10.03.2019, Backstage (All Area), München

OVERKILL + FLOTSAM & JETSAM + DESTRUCTION + CHRONOSPHERE - KILLFEST TOUR

Veröffentlicht am 12.03.2019

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Das KILLFEST war am gestrigen Sonntag im altehrwürdigen BACKSTAGE in München angesagt. Nach dem hervorragenden Charteinstieg von OVERKILL's "The Wings Of War" - Album (Platz 5! - Review) hiess es nach den letzten Abendkassen-Verkäufen "Sold out".

Anstelle der erst angekündigten MESHIAAK sprangen kurzfristig CHRONOSPHERE aus Griechenland in die Bresche. Getreu dem Motto des Abends wurde EXODUS-lastiger Thrashmetal geboten, der durchaus Unterhaltungswert hatte und beim anfangs eher  reservierten Publikum gut ankam. Als Rausschmeisser gab es dann sogar noch "Ace Of Spades" zu hören. Anders als die anderen Bands waren die sympathischen Jungs auch noch am Merch-Stand anzutreffen. Guter Auftritt.

 

Dass FLOTSAM & JETSAM vor DESTRUCTION spielen mussten hat mich doch etwas gewundert, wobei da sicherlich auch der Heimbonus eine Rolle gespielt haben mag. Fakt ist, dass FLOTSAM & JETSAM wohl die unterbewerteste Band aller Zeiten ist. Und was wäre wohl aus Ihnen geworden, wenn JASON NEWSTEDT 1986 nicht zu METALLICA gewechselt wäre? Wird man natürlich nie erfahren. Von der Urbesetzung sind mittlerweile nur noch ERIK A.K. und MICHAEL GILBERT dabei. Prominentester Neuzugang and Bord ist Drum-Legende KEN MARY, der erst kürzlich am METAL ASSAULT-FESTIVAL (siehe Review) bei FIFTH ANGEL in unseren Breiten zu sehen war und der sich nicht zu schade war, vor der Show ausgiebig seine Drums selbst einzustellen. Die Band lieferte einen fulminanten, gut 45minütigen Gig ab, was bei dem grandiosen Back-Katalog natürlich viel zu kurz war. So gab es neben Klassikern wie "Hammerhead" und "Desecrator" vom "Doomsday For The Deceiver"-Klassiker von 1986 auch neuere Songs wie "Iron Maiden" oder "Demolition Man", welche auch sehr gut ankamen. Das Publikum kam nun erstmals richtig auf Touren und die Band war mit der Reaktion der Fans sichtlich zufrieden. Die nicht immer einfachen zweistimmigen Gitarrenläufe wurden traumwandlerisch sicher gebracht und Ken Mary trommeln zu sehen ist immer ein Erlebnis. ERIK A.K. ist stimmlich nach wie vor 1a, auch wenn er optisch merklich älter geworden ist, aber das werden wir ja alle. Alles in allem ein fantastischer Gig, der einen nach einer Headlinershow lechzen lässt.

DESTRUCTION sind ehrlicherweise noch nie so wirklich meine Baustelle gewesen, lieferten aber einen recht unterhaltsamen Gig mit alten Klassikern ab, die das (überraschenderweise auch recht junge) Publikum erstmals in den Moshpit trieb. Der Gesang von SCHMIER ist bestimmt nicht Jedermanns/-Fraus Sache, muss man eben mögen. Ich hätte persönlich lieber FLOTSAM & JETSAM etwas länger spielen sehen, aber mich fragt ja keiner.

Setlist(ohne Gewähr):

Curse the Gods
Release from Agony
Nailed to the Cross
Mad Butcher
Dethroned
Life Without Sense
Total Desaster
The Butcher Strikes Back
Thrash Till Death
Bestial Invasion

OVERKILL ließen dann die Abrissbirne raus. Angefangen vom Opener der aktuellen TOP5 CD ("Last Man Standing") über alte Klassiker wie "Rotten To The Core" oder "Feel The Fire" bis hin zu "Fuck You" wurden keinerlei Wünsche offen gelassen. Ich muss gestehen, dass dies mein allererster OVERKILL-Gig war, und ich hätte nicht mit so einer großen Spielfreude gerechnet und auch nicht damit, dass die "Jungs"(BOBBY "BLITZ" ELLSWORTH wird im Mai 60 und D.D.Verni ist auch nur 2 Jahre jünger) derart energiereich abrocken. BOBBY war immer in Bewegung und versteckte sich bei instrumentalen Passagen zur Bieraufnahme hinter den Lautsprecherboxen, ehe er wieder vorgesprintet kam und weiter wie ein Derwisch abrockte. Seine Stimme ist sicherlich gewöhnungsbedürftig aber eben ein Original. Sound und Licht (natürlich grün) waren top und das Publikum (inklusive etlichen "Skullcrushern" des Fanclubs) ging steil.

 

Nach knapp 80 Minuten wurde der Gig mit der New Jersey-Heimathymne "Welcome To The Golden State"  (inkl. BRUCE SPRINGSTEEN'S "Born To Run" Zitaten des Songs) beendet und das Publikum wurde wieder ins nasskalte, windige München entlassen.

Setlist (ohne Gewähr):

Last Man Standing
Electric Rattlesnake
Hello From the Gutter
Elimination
Deny the Cross
Distortion
Necroshine
Under One
Bastard Nation
Mean, Green, Killing Machine
Feel the Fire
Rotten to the Core

Encore:
Ironbound
Fuck You
Welcome to the Garden State
Fuck You (Reprise)

OVERKILL sind live (und auch auf Konserve) eine Macht und etliche jüngere Truppen, die nur verklärt auf der Bühne rumstehen und sich alle 5 Minuten einmal bewegen, können sich mehr als eine Scheibe davon abschneiden. Auf jeden Fall ein formidabler Konzertabend mit 4 prima Bands. Was will man am Sonntag Abend mehr. "Tatort" war gestern......


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