europatour durch grössere Clubs (in UK sogar noch grössere Hallen) ist ausverkauft. Als Anheizer auf der Eurotour fungierten die Jungs und das Mädel von DEVILSKIN aus Neuseeland. Insgesamt durchaus mit HALESTORM musikalisch kompatibel. Ich muss gestehen, dass ich zuvor nichts von der Band gehört habe und die angecheckten Youtube-Clips fand ich doch etwas schräg. Musikalisch waren sie dann durchaus passabel. Gitarrero und Bassist mit Glatze und Hipster-Bärtchen sahen witzigerweise aus wie Zwillinge (was sie nicht sind). Frontlady Jennie Skulander ist natürlich der Blickfang und weiss auch stimmlich zu überzeugen. Die Growls (die ich bekanntlich nicht wirklich mag, aber ist ja Geschmackssache) hielten sich zum Glück in überschaubaren Grenzen. Auf die für eine Vorband lange Dauer von 60 Minuten schlich sich dann für mich aber doch etwas Langeweile ein, denn die Songs glichen sich doch alle ziemlich. Willkommener Ausreisser war die gute Coverversion von DIOs "Holy Diver". Alles in allem kam die Band doch sehr gut an. Die Go-Go-Tanzeinlagen von Jennie muss man zwar auch mögen, aber die Truppe war durchaus sympathisch.

Nach einer recht langem Umbaupause ging es dann gegen halb Zehn los mit den heiss erwarteten Headlinern HALESTORM. Wer einen Anfangskracher in Form eines schnellen Songs erwartet hatte (so wie ich) wurde erst einmal überrascht, denn los gings mit Piano und der Ballade "Dear Daughter" vom vorletzten Album "Into The Wild Life". Das Stück wurde gekonnt vermischt mit "Familiar Taste Of Poison", ebenfalls einem eher balladeskem Track. Ein atypischer Beginn somit, aber warum nicht? Dann war aber Schluss mit ruhig, Lzzy (wieder mit Kurzhaarfrise) legte die Gitarre um und "Love Bites (So Do I)" fegte durch das Rund, gefolgt von "Black Vultures". Wie auch schon bei DEVILSKIN war der Sound sehr gut und differenziert (bei DEVILSKIN sogar noch besser). Lzzy's Röhre und Performance waren wie erwartet einzigartig - die wohl mit grossem Abstand beste Frontfrau derzeit. Sie hat eben den gewissen X-Faktor gepaart mit Charisma und musikalischem Talent. Das neue Album "Vicious" wurde mit insgesamt sechs Titeln gewürdigt, davon das ergreifende "The Silence" nur mit akustischer Gitarrenbegleitung. Ich frage mich zwar immer wieder, wie sie das mit der Stimme (die durchaus immer am Limit ist) eine ganze Tour durchhält, aber sie hat's eben drauf. Neben Lzzy auffälligster Akteur wie üblich ihr Brüderchen Arejay, der ein kurzweiliges Drumsolo (inklusive übergrossen Sticks) zum Besten gab. Neben den Hale-Geschwistern agieren die beiden übrigen Mitglieder Joe Hottinger an der Klampfe sowie Josh Smith am Viersaiter eher unauffällig aber mehr als solide.

Zum Schluss wurde für ein gemeinsames Stelldichein auch noch DEVILSKIN auf die Bühne gebeten (inklusive bayerischer Lederhosen!). Mit "I Miss The Misery" und dem logischen Rausschmeisser "Here's To Us" (und dem obligatorischen "She Won't Mind" Outro) wurde das schweissnasse Publikum wieder ins Freie entlassen.

         
Fazit: HALESTORM sind auf dem besten Wege, langsam aber sicher in die grösseren Hallen zu wechseln. Alle Voraussetzungen dazu wären vorhanden: Eine attraktive, stimmgewaltige Frontlady, gute Songs und eine sympathische, geerdete Ausstrahlung. Sieht man sich die Setlisten der Tour an so sind diese doch sehr variabel gestaltet - ein weiteres Beispiel dafür, dass die Band Spass hat am Auftreten. Und dass sie eine der am härtesten arbeitenden/tourenden Bands sind ist ja hinlänglich bekannt. Mein einziger Kritikpunkt wäre die doch etwas kurz bemessene Spielzeit von 90 Minuten (inklusive Drumsolo) [Kurz? Da gingen andere "Headliner" schon nach einer Stunde und weniger ab...Anm.v.Mike.]. Bei mittlerweile 4 LPs und 3 EPs wäre da sicher noch Luft nach oben. Ob dann aber die Stimme eine ganze Tour aushält wäre halt die andere Frage.

Besondere Erwähnung verdient noch der übereifrige Security-Mann, der seinen Job am einzigen (!!!) Parkautomaten (mit auch nur EINER Geldeinwurfmöglichkeit) sehr ernst nahm und dessen Hauptanliegen es war, die Schlange davor im richtigen Winkel und Sicherheitsabstand zum Tourbus aufzustellen. Sehr wichtig der Mann (dachte er bestimmt von sich) - Comedy Gold pur!

Setlist (ohne Gewähr):

Dear Daughter/Familiar Taste Of Poison
Love Bites (So Do I)
Black Vultures
Apocalyptic
White Dress
I Get Off
Do Not Disturb
Amen
Skulls
Vicious
(Drum Solo)
Freak Like Me
Mz. Hyde
It's Not You

Encore:
The Silence
I Miss The Misery
Here's to Us /She Won't Mind

 


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