07.05.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

KHOST

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 09.05.2019

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Es gibt so Tage, da will es einfach nicht sein. Da gibt man sich Mühe, aber es ist einfach niemand zu motivieren aufzutauchen. Der Dienstagabend an dem KHOST (Verwechslungsgefahr mit den ungleich bekannteren und gänzlich anders klingenden GHOST ist nicht gegeben) in der Rockhouse-Bar gastierten, war so ein Tag. Ein (!) zahlender Gast verirrte sich nebst Personal und Stormbringer-Inventar in den Stollen, was man nun nicht als Ruhmeszeichen der Salzburger Metalszene ansehen konnte.

Zugegebenermaßen, machte es die stilistische Ausrichtung von KHOST, die mit Industrial Doom eine höchst exotische Nische besetzen, den Musikinteressierten nicht unbedingt leicht – dennoch war die gähnende Leere in der Bar angesichts der Vorstellung des Duos mehr als bedrückend. Die beiden britischen Gentlemen ertrugen es mit stoischer Ruhe, dass sich vor ihnen ein schwarzes Loch an Besuchern auftat und beschallten die Bar mit grimmiger Würde mit ihren finsteren Klängen.


Dabei erwies sich das düstere Gebräu, das sich da aus den Boxen walzte, als durchaus spannend – knarzige Soundexperimente wechselten mit sphärisch-elektronischen Passagen, bedrückende, gesprochene Passagen sorgten für Schauer des Grauens, während bis zur Unkenntlichkeit verfremdeter Gesang die verbotenen Pforten zu den schwärzesten Gedanken aufstieß. Grollender Bass erschütterte die Wände, während flinke Finger einer Achtsaiter-Axt die unmöglichsten Töne entlockten und psychedelische Videos auf dem Laptop am Bühnenrand, sowie nicht minder beunruhigende, wechselnde Projektionen des wabernden Bandlogos, die Szenerie in angemessen düstere Atmosphäre tauchten. Von der Einbindung eines Kornetts über die Verwendung eines Bogens am Bass bis hin zu Einspielungen eines Diktiergeräts über die Tonabnehmer der Gitarre, boten KHOST ein reichhaltiges Repertoire an abgefahrenen Soundexperimenten, die sich mit den beiden wummernden, im Tonkeller gewaltig Schub gebenden Saiteninstrumenten zu einem spannenden tonalen Konstrukt verbanden, dem die wenigen Anwesenden fasziniert lauschten.

Dass der Abend dann, in Ermangelung einer Vorband, sowie Publikums, das zumindest höflichen Applaus hätte spenden können, relativ kurz ausfiel, war wirklich schade. Die beiden Briten, die mit einer Menge technischer Spielereien angerückt waren, konnten einem wirklich leid tun. Klar, gerade mit so speziellen Klängen wird man nicht immer vor vollen Häusern spielen können, doch einen Publikums-Negativrekord wie an diesem Abend, hat wirklich keine Band verdient.


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