14.06.2019, Markussaal, Salzburg

SCÄVENGER EP-Releaseparty, feat: DEAD KNOWLEDGE

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 16.06.2019

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Es gibt so Bands, die bekommt man nur im Doppelpack. So zum Beispiel SCÄVENGER und DEAD KNOWLEDGE, die, zumindest im Dunstkreis der Salzburger Metalszene, stets gemeinsam gesichtet werden (zuletzt zB am Local Heroes oder im Vorprogramm von JUNGLE ROT). So auch an einem Freitagabend in der Mozartstadt, wo der ehrwürdige Markussaal in der Altstadt (übrigens ums Eck vom Haus der Natur gelegen) unter ungewöhnlich deftigen Klängen erzitterte. Die Buben von SCÄVENGER hatten dort zur Releaseparty ihrer ersten EP „Avalance Of Gore“ gerufen und die Zuschauer erschienen recht zahlreich in der nicht von allen auf den ersten Anlauf gefundenen Location. Ja, auch das kleine Schreiberlein stolperte zunächst am unscheinbaren Eingang, auf dem in großen Lettern „Markussaal“ geschrieben stand, vorbei, aber freute sich hernach umso mehr, dass der überraschend große Saal im Souterrain gelegen war, was eine willkommene Abwechslung zu den in der Stadt herrschenden Backofentemperaturen bot. An dieser Stelle möchte der Berichterstatter offiziell beantragen, dass Konzerte im Sommer generell nur noch in Kellern stattfinden sollten! Vielleicht wäre dies ja auch dem Ruf, den österreichische Keller mittlerweile weltweit genießen (*hust*), zuträglich...


Von bedenklichem Fritzlstyle war man dann aber doch weit entfernt, als DEAD KNOWLEDGE als erste Band des Abends mit 40-minütigem Set gleich einmal ordentlich einheizten. Die durch die uralten, dicken Mauern angenehme Kühle im Saal bedingte, dass das der oberirdischen Hitze entflohene Publikum entsprechend bewegungsmotiviert war und bereits zum kantigen Death/Groove des Fünfers ordentlich ausrastete. Die im Saal wohlwollend ausgelegten Teppiche sorgten, ehe sie zusammenknautscht an der Seite landeten, für einige lustige, wenn auch unfreiwillige Stunts (kennt ihr dieses göttliche Bild, wenn Katzen auf glatten Böden versuchen loszurennen und ihnen alle vier Füße durchgehen? Ja? Genau SO sah das aus!) im Moshpit und auch das eine oder andere Glasgefäß hauchte ob der überbordenden Energie einiger Besucher sein Leben aus. Auch auf der Bühne wurde nicht minder Gas gegeben, sodass der energiegeladene Sänger (wieder einmal, muss man schon sagen) vor lauter Hingabe schon einmal sein Mikrofon mit trockenem „pluck!“ auf den Boden knallen ließ. Zwischen mitreißendem Groove und wüstem Gebrüll ließen sich die Leute von DEAD KNOWLEDGE so richtig mitreißen und forderten zum Schluss auch noch hartnäckig eine Zugabe, die dann in Form von SEPULTURAs „Roots“ die Zuschauer noch einmal so richtig eskalieren ließ. Hellyeah, auf diese Weise schwitzt man lieber, als unter sengender Sonne!


Schichtwechsel! Jetzt kam der Nachwuchs in Form von SCÄVENGER an die Reihe, der das recht zahlreiche und altersmäßig sehr weit gefächerte Publikum fast eine Stunde in die Mangel nehmen durfte. Das kleine Schreiberlein bekam gleich wieder Muttergefühle, als die knuffigen Buben die Bühne erklommen – doch vom unschuldigen Aussehen sollte man sich bei diesem Vierer nicht täuschen lassen, denn die jungen Herren sind bereits ganz schön aggro drauf! Irgendwo zwischen halsbrecherischem Highspeed-Thrash und brutalem Todesmetall angesiedelt, machten SCÄVENGER keine Gefangenen und holzten drauflos, als wäre der Teufel persönlich hinter ihnen her. Speziell am Schlagwerk wurde wieder einmal gewütet, als wäre der Leibhaftige in den Schlagzeuger gefahren und auch ansonsten überzeugten die Burschen mit technischer Stärke. Ob der infernalischen Klänge und des herzerfrischen derben Geplärrs (den Vocals hätte man gerne streckenweise noch ein Bisschen mehr Schub geben können) hielten sich die Zuschauer zunächst noch ein wenig im Hintergrund, doch dann erst einmal losgelassen, tobten einige heftige Circlepits durch die Halle, die dergestalt Action wohl in ihrer langen Laufbahn auch selten gesehen hatte. Dass dem Sänger gegen Ende des Sets auch noch der Gitarrengurt riss, das hätte es natürlich ausgerechnet bei der Releaseparty, bei der natürlich auch die komplette EP „Avalance Of Gore“ durchgezockt wurde, nicht gebraucht, doch nach kurzer Verwunderung wurde die kurzfristig dadurch ausgefallene Gitarre eben durch umso derberes Gegrunze wett gemacht. Während der Gurt auf der Seite der Bühne notdürftig repariert wurde, streuten die restlichen Instrumentalisten mit lockerer Hand einige Soli und einen kurzen Jam-Part ein, ehe das Hochgeschwindigkeitsgetrümmer mit unverminderter Vehemenz weitergehen konnte. Dass auch hier eine Zugabe gefordert wurde, das war unvermeidlich – und damit wurde dann auch noch der letzte Rest Energie aus dem ungebrochen motivierten Publikum gequetscht. Super gemacht, Burschen! Wir sehen uns wieder!
 

Die Fotos des Abends findet ihr in Bälde auch bei Images Of Pain And Pleasure.


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