09.06.2019, Zeppelinfeld Nürnberg, Nürnberg

Rock im Park - Tag 3 (Auslese)

Veröffentlicht am 14.06.2019

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Wie letztes Jahr, Tag 3 bei Rock im Park. Den zwei Tagen zuvor gingen ja Weltunterangsmeldungen voraus, insbesondere die Sanitäranlagen müssen unter aller Kanone und nicht funktionsfähig gewesen sein. Sonntag hatte man das durch die guten alten Dixies aber ganz gut im Griff. Und auch sonst nicht allzu viele Abstriche, was die Orga angeht.


Zu den gesehenen Bands:

Bereits um 14 Uhr gabs die Allstartruppe DEADLAND RITUAL. Leider noch vor übersichtlichem Publikum. Aber die wenigsten der Kids dürften wohl gecheckt haben, welche Legenden da vor Ihnen gespielt haben. Allen voran Steve Stevens, der gitarrentechnisch ein Feuerwerk abbrannte und einen gleichzeitig daran erinnerte, wie austauschbar die neue Gitarrengeneration doch ist. Meist nur tiefergestimmtes Geschrammel, kein Solo und aus. Neben ihm Geezer Butler von BLACK SABBATH am Bass und Ex-GUNS N' ROSES Matt Sorum am Schlagzeug. Es gab eine gute Mischung aus alten BLACK SABBATH-Stücken, VELVET REVOLVER und auch Eigenkompositionen. Ein eigenes Album hat die Band ja noch nicht. Klasse Auftritt, der mit einem BILLY IDOL-Cover vielleicht noch besser gewesen wäre und mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.

               

                   

Danach dann mein persönliches Tages-Highlight: HALESTORM. Lzzy & Co. wie immer in vortrefflicher Spiellaune, die Absätze werden auch immer höher und die Haare langsam wieder länger. Leider gab es nur ca. 50 Minuten, die aber über jeden Zweifel erhaben waren. Man merkt, dass da mit Spass an der Sache musiziert wird und im Gegensatz zu vielen identitätslosen Truppen hat die Band /Lzzy eben auch das gewisse Star-Extra-Appeal. Der Sound war ebenfalls top und an der Setlist gab's kaum was auszusetzen. Im November in München dann in voller Länge!

                                   

                   

 

ALICE IN CHAINS mag ich an sich ganz gerne, weil sie ja nie so richtig Grunge waren, aber die alten Songs ohne Layne klingen mit dem neuen Frontman eben nicht mehr wirklich so gut. Und die neuen sind eben auch nicht der Oberbrüller. Da war dann Essensaufnahme angesagt.

Anstehen in der Alternastage (Arena) war leicht stressig, dort war mehr die Schreikrampffraktion angesiedelt. Gesehen dort: KVELERTAK (mit offenbar neuem Sänger, der aber aufgrund seiner Geburtstagsfestivitäten arg neben der Kappe war). Jedenfalls besser als der gruselige Auftritt im METALLICA-Vorprogramm 2018. BAD WOLVES, zwar recht heftig aber auch melodisch, die ruhigeren Songs waren die Besten. BEARTOOTH dann mit einem ziemlichen Abrissauftritt, der bei der Kids-Fraktion sehr gut ankam. Schreigesang ist halt nunmal nicht meines und mir klingen da die Bands einfach zu austauschbar nach dem Schema "Schrei/Vers/Cleaner Hymnen Chorus und druntergelegt ne Schrammelgitarre" (siehe auch "Gitarrenhelden" oben). Nichtsdestotrotz beeindruckend, welche Stimmung die in die Halle gebracht haben und ein paar Lieder blieben sogar hängen. Feuer wie an Silvester.

Dazwischen gabs dann SLASH mit MYLES KENNEDY mit einem soliden Auftritt. Neben Steve Stevens der zweite Guitar Hero, der der Jugend mal zeigt, wie's geht. Erwartungsgemäß kaum G N'R Songs (glaube nur einer), denn mittlerweile dürfte SLASH die nach fast 3 Jahren Reunion Tour über haben und es gibt nun ja schon genug Soloscheiben. Guter Auftritt.

Zum Abschluss dann SLAYER auf der Parkstage. Leider etwas arg leise, was sich im Verlauf des Gigs nur unwesentlich besserte. 70 Minuten Best of mit fetter Feuershow. Gab es nicht wirklich was zu meckern. Somit ist Angel of Death wohl das letzte Lied von SLAYER, dass ich von ihnen live gehört habe, außer die Abschiedstour ist keine (warten wir es ab).

                    

Und schon waren wieder 12 Stunden vorbei. Den Tagesticketpreis war das Ganze sicherlich wert, auch wenn ich Einzelkonzerte einem Festival immer vorziehen würde. Die äußeren Umstände waren Sonntag erträglich. Wenn man es mal nüchtern bei Licht betrachtet ist aber mittlerweile vieles pure Geldmacherei/Abzocke, z.B die "Klarsichtbeutel", die man für 10 Euro kaufen kann, welche angeblich bessere Einlasskontrollen ermöglichen, als wenn man seinen eigenen Beutel mitnimmt. Oder 10 Euro extra für eine "Duschflatrate" bei einem 3-Tages-Ticketpreis von 240 €. Nun ja so ist es eben und Nachfrage regelt das Angebot. Aber auch 2020 werden wieder genug hinpilgern. Bei gutem Programm ich wohl auch wieder für einen Tag. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als MUSE alles niederbrannten, hat mir am Sonntag auf der Mainstage ein richtiger Headliner gefehlt. SMASHING PUMPKINS und TOOL sind eben nicht jedermanns Sache. Meine zumindest nicht. Ebenfalls zu überdenken: Die immer inflationärer auftretenden Rapper/Hip Hopper und deutschsprachige Ballermanntruppen. Dem Namen des Festivals m.E. unwürdig, aber dem Eventpublikum gefällt sowas wohl.


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