30.05.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

DEBAUCHERY + STORMRAGE + THE MORPHEAN

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 03.06.2019

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Blut, BLUUUUUT! Blood for the Blood Gooooood! Was könnte das wohl heißen? Genau! Die teutonischen Trümmermeister von DEBAUCHERY hatten sich für einen blutigen Donnerstagabend in der Rockhouse-Bar angesagt! Natürlich hätte man das Geknüppel auch gerne im größeren Saal genossen, doch die überschaubare heimische Szene sorgte immerhin für eine etwa halb volle Bar und sprach dafür dem Gerstensaft umso kräftiger zu – trotz, oder gerade wegen des darauffolgenden Zwickeltags.


Bevor es aber ans akustische Schlachten ging, war es zuerst einmal an der Zeit für die musikalisch feinere Klinge, geführt von THE MORPHEAN aus Oberösterreich, die die Zuschauer zum Auftakt gekonnt filetierten. Des Berichterstatters Lieblingsbrüllwürfel war wieder einmal in Höchstform und plärrte den bereits zahlreichen Besucher mit Vehemenz ins Gesicht, dass ihnen in den vorderen Reihen gar nichts anderes übrig blieb, als die Matten zu schwingen. Mit zwei neuen, streckenweise deutlich räudiger als das eher melodischer orientierte ältere Liedgut klingenden Songs im Gepäck, gaben THE MORPHEAN ordentlich Gas und lieferten einen starken Auftritt ab, der sich zu Recht lauten Applaus abholen konnte. Zwischen bandscheibenverachtenden Moves des Bassisten (im Ernst – hat der keine Wirbelsäule?!) und der Hartnäckigen Forderung der Zuschauer nach einem Drumsolo (!), zockten sich die Oberösterreicher mit sichtlicher Spielfreude durch ihr Set und konnten – trotz der unterm Strich sanftesten Klänge des Abends – wohl einige neue Fans dazugewinnen.


Nach diesem Starken Auftakt hieß es dann Knüppel aus dem Sack, mit den Lokalmatadoren von STORMRAGE, die wieder einmal schmutzstarrend und bluttriefend mit den Ketten von Nachbars Traktor und der Schädelsammlung eines Nekrophilen auf die Bühne wankten um dort die Hölle auf Erden zu entfesseln. Gut, zunächst war es eher der Sound, der mit deutlich zu kräftigem Bass erst einmal alles Kurz und Klein holzte, ehe sich die Sache dann besserte und die kernigen Death/Thrash-Walzen des Fünfers den inzwischen zahlenmäßig noch einmal ordentlich erstarkten und bestens motivierten Zuschauern eine saftige Gnackwatschn nach der anderen verpassten. Sägende Gitarrenfahrten in aberwitzigem Tempo peitschten die Laune der Besucher ordentlich hoch, sodass sich alsbald auch die ersten Versuche zaghaften Geschubses einstellten. Zum richtigen Moshpit reichte es dann leider doch nicht, doch die wirbelnden Haare und das Gebrüll der anwesenden Fans, das dem infernalischen Gegrunze von Fronter Heimo um nichts nachstand, legten ein Zeugnis eines intensiven Auftritts ab, der mit einem richtig schön festen Tritt in den Hintern zu vergleichen war. Aua! Gerne nochmal!


Und dann... DEBAUCHERY. Die herzallerliebste Bühnendeko aus grotesken entstellten Schaufensterpuppen und die noch einmal erhöhte Anzahl an Schädeln zeigte es an: Hier galt es keine Gefangenen zu machen! Stumpf ist Trumpf im Hause DEBAUCHERY, die Masken saßen und ab ging die wilde Fahrt! Schön räudiger Krawall, groovend wie der Teufel und mit Hang zur hirnzermarternden Eintönigkeit walzte sich mit Vehemenz über die gewaltig abschädelnden Leute in der Bar hinweg. Klar, ohne die ganze Aufmachung aus hässlichen Gummimasken und blutbesudelter Deko wären DEBAUCHERY unterm Strich durch ihre dann doch eher statische Show (versucht mal mit bodenlanger Gummischürze zu eskalieren, ohne euch oder andere dabei zu beschädigen...) eher auf der langweiligen Seite des Krawalluniversums, doch das Gesamtpaket macht es. Und das stimmte, wenn man sich die heftigst abgehenden Zuschauer in der Bar so anschaute, einfach von vorne bis hinten. Also hieß es einfach mal das Hirn abschalten, die herrlich stumpfen, krachend durchs Gebälk ratternden Songs auf die Ganglien wirken zu lassen und die Matten dazu im Takt zu schütteln, bis auch der letzte Rest des Kleinhirns als degenerierter Klumpen durch den Schädelinnenraum purzelte. Check – done! Mit DEBAUCHERY kann man einfach nichts falsch machen, wenn man sich einfach mal akustisch den Denkapparat wegballern möchte, egal ob sie dabei gerade ihre hübschen Masken auf dem Kopf haben, oder nicht -  Applaus!


Die Fotos des Abends findet ihr wie immer auch bei Images Of Pain And Pleasure.


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