09.11.2018-10.11.2018, Viper Room, Wien

DOOM OVER VIENNA XIII

Veröffentlicht am 14.11.2018

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Die Nebelschwaden verbreiteten sich in den dreckigen Straßen Wiens, die Passanten suchen das Weite, und die Metaller in Schwarz versammelten sich im Keller der bösen Musikkünste. Der Viper Room öffnete am neunten und zehnten November seine Pforten zur alljährlichen Veranstaltung DOOM OVER VIENNA XIII. Für musikalische Unterhaltung sorgten einschlägige Szenegrössen wie ALUNAH, HANDS OF ORLAC, APOSTLE OF SOLITUDE , CASTLE, BLACK OATH und noch viele mehr.
 
 
Pünktlich um 18:30 begannen OLD NIGHT mit ihrer Performance, die sich gut zur Einstimmung für die lange Nacht der Verdammten eignete. Ihre Kommunikation zum Publikum ließ aber leider zu wünschen übrig. Dadurch wurde die Aufmerksamkeit des Publikums in Mitleidenschaft gezogen. Neben einem netten Gespräch mit Freunden konnte man ihre Performance trotzdem genießen. DEATH THE LEVELLER war dann am Zug. Denis Dowling (Vocals) wusste, wie man mit den Konzertbesuchern umgeht. Teils meldete er sich zu Wort um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen, teils verschwand er auch von der Bühne, um den Metallern die Chance zu geben, die instrumentalen Parts auf sich wirken zu lassen.

Ein beachtenswerter Hingucker war die chilenisch-belgische Band KING HEAVY. An der Front erschien eine Gestalt stolzen Alters im Rampenlicht. Mit Luther Vildmarks (Vocals) theatralischen Gestiken, die wie Teil eines Zauberspruchs zu sein schienen, und jenen Versen, die der Belgier mit beneidenswerter Hingabe sang, zog er das Publikum in seinen Bann. Die trinkfreudigen Briten vond IRON VOID sorgten danach ordentlich für Stimmung. Die alles zerberstende Bassline von Jonathan „Sealey“ Seale rüttelte auch den letzten müden Doom-Fan wach. Das Gesangsduett von Gitarrist Steve Wilson und Basser Jonathan Seale hielt die Konzertbesucher ständig in Bewegung. Nun war der ganze Menschenhaufen munter. Das Lied „I Am War“ führte zum Höhepunkt der Show.

Als unerwarteter Act des DOOM OVER VIENNA XIII spielten sich MOOD in die Herzen der Doom-Fans. Ein Dialog mit dem Publikum kristallisierte sich als Fehler heraus. Die ungarische Band schenkte ihren Fans nicht allzu viel Beachtung, denn sie ließ ihre Musik sprechen. Durch ihre energiegeladenen Lieder zogen MOOD dann dennoch die Blicke auf sich. MIRROR OF DECEPTIONs erster Song wirkte überzeugend, aber die darauffolgenden Lieder kamen aus der Monotonie nicht mehr heraus [It's Doom, Baby! Anm.v.Mike]. Sie lieferten dem Publikum eine solide Performance ab, die Band ist jedoch ohne Besonderheiten zu erwähnen. Um 2 Uhr früh beendete die Band APOSTLE OF SOLITUDE mit ihrer schwerverdaulichen Musik den ersten Tag des DOOM OVER VIENNA XIII. Wortkarg, jedoch konzentriert, ließ die Band den Abend mit einem gewaltigen Kracher ausklingen. Einige Metaller machten sich schon auf den Heimweg, bis zum Schluss befanden sich trotzdem genug Menschen im Viper Room, um das Ende noch gebührend feiern zu können.
 

Die vermummten Österreicher zeigten keine Blöße. Nichtsdestotrotz fühlten sie sich in ihrem Element und gewährten den Doom-Fans einen Einblick in die amosphärische Musikwelt. Wie Zombies lauschten die Konzertbesucher den Klängen der ARCTIC SEA SURVIVORS. Die von der Band ausgestrahlte, bedrückende Aura besaß auch eine gewisse Anziehungskraft. Obwohl die Nacht noch jung war, scharten sich die Doom-Fans bis hin zu den letzten Reihen zusammen. Die Geschichtenerzähler aus Schweden und Italien hielten danach mit ihren komplexen Rythmusstrukturen die Metaller ordentlich in Bewegung. Selbst der geübte HANDS OF ORLAC-Fan geriet in Panik, mit dem Nicken zur Musik aus dem Takt zu sein. Im Endeffekt knüppelten sie auch nach Lust und Laune herum und die Köpfe wippten.

Durch THE SPIRIT CABINETs unvergleichliche Kombination aus Black und Doom brachte man die hungrigen Doom-Fanatiker in Aufruhr. Die donnernde Doublebass ließ den Boden unter dem aufgeweckten Haufen beben. Die Königin der Nacht, Siân Greenaway, verführte mit ihrer gewaltigen Stimme das Publikum. Die Leute erfreuten sich sowohl an der Performance, als auch an dem Dekolleté der Sängerin, das ihnen einen tiefen Einblick in ihre dunkle Seele gewährte [Alter, WAS hast du getrunken?! Anm.v.Mike]. Neben den guten, alten Liedern von ALUNAH wurde auch noch von ihrer aktuellen Single "Amber and Gold" beigemengt. Zur meiner Verwunderung hatte der Song einen weitaus besseren Vibe als auf der Aufnahme.
 
Nach 2 Nächten, 11 Bands und 11 Stunden des Zuhörens breitete sich ein Schmerz in meinen Beinen aus. Die schwarze Bank auf der rechten Seite schien mir als geeigneter Rastplatz gerade recht zu sein. Physisch blieb ich an vorderster Front, doch geistig war ich bereits abwesend. Freunde und Kollegen erzählten mir von einem hervorragenden Abschluss des DOOM OVER VIENNA XIII Festivals. Das Publikum wurde von BLACK OATH und CASTLE wachgerüttelt, es reichte aber nicht aus, mir wieder Leben einzuhauchen. Die Leute gingen mit höchster Zufriedenheit aus dem Keller oder unterhielten sich an der Bar über den fetzigen Abend. Mit Verwunderung über meine geistige Abstinenz und der leeren Bierflasche in der Hand stapfte ich um halb drei in der Früh durch die Pforten des Viper Rooms nach draussen.
 
Mehr Fotos der beiden denkwürdigen Abende gibt's übrigens noch auf stills.eraserhead.at!

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