11.06.2019, Rockhouse, Salzburg

OUR LAST NIGHT + LONELY SPRING + COPERNIQUO

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 14.06.2019

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Wir sind wieder einmal im Salzburger Rockhouse zu Gast, ausnahmsweise nicht in der Bar, sondern im großen Saal, wo es an einem Dienstagabend wieder einmal Stoff für den Nachwuchs auf die Ohren gab. Die Selfmade-Pop-Punker von OUR LAST NIGHT sorgten für Tinnitusalarm und tieffliegende Stofftiere im östrogengeschwängerten Rockhouse, das sich verdammt gut gefüllt mit Fans vornehmlich jüngerer Semester präsentierte.


Den Auftakt machten die Local Heroes COPERNIQUO aus Salzburg, die mit einem energiegeladenen Set, komprimiert in eine knackig-kurze halbe Stunde, klar machten, dass sie auf die große Bühne gehören. Mit melodischen Ohrwürmern wie „Dance On Broken Glass“ und rotzig-flotten Titeln der Marke „Against Your Command“ von ihrem starken Debüt „Brainwashed“ konnten die vier Salzburger schnell beim Publikum landen und bereits so manche gutgelaunte junge Dame zum Mitklatschen animieren. Ein bißchen mehr Spielzeit hätte man COPERNIQUO schon zugestehen können, doch der Vierer nutzte die zur Verfügung stehende Spielzeit gut aus und knallte den Leuten einen verdammt starken Auftritt vor den Latz, dem das Publikum ruhig noch mehr Applaus spenden hätte können!


Nach dem doch eher straighten, melodischen Rock der Salzburger, ging es mit LONELY SPRING ins Pop-Punk-Universum, für das wohl die meisten der Anwesenden gekommen waren. Eine gute Balance zwischen melodischen Refrains und ein bißchen Aggro-Geschrei, dazu bewegungsfreudige junge Burschen, die mit Hummeln im Arsch über die Bühne fegten – eigentlich brachten LONELY SPRING alles mit, was man für das Genre brauchte. Eigentlich, denn trotz musikalisch starker Performance wollte das Ganze nicht so recht funktionieren, was vor allem am extrem nuschelnden und augenscheinlich bereits am zweiten Tourtag verkühlten Sänger lag, der leider nicht wirklich Druck hinter seine Stimme bekam. Auch das zum Abschluss dargebotene FALCO-Cover von „Amadeus“ war dann eher grenzwertig, sodass sich der österreichische Kult-Künstler angesichts dieser Version vermutlich im Grabe umgedreht hätte. Bleibt bitte bei euren eigenen Songs Jungs, das könnt ihr viel besser! Zumindest den Zuschauern gefiel es aber ganz gut, wie der anhaltende Applaus bewies.


Ein Jubel, der sich, als schließlich OUR LAST NIGHT die Bühne enterten, gleich noch einmal vervielfachte. Dank Gehörschutz hielt sich die Tinnitusgefahr für die im Bühnengraben stehenden einigermaßen in Grenzen, als die zu mehr als 90% aus jungen Damen bestehenden ersten Reihen richtig loslegten und die vier sympathischen Burschen auf der Bühne abwechselnd abfeierten und anhimmelten. So setzten sich OUR LAST NIGHT kurzerhand ins gemachte Nest und gaben den Fans was sie wollten – eine ordentliche Packung an melodischen Ohrwürmern, die zwischen harmonischen Mitsingrefrains, ein paar saftigen Metalcore-lastigen Eruptionen und einigen mitreißend arrangierten elektronischen Einschüben pendelten. Pop-Punk der besseren, handgemachten Sorte eben, wie man das modern ausdrücken würde. Die Sorte Musik, die sich auch der Scheuklappenlose Metalhead noch bedenkenlos reinziehen und daran Freude haben kann und die bei der jüngeren Fraktion (wie man anhand des Besucherauflaufs im sehr gut gefüllten Saal ersehen konnte) gerade so richtig en vogue ist. Klar, die elitäre Brüllgrunzkeif-Fraktion wird die jungen Buben eher belächeln, doch mit ihren starken Songs und einnehmender Performance (den Janick-Gers-Gedächtnis-Instrumentenwirbel muss man erstmal so locker hinbekommen!) konnten OUR LAST NIGHT auf voller Länge überzeugen. Mit zwei lautstark geforderten und dann auch entsprechend abgefeierten Zugaben, verabschiedete sich der Vierer nach einem schweißtreibenden Auftritt unter tosendem Applaus von der Bühne und gab sich im Anschluss noch sehr fannah, als die Musiker direkt nach der Show auf Tuchfühlung mit dem Publikum gingen, sich persönlich bedankten, Geschenke entgegen nahmen und noch einige Zeit mit den Zuschauern plauderten. So lange, bis die Security die letzten noch Anwesenden aus dem Saal komplimentieren musste, da mit dem Abbau begonnen wurde.
 

Ein wirklich starker Konzertabend im Rockhouse, der vielleicht durch die stimmlichen Probleme der zweiten Band einen kurzen Durchhänger hatte, aber unterm Strich niemanden enttäuscht nach Hause gehen ließ. Am wenigsten ein kleines Schreiberlein, das sich sowohl über die überzeugende Vorstellung von COPERNIQUO freute, als auch über den extrem starken Auftritt von OUR LAST NIGHT. So soll's sein!

Weitere Fotos des Auftritts findet ihr in Kürze bei Images Of Pain And Pleasure.


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