21.10.2018, Rockhouse, Salzburg

LIFE OF AGONY & BILLY BIO & ALL HAIL THE YETI

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 27.10.2018

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Ein weiteres Mal im Rockhouse Salzburg und das noch dazu vor ausverkaufter Kulisse – Monate im Voraus! Das ist ja doch eher eine Seltenheit in Salzburg, wenn es sich um Konzerte aus der härteren Ecke dreht – LIFE OF AGONY schafften dieses Bravourstück und konnten sich somit auf eine tolle Kulisse bei ihrem Besuch in Salzburg freuen!


Zur Eröffnung prügelte der Los-Angeles-Vierer von ALL HAIL THE YETI auf seine Instrumente ein. Anfangs mit Timingproblemen und vor noch sehr magerer Kulisse, dauerte es etwas bis die mal groovenden, dann wieder etwas core-lastiger agierenden Amis in Schwung kamen. Zwar herrschte den ganzen Gig über eine gewisse Diskrepanz zwischen den harten Shouts von Sänger Connor, der durch seine starke Bühnenpräsenz punkten konnte und der knackigen, rifflastigen Musik, doch im Großen und Ganzen fühlte sich das Publikum von ALL HAIL THE YETI blendend unterhalten. Als Opener machten die Vier eine gute Figur und der Berichterstatter konnte sich vor allem für die abwechselnden Vocal-Beisteuerungen der restlichen Instrumentalisten (inklusive des Schlagzeugers!) erwärmen, auch wenn den Kompositionen insgesamt oft noch ein wenig der letzte Schliff sowie ausreichend packende Refrains fehlten.


Ganz anders dann schon BILLY BIO, die vom Fleck weg loslegten, als gäbe es kein Morgen. Als Soloprojekt von Billy Graziadei (BIOHAZARD, POWERFLO) war die musikalische Ausrichtung mit starken Hardcore-Tendenzen eigentlich klar – vielleicht sogar durchaus melodischer und weniger ruppig als gedacht. Trotzdem die Songs des baldig erscheinenden Debütalbums wohl den wenigsten Anwesenden bereits bekannt waren, konnten BILLY BIO das inzwischen randvolle Rockhouse sehr gut animieren. Für den Schmunzler des Abends sorgte Billy selbst, der mit Headset-Mikro auf enormen Bewegungsradius mit seiner Gitarre zurückgreifen konnte – was das Ablesen einiger Lyrics vom Zettel vielleicht ein wenig auffällig machte. Aber was solls – nobody's perfect! Die stimmige, energiegeladene Show und knackige Songs, davon so einige, vom Publikum hart abgefeierte BIOHAZARD-Titel, entschädigten mehr als angemessen für diesen doch irgendwie sympathischen Mini-Schönheitsfehler. Auch LIFE OF AGONY-Gitarrist Joey durfte einen Song mitplärren, was vom Publikum sichtlich goutiert und mit einem amtlichen Moshpit quittiert wurde.


War die Stimmung schon vorher gut, gingen die Leute im Rockhouse bei LIFE OF AGONY direkt durch die Decke. Eine kontaktfreudige, in bester stimmlicher Verfassung befindliche Mina dirigierte das Publikum nach Belieben, turnte wie ein Wirbelwind am vordersten Bühnenrand herum, kokettierte dabei sexy mit den männlichen Besuchern und teilte herzliche Umarmungen an die anwesende Damenwelt aus. Die Zuschauer dankten es mit großartiger Stimmung, einigen, gegen Ende hin auch ordentlich wilden Moshpits und so manchem Crowdsurfer, der in einem Fall sogar nach erfolgreichen Erreichens des Grabens vom Security aufgefangen und postwendend auf dem gleichen Wege wieder zurückgeworfen wurde. Ja, warum auch nicht? Und wenn der Rollifahrer mitten unter den Besuchern genau gar nichts sieht, dann schnappen sich die Besucher einfach den fahrbaren Untersatz und heben ihn samt Besitzer hoch über ihre Köpfe, sodass auch dieser mal einige Nummern mit freier Sicht genießen kann.

Und dann stürmte, mitten in der Partystimmung, als sich Mina gerade eine kurze Auszeit von der schweißtreibenden Sangespflicht gönnte, auch noch Billy Graziadei auf die Bühne und brachte die Stimmung mit einem unglaublich starken Gastauftritt noch einmal so richtig zum Kochen. Dass der Gitarrist auf den Schultern des Publikums stehend spielte, das hatten wohl die LIFE OF AGONY-Fans noch nicht so oft gesehen (jene von BIOHAZARD bestimmt schon öfter) und das anschließende quasi Duett mit Mina war dann wirklich erste Sahne und entfesselte eine Energie, die ein greifbares Knistern in der Halle erzeugte. Wohl durch die schweißtreibende Show, verpasste das Publikum zuvor auch noch komplett seinen Einsatz und es entstand lastende, ein wenig peinlich berührende Stille zwischen dem Ende des regulären Sets und dem Zugabenblocks – aber nun gut. Das sei den Zuschauern bei der Hingabe, die sie im Verlaufe des Sets zeigten, dann auch gegönnt. So stark wie sich LIFE OF AGONY da in Salzburg präsentierten, konnte man mit Fug und Recht von einem Konzerthighlight im sich zur Ende neigenden Jahr 2018 sprechen.

Setlist: (Ohne Gewähr!)

  • Through And Through
  • My Eyes
  • Bad Seed
  • Other Side Of The River
  • This Time
  • Unstable
  • Damned
  • Lost At 22
  • Hope
  • Weeds
  • My Mind Is Dangerous
  • Meet My Maker
  • A New Low
  • Punishment (BIOHAZARD cover)
  • Method Of Groove
  • Underground
  • River Runs Red

Weitere Bilder findet ihr in Kürze bei Images Of Pain And Pleasure.


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