16.02.2019, frei.raum St. Pölten, St. Pölten

TALES FROM THE MOSHPIT LXIV: TIME TO RAGE

Text: Gregor Eder | Fotos: Gregor Eder
Veröffentlicht am 02.03.2019

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Wer meine vergangenen Reports bzw. Interviews verfolgt hat, könnte sich fast gedacht haben das ich bei folgendem Konzert anwesend sein werde, zumal ich es, soweit ich mich entsinne, im letzten Report sogar angekündigt habe. Da ich mich dann doch an diesem Abend etwas hart verausgabt habe, musste dieser Bericht aus gesundheitlichen Gründen etwas warten.

Am 16.02. wurde das TALES FROM THE MOSHPIT des Jahres, im St.Pöltner Frei:raum, veranstaltet. Um genauer zu sein trug die Ausgabe LXIV den schönen Namen „Time to Rage“. Beim Vorgänger „Stilborn“ stand mit MAGMABAY, RAPTURE und INTERREGNUM noch eher Groove/Death/Black-Metal an. Diesmal widmete sich das STP Metalweekend-Team, mit der Rockcity & Rock`nRoll Highschool, Metal Hydra und Metal Silvester im Schlepptau, eher dem Core-Genre.

Das Line-up lockte mit den frischen Post-Hardcorelern von ANCHORAGE, dem erdigen Earthcore von CALL THE MOTHERSHIP und den Metalcore-Helden von KILL THE LYCAN und WE BLAME THE EMPIRE. Abgesehen davon, dass der Abend wie immer ein freudvolles Wiedersehen mit alten Bekannten versprach, konnte ich mir dieses Line-up im St.Pöltner Frei:raum nicht entgehen lassen.

Nach einem etwas turbulenten Arbeitstag ging es dann endlich Richtung Frei:raum!

Kaum dort angekommen, fühlte ich mich schon wie zu Hause. Freudig durfte ich mitansehen, wie sich schon eine Menge Band-T-Shirt tragender Individuen vor den noch verschlossenen Toren versammelten und bei der Öffnung jener, zivilisiert in einer Reihe auf ihren Stempel warteten.

Kaum hatte mich ein Freund von der Security „abgestempelt“, wurde einmal ein kühles Blondes organisiert, während die „Arbeitsbienen“, seien es Bandmitglieder oder Crew, schon fleißig herumflitzten. Nachdem die Anwesenden mit kühlem Nass versorgt waren, sammelten sie sich schon langsam vor der Bühne. Ich begann dann auch einmal mit einer kleinen Begrüßungstour und stellte schlussendlich einmal meine Kamera ein, bis die Kollegen von ANCHORAGE die Bühne betraten.

 

ANCHORAGE:

 

 

Nach einem kurzen Soundcheck und einer kleinen Begrüßung brach das erste Gewitter des Tages an. Schon beim ersten Track lieferten die Herren Vadim (Vocals), Chris (Guitar), Rafael (Guitar), Kenny (Bass) und Dominik (Drums) gewaltig ab, was dazu führte, dass sich auch noch die restlichen Leute von der Bar zur Bühne bequemten. Vadim`s Vocals sind wirklich verdammt motivierend und die Instrumentalisten sind einfach auch erste Sahne. Der Post-Hardcore der Band hatte anscheinend auch auf die Crowd eine euphorisierende Wirkung, da jene schon sehr energisch die Haare fliegen ließen. Aber irgendwie auch verständlich, dass sich die dynamische Performance, bei welcher man den Musikern wirklich den Spaß an der Sache ansah, auf die Crowd auswirkte. Ich schloss mich dem „Geschedle“ an und genoss eine sehr feine Eröffnung des Abends.

Wer sich noch von der Intensität der Live-Performance überzeugen möchte, möge nur kurz Vadim ins Gesicht sehen:

 

 

Die Crowd war sichtlich bis zum Ende gefasst und vernahm am Schluss freudig die Botschaft, dass ANCHORAGE diesen Sommer am NOVA ROCK FESTIVAL konzertieren. Mit dieser wirklich erfreulichen Botschaft ging es dann in die Umbauphase.

 

CALL THE MOTHERSHIP:

 

 

Nachdem ich bei den letzten Konzerten in den Genuss gekommen bin den lieben Jörg Varga (AXE: Overmind) an meiner Seite , inkl. Kamera, zu wissen und andererseits auch eine sehr feine Zeit mit Thomas Feanis (BAZ: Codex.) verbringen durfte, war es natürlich eine Pflicht meinerseits, mein Genick einmal so richtig durchzuf***en.

Wem CALL THE MOTHERSHIP, bei welchen sich auch noch Sven „Sid“ Schellander (VOX: Primer), Ermis Holletschek (VOX: Joystick jetsetter) und Michael Svaton (DRMS: Commander) zur Besetzung zählen, noch unbekannt sind, der sollte sich schleunigst etwas von dem deftigen Earthcore der Herren reinziehen! Meister Primer war leider nicht abkömmlich, doch dafür zerlegte Herr Gerald Kamper, Sänger der Band ALL YOUR SORROWS, kräftig die Stage. Eigentlich taten dies alle Musiker die sich auf der Bühne befanden und die mittlerweile wirklich sehr gut vorhandene Crowd ließ sich vollends auf die heftigen Nummern der Band ein. Sogar zu einem kleinen Moshpit mit darauf folgendem „Lichtermeerchen“ ließen sich die Anwesenden hinreißen.

