18.12.2018, Jahrhunderthalle Frankfurt, Frankfurt am Main

WITHIN TEMPTATION + BEYOND THE BLACK

Text: fg | Fotos: fg
Veröffentlicht am 21.12.2018

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Die ersten Untersuchungen in Hinsicht auf Klang-Reizkopplung bzw. die Auslösung von Reizen hat Iwan Pavlov (Physiologe) per Zufall entdeckt. Das wurde als "Klassische Konditionierung" bezeichnet. Ob das dazumal bereits als empirisch eingestuft werden konnte, bleibt dahingestellt.

Die seit geraumer Zeit wohl prägnanteste Klang-Reizkopplung, also die klassische Konditionierung, stellt das Smartphone dar. Sicherlich ist dies eine wilde Kombination. Die klassische Konditionierung besagt, dass einer natürlichen, meist angeborenen, sogenannten unbedingten Reaktion durch Lernen eine neue bedingte Reaktion hinzugefügt, aber auch wieder entzogen werden kann. Das Gegenteil der klassischen Konditionierung ist die operante Konditionierung, die Frederic Skinner weiterentwickelte. Diese Art in kurze Worte gefasst, beinhaltet das Lernen am Modell. Hier dann das Modell Musik, speziell bei WITHIN TEMPTATION & BEYOND THE BLACK.

Bleibt die Frage, was das mit einem Konzert zu tun hat. Speziell betrachtet geht es hier dann um WITHIN TEMPTATION, die als Support BEYOND THE BLACK mitgebracht hatten.Aber der Reihe nach! Nicht nur Musik ist reizauslösend - wie so vieles im Leben. Sie stellt eine große Bedeutung für Jeden dar. Durch die Aussendung von Reizen werden Emotionen ausgelöst, die einen veranlassen sich darüber zu äußern:

Das neue Album "Resist“ wird wegen technischer Probleme mit dem Plattenlabel erst im kommenden Jahr auf den Markt gebracht. Die Tour zum Longplayer läuft bereits seit Oktober 2018. Demgemäß durfte sich auch das Frankfurter Publikum über die neuen Songs und gern gehörte Klassiker freuen. Volle Hütte in der Jahrhunderthalle in Frankfurt. Die zwei Jahre lang ersehnte Rückkehr der Niederländer scheint schon vor Showbeginn ein voller Erfolg zu sein und sich für beide Seiten als Win-Win-Situation abzuzeichnen. Was sicherlich als gutes Vorzeichen des Konzertes zu bewerten ist. WITHIN TEMPTATION haben während ihrer Konzertpause offensichtlich nichts von ihrem erhabenen Status eingebüßt. Wer kein Ticket mehr kaufen konnte bzw. bekommen hat, konnte die Show im Mehr! Theater in Hamburg immerhin per Live-Stream auf Facebook verfolgen. Ob dies auch in Frankfurt so gewesen ist, kann ich nicht sagen.

Kommen wir auf BEYOND THE BLACK zurück. Gerade hier macht sich der Fakt bemerkbar, dass dem manchmal universell anmutenden Sound des Sextetts ein Live-Potenzial nicht abzusprechen ist. Gerade weil man diese Band nicht allzu oft zu Gehör bekommt. Das letzte Mal war dies als Vorband von den SCORPIONS der Fall. Man muss sich eingestehen, dass sich hier eine Art Quantensprung vollzogen hat. BEYOND THE BLACK klangen viel reifer, entwickelter als noch vor gut und gerne zwei Jahren. Die „Ladenhüter“ oder das wie ein Augapfel gehütete Songmaterial "Lost In Forever“ oder "In The Shadows“ brachten einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Jennifer Haben (Sängerin von BEYOND THE BLACK) stand ziemlich bewusst im Zentrum der Aufmerksamkeit, was logisch erscheint, und zog die Blicke der Zuhörerschaft damit auf sich. Was den Rest der Band betraf: Die Wirkung von Statisten mit richtig gutem Handwerk kam zur Geltung. Leider nicht mehr, was wohl dem Team als Band besser zu Gesicht gestanden hätte. Man muss es nicht extra erwähnen, aber das war schon ein kleines Ausrufezeichen.

Nach der Pflicht kam die Kür  wie es so schön heißt , mit WITHIN TEMPTATION. Das war allein vom Klang her eine ausgefeiltere Nummer. Als WITHIN TEMPTATION nach einem kurzen Intro mit dem ersten Lied "Raise Your Banner“ zum Leben erwachen ist der Jubel spürbar groß. Sharon den Adel, die Sängerin von WITHIN TEMPTATION, betrat mit wehender Fahne die Bühne. Die Saitenfraktion um Robert Westerholt machte von der ersten Minute an Dampf. Wenig Zeit zum Durchatmen. Am Anfang reihten sich drei Lieder vom kommenden Album in die Setlist. Die noch ungewohnten Klänge von "Endless War“ und/oder "Supernova“ wurden interessiert wahr -und wohlwollend aufgenommen. Das hing wohl mit der eingangs erwähnten Klang-Reizkopplung zusammen.

Ansonsten gab es die gewohnte Klang-Reizkopplung, mit der das Publikum etwas anzufangen wusste. Die Niederländer lieferten dazu genau das ab, was von ihnen erwartet wurde und warum die Fans an diesem Abend in die Jahrhunderthalle pilgerten. Mit "All I Need“, "Shot In The Dark“, "Faster“ und "Paradies (What About Us?)“ reihte sich Song an Song, die Reaktionen der Zuhörer ließen hier nicht lange auf sich warten. WITHIN TEMPTATION wurden von ihren Fans ausgiebig, fast schon frenetisch gefeiert. Sie verdienten sich dies aber auch mit einer dynamischen, sympathischen Bühnenshow. Die Rückkehr von WITHIN TEMPTATION lohnte sich für die Dahingekommenen in allerlei Hinsicht. Trotz, oder gerade aufgrund der zweijährigen Bühnenabstinenz zeigte sich die stilprägende Symphonic-Metal-Formation in Höchstform, wenn wohl auch nicht jedem Zuschauer der Stil der neuen Songs gefallen haben dürfte. Eine Bewertung der neuen Songs zieht sich etwas hin und muss dadurch noch etwas warten. "Resist“, wie bereits erwähnt soll nach einigen Produktionsproblemen erst im Februar 2019 erscheinen.

Setlist BEYOND THE BLACK (ohne Gewähr):
1. Paint It Black (Intro)
2. Heart Of The Hurricane
3. Lost In Forever
4. When Angels Fall
5. In The Shadows
6. Million Lightyears
7. Shine And Shade
8. Hallelujah

Setlist WITHIN TEMPTATION (ohne Gewähr):
01. Raise Your Banner
02. The Reckoning
03. Endless War
04. In The Middle Of The Night
05. Stand My Ground
06. All I Need
07. Supernova
08. Shot In The Dark
09. The Promise
10. Ice Queen (Akustik Arrangement)
11. Faster
12. Mercy Mirror
13. Paradise (What About Us?)
14. The Heart of Everything
15. What Have You Done
16. Forgiven
17. Mother Earth
Encore:
18. Stairway To The Skies


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