2019-03-21, Rockhouse-Bar, Salzburg

SPIDERGAWD + THULSA DOOM

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 23.03.2019

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Geschätzte 80 Leute sowie ein notorisch konzertsüchtiger Stormbringer-Schreiberling hatten an einem Donnerstagabend nichts Besseres zu tun, als in eine Zeitmaschine zu stiegen und sich von dieser musikalisch zurück in die Hochblüte mitreißenden Hardrocks bringen zu lassen. Durchs Programm führten die beiden Norwegischen Bands SPIDERGAWD und THULSA DOOM, von denen zumindest der kleine Berichterstatter bisher noch nichts gehört hatte. Was sich als schwerer Fehler herausstellte, doch der Reihe nach ...


Zuerst einmal hieß es die Gegebenheiten sondieren, denn so zugebaut wie an diesem Abend hatte man die Bühne der Rockhouse-Bar nur sehr, sehr selten gesehen – und das bei nur zwei Bands! Das umfangreiche, an der Front stehende Drumkit von SPIDERGAWD ließ für die beiden Gitarristen von THULSA DOOM kaum Spielraum – der Rest der Band hatte es sich kurzerhand vor der Bühne eingerichtet, wo sodann ein irre dreinblickender Bassist das Publikum auf Augenhöhe beunruhigend anstarrte, der Schlagzeuger mit Macht die Felle drosch und der Sänger sein persönliches Publikum gleich mehrmals quer durch den Raum schleifte um mitten unter den Zuschauern weiterzusingen.

Die (erzwungene) Nähe zum Publikum machte sich für THULSA DOOM vollauf bezahlt, denn ihr auf den Punkt gebrachter, erdig-bluesiger Hardrock traf sofort den Nerv der Zuschauer. Starke stimmliche Performance, angenehm organisch-kerniger Sound und sympathische Bühnenpräsenz der bunt zusammengewürfelten Truppe sorgten für angenehme, gelöste Stimmung in der Bar, in der bereits die ersten Besucher eine kesse Sohle aufs Parkett legten. Witzige Ansagen und so manches Scherzchen sorgten für eine lockere Atmosphäre und reichlich Applaus für die fünf Norweger, die, wenn die Informationen hier keine Lügen verbreiten, erst vor kurzem aus einer 15-jährigen (!) Pause mit einem Teil Originalmitglieder und zum Teil brandneuem Lineup zurückgekehrt waren. Verlernt haben die Herren dann jedenfalls in dieser Zeit nichts und auch die klar identifizierbaren, weil deutlich jüngeren, neuen Bandmitglieder scheinen sich sehr gut eingefügt zu haben. Daumen Hoch!


Ein Schlagzeug (mit Oldschool-Tonabnahme im Kessel) vorne an der Front, präsent in der Mitte der Bühne, die beiden singenden Gitarristen am Riser dahinter und links und rechts je ein ebenfalls singender Bassist und Saxofonist (!). So ungewöhnlich das Bühnensetup von SPIDERGAWD, so durchschlagskräftig der Sound. Holla die Waldfee, Derartiges bekommt man wirklich selten geboten! Schmissiger, derbe mitreißender Hardrock, in seinen pumpenden Rhythmen oftmals an der Grenze zum Blues und bei schnelleren Songs gar ein wenig in klassisch-kernige Metalgefilde schielend, brachte die Zuschauer in der Bar binnen kürzester Zeit auf Touren. Dazu wechselten sich die Bandmitglieder gekonnt in Sachen Leadgesang ab, während ein hochmotivierter Schlagzeuger eine Lehrstunde in energiegeladenem Rock-Drumming ablieferte. Die wirklich außergewöhnliche Note im starken, mitgrölfähigen Liedgut der Norweger lieferte das Saxofon – grundsätzlich schon ein eher selten in den rockigen Gefilden erblickbares Instrument, dann bei SPIDERGAWD sogar noch in seiner tiefen Bariton-Bauweise. Und, zur Hölle, leicht angezerrt entwickelte das Instrument einen Druck, den es im Rhythmus-Einsatz locker mit dem Tieftöner konkurrieren ließ und im Lead schon einmal die Gitarren ordentlich ins Schwitzen brachte. Ob mit singenden Harmonien oder exzellent konterkarierend, konnte man seinen Blick nur schwer von dem Herrn mit seinem mächtig großen Ding (ja, DER musste jetzt sein!) lösen. Solo-Einschübe aller Instrumentalisten lockerten das schweißtreibend-mitreißende Programm gekonnt auf, sodass das größtenteils kräftig abgehende Publikum auch immer wieder Luft schnappen konnte, bevor wieder durch die Bar gewirbelt wurde. Dass der Schlussapplaus alles andere als schwachbrüstig ausfiel, braucht man an dieser Stelle wohl nicht mehr erwähnen, oder?!

SPIDERGAWD und THULSA DOOM sorgten für so einige offene Münder, reichlich Mitsingstoff und viel gute Laune – so dürfte gerne jeder wochentägliche Konzertabend sein. Pipifein – das exzessive Shopping am Merchtable nach der Show sprach Bände ...
 

Fotos des Konzertes findet ihr auch bei Images Of Pain And Pleasure.


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