19.05.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

LIVIDITY + SACRIFICIAL SLAUGHTER + DEVINE DEFILEMENT + BASTARD'S ASYLUM + BOWEL EVACUATION

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 27.05.2019

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Nach zwei Tagen Festival in Haag (Niederösterreich) ging es für ein kleines Schreiberlein am Folgetag nahtlos in der heimischen Rockhouse-Bar weiter, wo sich ein Paket an Bands aus der Ecke der härtesten der Harten angesagt hatte. Auf zur fröhlichen Feier der Perversion hieß es mit LIVIDITY und vier weiteren Bands, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die Bar nachhaltig zu pulverisieren. Sind sie dir zu hart, dann bist du einfach zu schwach! Für viele nicht erschienene Besucher des Abends galt das wohl, denn der Besucherauflauf bei der enthemmten Pfuigaxi-Orgie hielt sich doch ziemlich in Grenzen, was angesichts der gebotenen deftigen Grunzorgie in der Bar dann doch schade war.

Wenn der Sänger sein Gesicht hinter einer Schimaske versteckt, aber mit umso mehr Wonne seinen blanken Hintern in den Besucherraum zeigt, währenddessen von Kot bis hin zu sehr alten Frauen die abartigsten sexuellen Fetische besungen werden und Töne die nur noch entfernt menschlich klingen der Kehle entweichen, dann sind wir im herrlichen Pfuigaxi-Universum des Grindcore gelandet, mit dem BOWEL EVACUATION aus Deutschland den Reigen der fünf Bands eröffneten. Und zwar mit einer ziemlich tighten, energiegeladenen Show, die dem geneigten Freund brachialer Klänge schnell ein Grinsen ins Gesicht tackerte – und wer mit dem, trotz Einsatz von lediglich Schlagzeug und Bass (Gitarrist ist derzeit keiner vorhanden) ordentlich fetten Sound nichts anfangen konnte (was glücklicherweise bei der noch eher dürftigen Zuschauerschar nicht der Fall war), der konnte wenigstens über den Musclesuit des gehäuteten Bassisten und die Jason-Hockeymaske des Schlagzeugers schmunzeln. Ein höchst unterhaltsamer Auftakt, der sich schlussendlich, zumindest für den Berichterstatter, als das frühe Highlight des Abends herausstellte.

BASTARD'S ASYLUM führten die fröhliche Grunzorgie sodann mit ordentlichem Getrümmer aus den US of A weiter, welches aber, trotz rasendem Tempo, irgendwie zahmer als die vorhergehende Band wirkte. Mit eher unausgewogenem Sound gingen die Feinheiten der dargebotenen Schlachtplatten leider unter, was vor allem an dem dezent zu laut eingestellten Amp eines der Gitarristen lag. Dass es ausgerechnet das Geburtstagskind des Abends war, dessen Axt unter seinem über die Gebühr lauten Kollegen leiden musste, war wirklich schade. Unterm Strich konnten BASTARD'S ASYLUM mit ihren starken, aber dennoch sehr ähnlichen Songs nicht so wirklich zünden.

Danach gaben sich DEVINE DEFILEMENT alle Mühe, die Bar kurz und klein zu holzen. Das Isländische Todesblei entwickelte amtlichen Druck auf den Hörmuscheln und ließ die Wände der Bar gewaltig wackeln. Der Brutalotod-Sound von DEVINE DEFILEMENT konnte das sich inzwischen etwas vermehrte Publikum schon deutlich besser mitreißen und rumpelte mit Vehemenz durch den Stollen, dass man nur zu gerne den Schädel zu den brachialen Klängen beutelte.  Was auch viele der Mitglieder der restlichen Bands taten, die sich auch hier, wie zu jeder Band des Abends, mit sichtlicher Freude an der Sache vor der Bühne versammelten. Wenn schon die Besucher überschaubar bleiben, so konnte man sich auch einfach selbst feiern! Das ist die richtige Einstellung!

Mit SACRIFICIAL SLAUGHTER sauste dann gleich der nächste Dampfhammer nieder. Vielleicht war das Programm etwas eintönig auf die Dauer, doch dafür kam der Gesamtsound wieder einmal so richtig schön Brutal um die Ecke. Die wenigen Zuschauer freuten sich sichtlich über das akustische Äquivalent eines herzhaften Trittes in die Fresse und ließ zum gnadenlosen Geshredder von SACRIFICIAL SLAUGHTER einmal mehr das Haupthaar fliegen. Dass der große Zulauf an Besuchern noch folgen könnte, darauf hoffte an dieser Stelle niemand mehr, doch die Stimmung in der Bar war trotz alledem sehr gut und man konnte nur zufriedene Gesichter erspähen. Wieder einmal zeigte sich – je bestialischer die akustische Untermalung, desto entspannter das Publikum...

Auf zum Endspurt gab es dann mit LIVIDITY, die noch einmal eine deftige Breitseite abfeuerten, noch einmal einen Nachschlag aus der niedersten Triebebene. „It's all about Pussy!“ - es wurden wieder einmal die diversen sexuellen Grausligkeiten quasi bis zum Erbrechen durchgeschliffen, dass sich der geneigte Freund jungfrauenabschlachtender Klänge mit Wonne in den grindig-todesmetallischen Klängen suhlen konnte. Zwar wurde es mit dem Bass dann doch ein wenig übertrieben, doch das herzhaft brüllkeifende vokale Dreigestirn, sowie der auf der Bühne komplett eskalierende Gitarrist entschädigten auf allen Ebenen für den etwas suboptimalen Sound. Die Anwesenden waren sichtlich angetan von der starken Performance von LIVIDITY, die auch vom Rest des Tourpackages mit ungebrochener Motivation und Freude abgefeiert wurden. Natürlich hätte man sich mehr Zuschauer gewünscht, doch wie das eben, wie bereits eingangs erwähnt, so ist bei den Klängen aus der brachialen Ecke: Sind sie dir zu hart, dann bist du ganz einfach zu schwach! Horns Up für LIVIDITY und ihren Tourtross, die sich von schwacher Kulisse nicht beeindrucken ließen und dennoch amtliche Shows mit Herzblut auf die Bühne brachten!

Weitere Fotos gibt es in Kürze bei Images Of Pain And Pleasure.


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