08.12.2018, Essigfabrik, Köln

BURY TOMORROW + 36 CRAZYFISTS + CANE HILL + CRYSTAL LAKE

Text: Sonata
Veröffentlicht am 12.12.2018

Man ist das ein Sauwetter draußen und MAN bin ich erkältet! Aber hey, was gibt’s in diesem Zuge schöneres, als in der vollgeballerten Essigfabrik in Köln zu vier brutalen Bands inmitten vom Moshpit abzuhusten? Nix! Die Jungs von BURY TOMORROW haben ein dickes Package geschnürrt und die Kollegen von 36CRAZYFISTS, CANE HILL und CRYSTAL LAKE mitgebracht. Ausverkaufte Bude? Jap! Die Essigfabrik bietet nicht massig viel Platz, dafür aber Charisma bis zum Abwinken.

Versteifen wir uns nicht auf Nebensächlichkeiten. Eins vorweg: Vor dem Konzert kannte ich tatsächlich nur BURY TOMORROW (die ich auch sehr sehr akut verfolge), wohingegen ich die anderen Bands maximal mal gelesen oder kurz gehört habe. Die japanische Metalcore-Band CRYSTAL LAKE sollte den Anfang machen und was soll ich sagen? Kurzer Prozess! Technisch durchaus versiert und abgesehen von der Optik würde man hier nie das Land der aufgehenden Sonne vermuten (Stichwort bad english). Eine wuchtige Show, die auch von fettem Sound geprägt war, der die Masse bereits zum Beben brachte. Und das war ja erst der Anfang…


CANE HILL haben mich tatsächlich ziemlich überrascht, da hier doch offensichtlich ein paar Stilbrüche stattfinden. Seichte Töne, Geballer und dann ein Hauch von DROWNING POOL. Live durchaus interessant, aber dieses MischMasch hat meine Birne irgendwie angestrengt und vom Gefühl her war die Menge hier gediegener als bei der vorangegangenen Band. Ich wurde nicht wirklich warm mit dem Auftritt, auch wenn die Jungs einen sehr sympathischen Eindruck hinterlassen haben.


Bei 36 CRAZYFISTS schien die Menge sich wieder mehr bewegen zu wollen, doch bitte schlagt mich nicht, wenn ich folgendes äußere: Ich bin fast eingeschlafen. Während CANE HILL noch irgendwie mein Interesse wecken konnten, hat mich der Stil von den Jungs hier so gar nicht beeindrucken können. Es ist am Ende Geschmackssache, aber ich persönlich bevorzuge es auch, wenn Support-Bands sich zumindest in der Nähe des Hauptacts befinden. Das war hauptsächlich beim Opener des Abends der Fall. Das muss nicht immer was schlechtes heißen, denn Abwechslung schadet prinzipiell nicht, doch hier wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Bei der Crowd sah das anders aus, die die Jungs von 36 CRAZYFISTS fast frenetisch feierten. Gehören ja auch fast schon zum alten Eisen, haben sich wohl also bereits verdient gemacht. Vielleicht lag es bei mir ja an den diversen Hustenanfällen... Ich werde es hier und heute nicht mehr ergründen können, warum es nicht sein sollte zwischen uns beiden.


Nun aber zum Hauptact! Tatsächlich mein erstes Mal mit BURY TOMORROW. Die diversen Livevideos haben mir im Voraus stets gut gefallen und ich nehme gern vorweg, dass ich in KEINSTER Weise enttäuscht wurde. Technisch betrachtet eine der besten Livebands, die ich je gesehen habe – insbesondere aus dem Sektor. Ein Screamer/Shouter, der NICHT alle fünf Sekunden außer Atem ist oder jedes zweite Wort nur ausspricht anstatt es rauszuschreien. Ein Gitarrist/Clean Sänger, der von einem anderen Stern zu sein scheint. Platte und live sind hier identisch, nur dass es nicht wie bei CALIBAN (Seitenhieb und so) vom Band kommt… Diverse Moshpits, saugute Stimmung und ein Bad voller Schweiß. Trotz penetrantem Husten habe ich mich auch hin und wieder reingeschmissen, um die Energie aufzusaugen. Die Crowd war hier wirklich überragend! Es hätten lediglich mehr Songs sein dürfen. 13 Songs ist schon verdammt wenig am Ende des Tages, aber so ist das, wenn man drei Vorbands hat. Dennoch lag hier irgendwo auch die Würze in der Kürze, denn das Feuerwerk hielt 13 Songs lang an und konnte vor allem durch die neuen Songs vom Album „Black Flame“ begeistern. Allen voran der Titeltrack fegte wie ein Orkan über uns hinweg. Bedauerlich fand ich natürlich, dass ich als Schreiberling von Stormbringer auf den SONG „Stormbringer“ verzichten musste…

Alles in allem ein gelungener Abend, weil der Main Event schlichtweg grandios war. Weniger wäre hier zwar mehr gewesen bezogen auf die Vorbands, aber da es trotz der vielen Bands kurzweilig war, ist auch das zu verschmerzen. BURY TOMORROW werde ich mir definitiv häufiger live anschauen und ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, es mir gleich zu tun! 


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