Da der Frei:raum nicht nur einen äußerst schnellen Fotografen, sondern auch ein gut eingespieltes Videoteam hat, kann ich euch hier direkt einen Mitschnitt des Abends servieren:

 

 

Wie man merkt, war die Crowd sichtlich mitgerissen von der Power der Band und ebenso sichtbar war, wie die „Mutterschiffler“ ihre Zeit on Stage genossen.

Die mittlerweile fein aufgewärmte Crowd konnte die nach der Band folgende Umbauphase diesmal wirklich gut gebrauchen, da sich einige schon gut ausgepowert hatten. Doch wir waren erst bei der Halbzeit angelangt!

 

KILL THE LYCAN:

 

 

Nun war es an der Zeit den österreichischen Metalcore bis zum Ende durch zu zelebrieren. Die nun schon seit 2011 wütende Partie KILL THE LYCAN, aus Wien, stand nun am Plan. Ich selbst bin bisher nur Mitgliedern der Band über den Weg gelaufen und war daher gespannt, einmal einen Live-Gig mitzuerleben. Bei meinem letzten Ausflug ins U4 durfte ich schon den Sänger Chris Breetzi kennenlernen, wegen welchem ich „Killing in the Name of“ von RAGE AGAINST THE MACHINE wohl nie wieder ohne zu lachen hören kann, aber dazu ein anderes Mal.

Auf jedenfall war mir klar, dass ich diese Rampensau mit meiner Kamera jagen musste!

Hier ein Einblick in die Welt des „On-Stage-Breetzi“:

 

 

 

Aber Breetzis Stimme alleine, macht ja noch lange nicht KILL THE LYCAN aus. Die Instrumentalisten Stevo Eberl (Guitar), Tom Putzi (Guitar), Chris Jane (Bass) und Matthias Sensylis (Drums) ´, lieferten soliden Metalcore, welcher auch bei der Crowd sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Der vorhin bei CALL THE MOTHERSHIP entstandene Pit, öffnete und schloss sich hier und da und die Haare flogen wie gewohnt.

Hier ein Video der Band, damit ihr euch vorstellen könnt, was ich als soliden Metalcore bezeichne:

 

 

Die Ausgelaugtheit der Crowd schien irgendwie zu schwinden, obwohl sich die Masse ganz schön bewegte. Ab dem Punkt an dem sich KILL THE LYCAN verabschiedeten, schien die Vorfreude auf den Headliner des Tages in Form von Adrenalin in einige Fans zu fahren. Mir ging es während der Umbauphase nicht anders.

 

WE BLAME THE EMPIRE:

 

 

Das ich mich auf diese Herren und die eine Frau im Hintergrund, schon gefreut habe, dürfte aus den letzten Berichten schon hervorgehen. Die Crowd wartete schon freudig eng zusammengedrängt vor der Bühne , bis das uns gut bekannte Intro losging. Vom ersten Ton an war das Publikum am „ragen“ wie es ja schon der Subtitel der Veranstaltung vorhergesagt hatte.

WE BLAME THE EMPIRE setzten dem Abend die Krone auf. Man merkte, dass sich einige textsichere Fans in der Crowd tummelten und Borsti lies sogar kurzerhand jemanden in der ersten Reihe mitsingen. Der Pit war so hart am toben, dass sich die Securitys schon dezent Sorgen machten , doch die Band wusste schon wie sie die Masse im Griff hatten. Als Borsti dann noch eine Wall of Death auf die Füße stellte ging es dann erst richtig rund.

Mit bekannter Stärke zerlegte die Band die Bühne mit einem ausgewogenen Set, welches unter anderem ein herzergreifendes Tribute enthielt, das selbst mir etwas die Tränen in die Augen trieb. Insgesamt war die Show einfach spitze, nah an der Crowd, emotional und nur so vor Energie strotzend.

So ging ein wirklich gelungener Konzertabend mit vier wirklich interessanten Bands, bzw. einem 100% in sich stimmigen Line-up, zu Ende. Selbst nach dem letzten Track von WE BLAME THE EMPIRE hielt sich das Publikum noch verhältnismäßig lange in der Location, bis alle, wie vor Ort schon Brauch, ins St.Pöltner UNDERGROUND zogen, um After-Show-Party zu feiern.

Dorthin konnte ich zeitbedingt leider nicht mehr folgen und daher endet meine Berichterstattung an diesem Punkt. Einerseits Schade, andererseits, wer weiß was da noch so in dem Bericht vorgekommen wäre. Es dürfte anscheinend auf jeden Fall noch spaßig weitergegangen sein.

Somit ein großen Dankeschön an die Organisatoren, die Bands und natürlich an die grandios motivierten Anwesenden! Es war wirklich ein sehr feiner Abend!

See you next time !

 

 


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