10.11.2018, Rockhouse, Salzburg

Stormparty 2018: STORMRAGE & FALLEN UTOPIA & SCARECROW NWA & DEAD ALONE

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 13.11.2018

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Rockhouse, oh Rockhouse! Was würde man in Salzburg nur ohne dich machen? Und vor allem, was würden Veranstalter, Bands und Fans nur machen, ohne eine Location in der selbst stilistisch so grundverschiedene Veranstaltungen wie ein Metalkonzert und eine Drum'n'Bass-Party friedlich nebeneinander koexistieren können? Gut, den ein oder anderen Kulturschock wird es an diesem Abend wohl gegeben haben, wenn dem Metalhead beim Bierchen an der Bar elektronisches Geplucker von einem Subwoofer der Kategorie Düsentriebwerk ins Cerebrum gepresst wurde oder nichtsahnende Discomädels von böse dreinschauenden, blutbesudelten Gestalten auf der Bühne im Saal angeschrien wurden. Bis auf ein paar verdutzte bis irritierte bis erschrockene bis verstörte Gesichter gab es somit keinerlei Anstößigkeiten zu beanstanden – beide Veranstaltungen gingen friedlich über die Bühne und die Besucher ebenso miteinander um.

Ein bißchen surreal war die Szenerie allerdings schon, doch für die dadurch im Saal stattfindende Stormparty erwies sich das Ganze unterm Strich doch als glücklich, durften sich die vier auftretenden Bands dadurch über den deutlich erweiterten Bewegungsradius auf der großen Bühne freuen. Breitestes Grinsen bei allen Akteuren und entsprechend motivierte Shows bestätigten selbiges. Besuchertechnisch hätte man sich mit einer guten Hundertschaft drüben in der Bar natürlich stimmungsmäßig leichter getan, doch das Publikum ließ sich von der überdimensionierten Kulisse nicht beeindrucken und hatte ebenfalls Spaß.
 


STORMRAGE & Friends

Los ging es auch gleich mit den Veranstaltern des Abends, den Local Heroes von STORMRAGE. Diese hatten zwar die Ketten von Nachbars Traktor dieses Mal zuhause gelassen, aber dafür als Veranstalterband die freie Auswahl der Spielzeit und ließen es sich auch nicht nehmen Freunde und Wegbegleiter auf die Bühne zu bitten. Der Fünfer preschte frischauf vorneweg und warf den zahlreich anwesenden (auch wenns nicht so ausgesehen haben mag) Besuchern gleich einen kräftigen musikalischen Prügel vor die Füße. Bitterböse Riffattacken und hämmernde Drums rüttelten das Rockhouse ordentlich durch, während sich Schreihals Heimo dank des Platzangebotes auf der großen Bühne schier die Seele aus dem Leib keifte und das Gefühl so richtig auskostete. Auch der Rest der Truppe agierte mit geradezu manischem Grinsen und prügelte den Zuschauern die Titel vom Album „Humanimal“ mit derartiger Vehemenz ins Kleinhirn, dass es eine schiere Freude war. Ja, auf einer angemessenen Bühne macht so ein brutaler Death/Thrash-Bastard richtig Spaß!


Bei den folgenden FALLEN UTOPIA rappelte es gleich wieder gewaltig im Karton, stand doch mit den Kärntnern gleich die nächste Krawallkapelle Gewehr bei Fuß. Hämmernder Sound und brutalste Riffwalzen mit kräftigem Groove rissen die Bude gleich noch einmal richtig ein. Irgendwo zwischen Schwedentod modernerer Bauart und thrashigem Gerumpel ließen es FALLEN UTOPIA zur Freude der Anwesenden richtig krachen.


Und noch einen hinterher – SCARECROW NWA aus Graz, die nun auch schon ziemlich lange die Bühnen unsicher machen und dabei zum ersten Mal hier im Rockhouse auftraten. Zumindest hier im Saal, der vom durchaus etwas melodischer als die Vorgänger ausgefallenem Songmaterial mit ausladenden Instrumentaleinlagen angemessen gefüllt wurde. Sound top, Performance top, artig mitnickendes Publikum – was will man mehr, wenn einem der Groove dabei noch so herrlich fett in den Arsch tritt?


Ganz klar, noch einmal Krawall auf die Birne! Und den gab es dann auch in Form von DEAD ALONE aus München, die zum Abschluss des Abends lärmen durften. Epische, streckenweise gar ein wenig schwarzmetallisch angehauchte Gitarrenläufe im amtlich drückenden Todesblei lockerten auf, während einige Samples dem ganzen noch einen durchaus melancholisch anmutenden Anstrich gaben. Die Härtekrone des Abends konnten sich DEAD ALONE damit natürlich nicht aufsetzen, doch als Ausklang des Abends erwiesen sich die Münchner als äußerst gute Wahl.
 

Eine Underground-Veranstaltung auf der großen Bühne – warum auch nicht? Was normal nur Bandcontests möglich machen, passiert hier in Salzburg auch einfach so. Und selbst wenn sich das Publikum in so einer großen Halle fast verläuft, war es trotzdem irgendwie extrem geil, so „kleine“ Bands einmal so in Szene gesetzt serviert zu bekommen, ohne dass diese dafür ihre Seele an irgend eine dicke Headlinerband verkaufen mussten. Das merkte man auch den Musikern selbst an, die sich in der Kulisse sichtlich wohl fühlten. Um es mal in Neusprech zu sagen: nicenstein!

Mehr Fotos des Abends findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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