09.11.2018, Club Q, Graz

DECAPITATED ANTICULT BALKAN TOUR

Veröffentlicht am 28.11.2018

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ROADTRIP !!!!!  Das war das Motto unter welchem ich mit meinem Kollegen Marco Hainzl ins Auto sprang und mich auf den satte 549 km langen Weg nach Graz. Keine Sorge, das ist der Weg hin und zurück, aber doch satte 5 Stunden 45 Minuten Fahrt insgesamt. Doch die zwei wackeren Gitarristen hatten ein großes Ziel vor Augen! DECAPITATED machte mit ihrer "Anticult-Balkan-Tour" im Club Q halt und das Line-up des Abends war es definitv wert einen derartigen Weg auf sich zu nehmen. 

Line Up: 

DEHYDRATED (Deathmetal) aus Tomsk, Sibirien.

GRIMAZE (Groove/Deathmetal) aus Sofia, Bulgarien. 

THY DISEASE (Industrial/Groove/Deathmetal) aus Krakòw, Polen.

HATESPHERE (Trash/Deathmetal) aus Copenhagen, Dänemark.

DECAPITATED (Technical Deathmetal) aus Krosno, Polen . 

Leider fiel die erste Band des Abends aus, was mir diesmal jedoch gelegen kam, da die Verkehrslage einiges an Zeit kostete. Nichtsdestotrotz ist die Female-Fronted Band DEHYDRATED definitiv zu empfehlen und ich hoffe, sie bald in Österreich anzutreffen. Dies war also die erste Nachricht, welche ich nach der Ankunft erhielt. Nach einer kleinen Pause und einem guten, kühlen Blonden machte ich mich dann auf zur Bühne. Sehr neugierig, da ich selbst am 30.11.18 in dieser Location spielen darf und die Bühne nur von Fotos kannte begutachtete ich alles und stimmte schon einmal meine Kameraeinstellungen mit den Lichtverhältnissen ab, welche es mir bei Satan nicht leicht gemacht haben. Kaum war das erledigt stand auch schon die erste Band auf der Bühne. 

GRIMAZE :

© by GPT Pictures

Lustigerweise hatte mich Youtube schon auf diese brachiale Death-Machine vorbereitet. Anscheinend dürften die Leute bei Youtube gut mithören wo ich mich herumtreibe, da ich kurz nachdem ich meinem Kollegen erklärte wer GRIMAZE sind, schon in der nächsten Werbepause von "Endless Life Force", einem wirklich sehr gelungenem Musikvideo der Band, beschallt wurde. Nun durfte ich mich vor Ort davon überzeugen, dass das deftige Quartett auch live einen gewaltigen Druck von sich gibt. Der Sänger war sehr motiviert und ließ keine Möglichkeit, seine Haare rotieren zu lassen, aus. Unter anderem war er mir gleich auf Grund seines BLACK SABBATH T-Shirts sympathisch. Melina Krumova (Gitarristin) hat mich wirklich sehr beeindruckt, da sie mit ihrer Gitarre derartig ablieferte, dass ich eine zweite Gitarre nicht wirklich vermisste. Nach einem sehr solidem Set ging es dann in die Umbauphase. 

Alles ging recht zackig und kaum hatte ich mich schon wieder mit trinkbarer Flüßigkeit ausgestattet ging es schon weiter mit Band Nummer 2. 

THY DISEASE:

© by GPT Pictures

THY DISEASE waren mir bis jetzt noch nicht untergekommen, und nachdem ich im Backstagebereich ihren Basissten Andrzej, welcher maßgeblich an der Organisation der Tour mit CM Creative Music beteiligt war, kennenlernte, stieg mein Interesse nur noch mehr. Die Band beschreibt ihre Musik selbst als Industrial-Groove-Deathmetal, eine Kombination die mir so auch noch nicht wirklich bekannt war, doch retrospektiv betrachtet kann ich dieser Klassifizierung nur beipflichten. In feinster Deather-Manier zerlegten die Herren die Bühne und brachten wirklich interessante Varationen der drei Genres. Der Drummer nagelte alles derartig präzise herunter, dass sich selbst die Rhythmuswechsel so stimmig anhörten, dass man nur noch mit exzessiver Genickbetätigung reagieren konnte. Der Gesamtsound war schon etwas stark für die doch mittelgroße Location, was auch für die vorangegangene Show von GRIMAZE gilt, doch mit ansteigender Menschenmenge im Raum hallte der Sound immer weniger und war schlussendlich sehr passabel. Nachdem ich für mein Erachten genug Fotos geschossen hatte, fröhnte ich noch bis zum Ende des Sets der wirklich motivierenden "Mucke". 

