28.-29.06.2019, Passau,

Blackdoor Festival 2019

Veröffentlicht am 04.07.2019


BLACKDOOR FESTIVAL 2019

Am letzten Juni Wochenende, irgendwo im bayrischen Wald ging zum ersten Mal das BLACKDOOR OUTDOOR FESTIVAL über die Bühne. Die Konzert- und Festivalreihe ist längst kein Geheimtipp unter Liebhabern des Stoner, Hard und Psychedelic Rocks mehr. Internationale Szenegrößen wie GREENLEAF, THE ATOMIC BITCHWAX und KAMCHATKA waren schon zu Gast.

Dennoch liegt ein großer Fokus an der Förderung regionaler Bands und dem Schaffen von Raum für die Stonerkultur in Niederbayern.

Die erste Ausgabe des Festivals fand auf einem malerischen Gelände, circa 20 Minuten außerhalb von Passau (Bayern) statt. Um das Ganze so gemütlich und familiär wie möglich zu halten, wurde die genaue Adresse erst mit dem Kauf der Tickets bekanntgegeben.

 


Freitag

 

Das BLACKDOOR FESTIVAL öffnete am Freitag gegen 14:00 Uhr seine Türen. Die für mich erste Band war TAMING THE SHREW – eine fünfköpfige Band aus Regensburg, welche sich irgendwo zwischen Psychedelic, Blues und groovigen 60er-Jahre-Sounds befindet. Die starke Stimme von Frontfrau Daniela Liebl verleiht der Gruppe einen nochmal speziellen Touch und ließ unter den Besuchern pure Festivalstimmung aufkommen.

Nach einem zügigen Umbau ging es auch schon mit DEVILLE weiter. Das Quartett aus Schweden fährt auf einer härteren Schiene – denn durch die gekonnte Mischung von traditionellen Stonerklängen mit härteren, metallastigen Riffs entsteht ein individueller Sound. Ihre letzte Veröffentlichung, „Pigs With Gods“ erschien im Oktober 2018 und wurde von Kritikern hoch gelobt. Auch live wissen die Jungs wie man ordentlich einheizt.

Passend zum Sonnenuntergang, welcher bei der hoch gelegenen Location mehr als gut zur Geltung kam, legten auch schon MOTHER ENGINE auf. Die Truppe aus Plauen gehen aktuell mit ihrem Genre deutschlandweit durch die Decke. Man stelle sich instrumentellen Stoner Rock vor (ähnlich wie COLOUR HAZE, nur spaciger) mit einer Prise von Krautrock - und fertig ist der perfekte Gig.

Kurze Anmerkung: Wer auch immer während den Umbauten für die Musik verantwortlich war, dem gebührt ein großes Lob. Selten gibt es auf Festivals so schöne Playlisten für Zwischendurch.

Als Freitags-Headliner wurde DYSE gewählt – das Ding im deutschen Noiserock. Ein zugegebenermaßen mutiger Kontrast zum restlichen Tagesprogramm, welcher jedoch vom Publik mit Begeisterung aufgenommen wurde. Hier wurde noch einmal alles gegeben und richtig gefeiert, bevor es zur Aftershow ging, welche in einer Scheune auf dem Gelände stattfand. Hier wurde mit echten Platten aufgelegt - von Klassikern bis Newcomerstuff, war für jeden etwas dabei.

 


Samstag

 

Neuer Tag, neues Glück. Auch der Samstag startete mit perfektem Wetter und gut gelaunten Besuchern. Passend pünktlich ging es gegen 16:00 Uhr mit WHITE NOISE GENERATOR, einer relativ jungen Band (Gründung 2017), aus Passau los. Soundtechnisch pendelt die Gruppe zwischen tiefen Riffs, gekonnt eingesetzten Vocals und spacigen Keyboard-Klängen – eine insgesamt sehr gut gelungene Mischung, welche live absolut feierbar ist. Von denen werden wir noch einiges hören.

Weiter ging es auch schon mit WILLOW CHILD. Seitdem sie 2016 den zweiten Platz des Newcomer Festivals Erlangen erreicht haben, geht es für die Gruppe steil bergauf. Was angesichts des gekonnten Retro-Rocks kein Wunder ist. Sängerin Eva Kohl transportierte mit ihrer warmen, bluesigen, leicht Janis Joplin-angehauchter Stimme tiefsinnige und metaphernreiche Songs an das Publikum. Jedem Liebhaber des Genres würde ich die Platte „Paradise & Nadir“ ans Herz legen.

Ein paar Dinge die am BLACKDOOR FESITVAL besonders positiv hervorstachen, waren die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Besucher, das breit gefächerte Rahmenprogramm und die Detailverliebtheit seitens der Veranstalter. Auch kulinarisch kam niemand zu kurz. Den Gästen wurden faire Essens- und Getränkepreise geboten, des weiteren standen auch vegetarische und vegane Alternativen zur Auswahl. Und wie fancy ist es bitte, statt Pfandmarkerl kleine Schlüsselchen auszugeben?

Wenn wir schon von den Veranstaltern sprechen, können wir auch gleich zur nächsten Band gehen – CONE, welche hinter dem ganzen BLACKDOOR stehen (ausführliches Interview hier) spielten den ersten Gig mit ihren neuem Gitarristen, Mille Schmidbauer, welcher sehr gut ankam. Die Gruppe hatte auch sichtlich Spaß an Show und Festival.  


Als heutige Sonnenuntergangsband gab es TIMESTONE welche schon öfters beim BLACKDOOR zu Gast waren – dennoch ähnelt keine Show der Linzer einer anderen. Das sympathische Trio, weiß wie man trippy-psychedelische Klänge mit doomigen Vibes kombiniert. Die Stimmung war mehr als angeheizt und durch das staubig-trockene Klima konnte man den Gig glatt mit einer KYUSS Generator Party verwechseln.

Nach STEAK war es auch schon wieder Zeit für die letzte Band des Abends und Festivals – MONKEY3. Dazu muss eigentlich nicht viel gesagt werden, für jeden Fan von MY SLEEPING KARMA, UFOMAMMUT und Co. sind die Jungs aus der Schweiz nicht mehr wegzudenken. Hier wurde eine Show der Superlative geboten. Klänge, welche nicht von dieser Welt zu scheinen waren, vereinten sich mit fuzzigen Riffs und wurden von einer spektakulären Leinwandprojektion umrandet. Für die, die noch nicht genug hatten gab es erneut eine Aftershow Party.

So ging das erste BLACKDOOR OUTDOOR FESTIVAL auch schon zu Ende – welches wohl mehr als gelungen war. Mit einem ausgeklügeltem DIY-Konzept, familiär gehaltenem Ticketkontingent und spitzenmäßigen Besuchern steht einer Wiederholung im nächsten Jahr wohl nichts mehr im Weg. 

Fotos: Pille Schmidbauer & KEKS Fotografien


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