23.07.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

ABORTED + DECAPITATED + ATHIRIA

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 30.07.2019

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Nachdem kürzlich schon NOCTEM hingebungsvoll in der Rockhouse-Bar gewütet hatten, stand nur ein paar Tage später schon das nächste Genickbruch-Paket Gewehr bei Fuß! Metal Madness Concerts erfreuten alle Anhänger des eskalativen Krawalls mit einem Dreierpaket brutalster Klänge von ABORTED, DECAPITATED und den heimischen Krawallbolzen ATHIRIA. Entsprechend zahlreich lief dann auch die Krawallfraktion an diesem Dienstagabend in der Bar ein, trotzdem nicht wenige übliche Verdächtige sich zu diesem Zeitpunkt wohl schon am Metaldays Festival in Slowenien die Kante gaben.


So konnten sich ATHIRIA zur vergleichsweise frühen Stunde bereits über zahlreiche interessierte Zuhörer freuen, die den ersten Abrissbirnen des Abends lauschten. Die Oberösterreicher traten das Gaspedal vom Fleck weg bis zum Anschlag durch und präsentierten hochwertiges, schwer groovendes Todesblei, bei dem allerdings der Funke noch nicht so wirklich überspringen wollte. Das lag wohl weniger an den bockstarken wie brettharten Klängen, die da mit mächtig Schub aus den Boxen donnerten, sondern eher am überschaubaren Platzangebot auf der von den beiden Hauptbands vollgeräumten Bühne, welches die Bandmitglieder quasi an ihren Plätzen festnagelte. Mit Ausnahme des Sängers, der seinen Aktionsradius kurzerhand vor die Bühne verlegte (der Bassist folgte kurze Zeit später), um die noch etwas Respektabstand einhaltenden Zuschauer von Angesicht zu Angesicht anzugrunzen. Trotzdem die Besucher noch nicht so recht in die Gänge kommen wollten, konnten sich ATHIRIA für ihren starken Auftritt laute Beifallsbekundungen abholen.


Bei DECAPITATED rückten die Zuschauer deutlich näher in Richtung der Bühne, hielten aber, ob der gefährlich schwingenden, knielangen Dreads des Front-Schreihalses, noch ein wenig Sicherheitsabstand. (Fürs Protokoll: Das kleine Fotoantha, auf der Suche nach außergewöhnlichen Motiven furchtlos im Aktionsradius der fliegenden Dreads, bekam diese gleich mehrmals ab. Ja, die tun g'scheit weh.) Dafür rissen die Polen mit ihrem breitwandigen, eher technisch orientierten Geböller sodann gepflegt die Bude ein. Zwar mit enorm lautem Sound, aber dennoch gutem Mix, brachten DECAPITATED mit wahnwitzigen Geschwindigkeitsexzessen (Jemand hätte den Flüssigkeitsverlust des wie ein Berserker wütenden Schlagzeugers messen sollen...) die Bar wortwörtlich zum Kochen – in der schwülen Hitze der Bar transpirierten Band wie Zuschauer heftigst, aber beutelten dazu mit unverminderter Intensität die Schädel. Die Saunatemperaturen hinderten niemanden daran, sich zu den heftigst groovenden, jungfrauenabschlachtenden Klängen so richtig die Kante zu geben – der Applaus im Anschluss ließ zwar auf leichte körperliche Ausfallserscheinungen der Zuschauer schließen, doch angesichts eines derartigen Bretts, das man von DECAPITATED über den Schädel gezogen wurde, war das irgendwie verständlich.


Wer dachte es wäre bei DECAPITATED schon heiß gewesen, den straften ABORTED mit der exzessiven Verwendung des Bühnenneblers Lügen und verwandelten im Verlaufe ihres schweißtreibenden Auftrittes die Bar in eine Dampfsauna in der man das Treiben auf der Bühne oft nur schemenhaft erahnen konnte. Daneben rumpelte der Sound mit Macht durch den Stollen und trieb die feierwütigen Zuschauer zu wahren Höchstleistungen an – so mancher Schädel wurde hingebungsvoll von den Schultern geschraubt und einige rabiate Moshpits tobten durch den Innenraum, während ABORTED auf der Bühne den tonalen Wahnsinn entfesselten. Mit heftigstem Geschrei und abartigem Gegurgel fast schon an der Grenze zum Grindcore tanzend, prügelten die Belgier mit ihrem kompromisslosen Todesstahl das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes windelweich. Zwar machte sich im Hochgeschwindigkeitsgebolze über die Fortdauer des Sets, im direkten Vergleich zu den Bühnenvorgängern, ein wenig musikalische Eintönigkeit breit, doch wie wir bereits häufig erörterten, ist Stumpf manchmal einfach Trumpf. Die hämmernden Klänge ließen die Zuschauer sich nach allen Regeln der Kunst zerstören, was zum Finale des Auftritts in einer todesverachtenden Wall Of Death (Wann sah man DAS zuletzt in der Bar?!) gipfelte. Wer dann noch stehen konnte, der spendete lauten Beifall – wer nicht, nun... über Überreste, beziehungsweise Kollateralschäden dieses Abends, dürfen wir leider nicht sprechen. Betriebsgeheimnis, ihr versteht das sicher.

Weitere visuelle Dokumente findet ihr bei Images Of Pain and Pleasure.

 


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