Kaum war der letzte Ton gespielt, war ich schon am Weg zur Bar! Ein Bier durfte ich mir an dem Abend gönnen und das unter dem Motto: "Trink Bier mit HATESPHERE!!" 

HATESPHERE:

© by GPT Pictures

Wie man so schön in diesem Bild sehen kann, habe nicht nur ich nach dem erwähnten Motto gehandelt. Die Band war natürlich auch bestens versorgt und so ging die etwas thrash-lastiger Partie des Abends ans Werk. Langsam hatte sich der Raum schon bis direkt vor der Bühne gefüllt und die Stimmung war wirklich sehr energiegeladen. Einige wallende Mähnen rotierte in der Gegend während HATESPHERE mit ihrer Thrash-Death-Welle Alles gaben. Hier und da gibt es Musiker, welche man zwar nicht direkt als Rampensau bezeichnen würde, welche jedoch durch Ihre Freude an der Musik eine derartige Präsenz haben, dass man selbst schon ganz happy vom zusehen wird. So ein Fall ist der zweite Gitarrist von HATESPHERE. Mit einem strahlenden Lächeln schädelte der Herr sich weg, währenddessen er die Saiten malträtierte. Wie man es vom Thrash-Genre gewohnt ist, wurde in den Pausen zwischen den Lieder einiges an witzigen Sprüchen gebracht und immer brav angestoßen. Der Sänger hatte anscheinend enormen Spaß mit meiner Kamera zu interagieren, was zu ein paar lustigen Fotos geführt hat. Ein Danke an ihn dafür. So macht das Fotografieren wirklich Spaß.

Nachdem ich bei dieser Band wirklich viel Spaß hatte, fotografierte ich solange, bis die Band ihren letzten Song ankündigte. Etwas überrascht, da die Zeit wie im Flug vergangen war, ließ ich die Kamera ruhen und genoss noch den letzten Track. 

Nun war es Zeit für die Headliner, auf welche ich mich schon sehr freute. Neben MESHUGGAH sind DECAPITATED eine meiner absoluten lieblings Tech-Death-Bands und natürlich war ich schon ziemlich gehyped da ich ja nach dem Konzert ein nettes Interview mit dem Sänger Rafal Piotrowksi führen durfte. Das Interview findet ihr HIER!

DECAPITATED: 

© by GPT Pictures

Mittlerweile war der Raum berstend voll und die Grazer Metaller schienen ehrwürdig vertreten zu sein. Kaum war das polnische Quartett auf der Bühne flogen die Fetzen und ich versuchte in der ersten Reihe herumzuschleichen und zu fotografieren. Nachdem ich für meine Verhältnisse genügend Fotos beisammen hatte ging ich in die Offensive. Währenddem der Sound aus der PA dröhnte wechselte ich von Musiker zu Musiker und nahm sie etwas unter die Lupe. Rafal war in den ersten Minuten noch etwas kühl, taute aber immer mehr auf und hier und da konnte man ihn sogar etwas grinsen sehen. Die Crowd war wirklich motiviert und "ragete" brav mit. Je mehr die Crowd abging, desto mehr begann Rafal sich zu bewegen und sozusagen "auszuticken". Man merkte so richtig wie er immer mehr in die Musik abtauchte und mit vollem emotionalen Einsatz die Lyrics herauspresste. Als Gitarristen interessierten mich natürlich am meisten die Gitarrenkünste von Waclaw “Vogg” Kieltyka. Egal ob schnell drückende Rhythmen oder athmosphärische Soli, der Herr liefert verdammt hart, wirkt dabei zwar etwas wie auf einem anderen Stern, da er vollends aufs Griffbrett konzentriert ist, was aber bei der Komplexität der Riffs verständlich ist. In den etwas "leichteren" Passagen tobte er sich mit sehrwohl auch mit Schädelei aus, doch hauptsächlich sah man ihn auf seine Gitarre fixiert. Der neue Bassist Hubert Wiecek und der ebenso neue Drummer Michal Lysejko haben sehr solide geliefert und alles klang einfach unglaublich thight!

Nach einem echt genialen Set und vielen zufriedenen Metallern ging es dann weiter zum Interview mit Rafal, welches ihr wie erwähnt im vorhin angeführten Link abchecken könnt. Weil ich ja weiß wie es als Musiker is Danach hieß es : Ab nach Hause!

Fazit: Es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt diesen Weg auf mich zu nehmen. Ein großes Dankeschön für einen so entspannten Abend im Club Q ! Die Bands waren echt sehr fein, der Sound in der Location sehr brauchbar und die rundherum Organisation erste Sahne. Alles in allem freue ich mich schon auf den nächsten Gig im Club Q und werde den Abend in guter Erinnerung behalten!


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