01.02.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

FJØRT + WE NEVER LEARNED TO LIVE

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 07.02.2019

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In der Rockhouse-Bar, dem Stammlokal des umtriebigen kleinen Stormbringer-Schreiberlings, da sah selbiger schon viele Bands kommen und gehen, gewaltig abschädeln oder sich fadisieren, die Hütte bis zum Anschlag füllen oder auch vor einer kümmerlichen Handvoll Leute lärmen. Bisweilen erlebte eine vom Berichterstatter hochgeschätzte Band einen Bauchfleck, genau wie dem kleinen Fotoantha bis dato unbekannte Bands richtig elektrisieren konnten. Das am zapfig-kalten Freitagabend gebotene Programm durfte sich getrost in Kategorie zwei einordnen – eine extrem gut gefüllte Bar bei FJØRT und WE NEVER LEARNED TO LIVE sorgte für extrem gute Stimmung!


Und das, obwohl die Stimmung bei den Engländern von WE NEVER LEARNED TO LIVE nur zäh in Schwung kam. Auf der gründlich zugebauten Bühne (wann sah man die Bretter in der Bar zuletzt so vollgeräumt? Es ist schon einige Zeit her!) konnte sich der Fünfer nicht nur dank der ausladenden Aufbauten der Hauptband (mehr dazu später...), sondern auch wegen der eigenen Effektburgen der Saitenfraktion kaum rühren. Durch die solcherart erzwungen statische Performance wollte der Funke zum Publikum auch nicht so recht überspringen, obwohl das durchaus starke, irgendwo zwischen Post-Rock und Stoner und Hardcore-Einflüssen mäandernde Songmaterial als alles andere als schlecht bezeichnet werden konnte. Die Erwartung des noch Kommenden, sowie etwas lauter Bass und streckenweise arg leise Vocals ließen die Zuschauer nur verhalten reagieren, sodass WE NEVER LEARNED TO LIVE mit relativ magerem, aber höflichem Applaus ein Auslangen finden mussten. Schade eigentlich, doch anhand dessen was folgte, dann doch verständlich...


Doch bevor wir näher auf die heftige Party eingehen, die FJØRT da mit lockerer Hand in der Rockhouse-Bar starteten – kann irgend jemand dem Berichterstatter erklären, welcher komplett Wahnsinnige es geschafft hat, auf dieser alles andere als riesigen Bühne mehrere Podeste und Alutraversen einzubauen, die den Zuschauern dann mit vier Moving Heads, sechs drehbaren LED-Balken, zwei Audience-Blendern, zwei Strobes und vier Bodenscheinwerfern fast die Netzhaut wegbrannten?! Wer auch immer das war – Ihr habt sie doch nicht mehr alle! Im Verein mit den gefühlt 300 Kubikmetern Rauch aus mehreren Nebelwerfern (again: Ihr seid doch krank!) sorgte die Strobo-Attacke im Zugabenblock (zum Glück keine Epileptiker anwesend...) dafür, dass dem kleinen Fotoantha noch Stunden danach Blitze durchs Sichtfeld zuckten – SO und nicht anders wünscht man sich das mit der Beleuchtung! Überbelichtungsalarm Olé!

Nun aber zu den eigentlichen Stars des Abends, FJØRT, die sich von der, sagen wir mal für die Bar etwas überdimensionierten Lichtorgel nicht die Show stehlen ließen. Genauso wenig wie die Zuschauer, die vom Fleck weg abgingen, wie man es in der Rockhouse-Bar nicht jeden Tag sieht. An dieser Stelle muss das kleine Schreiberlein zugeben, vollkommen ohne Erwartungen und ohne die Band jemals gehört zu haben an die Sache herangegangen zu sein – und dabei handfest überrascht wurde. Das sind auch mitunter die schönsten Konzerte die man erleben darf, wenn die Besucher ringsum ihre Strippe zur Wirklichkeit kappen und vollkommen in der Musik versinken. Im Falle von FJØRT zu melodischen Post-Hardcorigen klängen mit Punkigem Vibe, zu denen es sich perfekt sowohl das Tanzbein als auch die Matte schwingen ließ, was die Zuschauer auch ausgiebigst taten und dabei einige wirklich wilde Moshpits ablieferten. Die hitverdächtigen, schmissigen Songs mit teils politischer Message wurden von den Fans geradezu aufgesogen und aus dutzenden Kehlen hingebungsvoll mitgeschmettert. Dass hier eine enorm starke Liveband am Werke war dürfte wohl auch dem letzten Besucher an diesem Abend klar gewesen sein, dabei war es aber gleichzeitig auch erfrischend zu sehen wie dankbar und am Boden geblieben FJØRT trotz Charterfolgen geblieben sind. Immer wieder bedankten sich die drei grundsympathischen Deutschen bei ihren Unterstützern, die für die Konzerte teilweise lange Wege in Kauf nahmen und wurden es nicht müde auch immer wieder auf jene zu verweisen, denen es nicht so gut geht und die nicht mit dem gleichen Erfolg gesegnet sind. Dazwischen gab es immer wieder fetteste Party und großes Getümmel vor der Bühne, an deren Rand sich Musiker und Fans hingebungsvoll und mit größtem Enthusiasmus gegenseitig anbrüllten. Wunderbar! Bitte gleich nochmal!


Emotion Pur! David von FJØRT und Alex von AMER


Zählt das kleine Schreiberlein ab sofort auch zum Kreise der Fans – es wird vermutlich nicht der letzte Besuch bei FJØRT gewesen sein...

Weitere Fotos findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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