19.07.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

GLARE OF THE SUN Album-Releaseshow, feat: ANDERWELT + LES LEKIN

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 23.07.2019

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Wieder genesen, war der erste Weg für ein kleines Schreiberlein natürlich wieder einmal in die Salzburger Rockhouse-Bar! Die Salzburger Post-Doomer GLARE OF THE SUN, die kürzlich mit einem enorm starken zweiten Album "Theia" um die Ecke kamen, feierten den Release ebenjener Scheibe im erweiterten Kreis von Freunden und Fans und holten sich zur musikalischen Unterstützung auch noch ANDERWELT aus Linz, sowie die ebenfalls aus der Mozartstadt stammenden LES LEKIN mit ins Boot.


Letztere machten auch den Anfang, indem sie erst einmal zum in Stimmung kommen auf der Bühne eine Räucherkerze entzündeten und sich anschließend im Integrationskreis in den richtigen Flow brachten. Das dürfte an diesem Abend besonders gut funktioniert haben, denn so stark wie hier hatte man LES LEKIN schon lange nicht mehr gehört. So laut wahrscheinlich auch nicht, doch am klaren Sound konnte man zu keiner Zeit rütteln. Die feinen Details in den psychedelisch wabernden Klängen, die die Anwesenden schnell mitzureißen vermochten, kamen gut heraus und so wirbelten alsbald die Haare der Zuschauer nur so durch die Bar. Dabei gaben sich die drei Salzburger härter und fordernder als man sie bisher in Erinnerung hatte, was der Gesamterscheinung und der Wirkung aufs Publikum mehr als zuträglich war.


Mit so einem enorm starken Opener konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen, wie die nahtlose musikalische Überleitung zum nicht minder Stimmungsvollen Liedgut von ANDERWELT zeigte. Auch diese präsentierten sich an diesem Abend in der Bar kantiger und deutlich deathiger als noch beim letzten Besuch an gleicher Stelle. Das ging zwar vielleicht nach Meinung einiger ein wenig zu Lasten der weichen, fließenden Cello-(Solo-)Parts, doch das klassische Instrument bewies in seiner stromverstärkten und angezerrten Variante, dass es einen klanglich vollwertigen Gegenpart zur E-Gitarre bieten konnte. Entsprechend konnten die komplexen, atmosphärischen Songs von ANDERWELT auch einen enormen Druck entwickeln, der vom Publikum mit lautstarkem Feedback goutiert wurde und so mancher Zuschauer ließ sich gänzlich in die dynamischen, zwischen leichtfüßiger Melancholie und emotionsgeladenen Eruptionen pendelnden Klangwelten fallen. Spannend und mitreißend, was die Linzer hier boten!


War die Begeisterung schon bei LES LEKIN und ANDERWELT groß, so konnten GLARE OF THE SUN mit ihrem bockstarken Release „Theia“ im Rücken, von dem auch der Großteil der gespielten Songs stammte, dann so richtig abräumen. Die geschätzte Hundertschaft an Zuschauern ging zu der enorm starken Show ordentlich ab, während das Brett von Sound, das der Post/Doom-Formation hier geklöppelt wurde, einfach alles niederriss. Unfassbar atmosphärisch, getragen von einer stimmungsvollen Lichtshow und einem geradezu entfesselt agierenden Fronter, sorgten GLARE OF THE SUN für geradezu ekstatische Freude im Publikum, zumal die getragenen, epischen Titel live noch weit mehr Druck zu entwickeln vermochten, als das bereits auf Konserve der Fall war. Ist dem Fünfer mit „Theia“ bereits ein wirklich großer Wurf gelungen, so konnten sie in der Live-Situation sogar noch einen drauf setzen, indem sie mit ihrem Auftritt ein absolutes konzertales Highlight in der Bar zementierten. Einzig die Gast-Vocals auf „IV“ hätte man sich, ob der Anwesenheit von Thom Kinberger (OUR SURVIVAL DEPENDS ON US) schon auch im Original gewünscht, doch das war ein so verschwindend geringer Schönheitsfehler in dieser musikalischen Machtdemonstration, dass daran niemand Anstoß nehmen konnte. Das kleine Schreiberlein freut sich auf weitere Auftritte von GLARE OF THE SUN und fragt sich, ob die einnehmende Atmosphäre dieses Abends überhaupt noch getoppt werden kann...
 

Nein, unglücklich heimgehen konnte an diesem Abend, trotz teils so melancholisch niederschmetternder Klänge, wirklich niemand. Das Dreierpaket an Bands an diesem Abend bot perfekte Konzertatmosphäre, wie man sie sich einfach immer wünschen würde.

Mehr Fotos des Abends findet ihr natürlich auch wieder bei Images Of Pain And Pleasure.


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