13.11.2018, Rockhouse-Bar, Salzburg

DARK BUDDHA RISING & FUOCO FATUO

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 16.11.2018

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Auf zum fröhlichen Doomen in der Rockhouse-Bar! Moment mal – wer hat da was von Frohsinn gesagt? An einem nebeligen Novemberabend hat Frohsinn garantiert keinen Platz! Da muss es finster sein, abgrundtiefe Schwärze muss sich vor einem auftun und bitterböse Klänge müssen die Pforten zur Hölle aufstoßen!


Aber bevor wir in die Hölle die uns gebührt hinabfahren, werden wir von FUOCO FATUO zu Grabe getragen. Monoton dahingrollender Funeral Doom hüllt die Bar in schwärzeste Klänge, der Bass der lautstarken Italiener bricht dir bei vollem Bewusstsein die Zähne aus der Kauleiste während dir sägende Klänge und abgrundtiefes Gegurgel die Gehirnwindungen im Zeitlupentempo glattstreichen, um sie anschließend mit quälender Langsamkeit schmerzhaft ineinander zu verknoten. Lärm, finsterster Lärm aus in den Keller gestimmten Gitarren malträtiert die Trommelfelle, während die Verdammnis höchstselbst akustische Gestalt annimmt. Die spärlich anwesenden Zuseher haben keine Ahnung was das ist. Es ist Monoton. Es ist Brutal. Es ist Böse. Es ist LAUT. Und es stinkt. Ziemlich sogar. Niemand möchte wissen, welch verdorbene Seelen die italienischen Todesdoomer in ihren großformatigen Räucherschalen gerade rösten. Der Applaus, der durch die wabernden Schwaden in der Bar hallt, wirkt fast wie eine Erlösung. Das Grab hat sich nicht über uns geschlossen, wir sind doch noch am Leben.


Aber wie lange noch? DARK BUDDHA RISING aus Finnland stehen schon bereit um das verlorene Häufchen humanen Abschaums in der Bar mit ihrer garstigen Nischenmusik zu schänden. Aus Doom, Sludge und Drone mit dem Vorschlaghammer roh zusammengenagelt und mit einem Anstrich aus spacigen Elektro-Spielereien versehen, erwächst in der Bar ein klanglicher Monolith, der imstande wäre die Erdrotation anzuhalten. Im fiesen, finsteren Gehämmer der Finnen wäre es kein Wunder, wenn die Reiter der Apokalypse in Person durch die Bar reiten würden und ihren Zorn über uns brächten. Doch sie kommen nicht. Stattdessen quellen die mal monoton-schleppenden, dann wieder eruptiv hämmernden Töne wie pechschwarze Lava aus den Boxen, die alles Leben ringsum erstickt und selbst die Zeit in ihrem Lauf anhält. Dämonisches Geschrei erwächst aus den wabernden Nebelwänden, steigert sich zu einer Kaskade an weltenverschlingender Wut und lässt dabei keinen Stein auf dem anderen.

Als das Häufchen unerschrockener Besucher, die die Welle an unbändiger akustischer Wut und verzehrendem Schmerz tapfer auf sich genommen hatten, wieder in die nebelige, kalte Nacht hinaus wankte, da war die Welt nicht mehr dieselbe. Die Finsternis war erweckt worden und griff mit kalten, unbarmherzigen Händen nach den Herzen der Menschen...


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