21.07.2019, Venster 99, Wien

LOW RELIEF + BETWEEN THE BEASTS + THE WEIGHT OF WATER

Text: Gregor Eder | Fotos: Jörg Varga
Veröffentlicht am 30.07.2019

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Heiß war es am 21ten Juli, als ich mich auf den Weg in das gute alte Venster 99 machte. Die Stimmung war bei mir schon bei der Anreise enorm, da es meinen Geburtstag zu feiern galt! Für diesen Zweck kam mir das von Zirkon auf die Füße gestellte Konzert wie geschaffen vor.

Das Line up, bestehend aus THE WEIGHT OF WATER (AUT), BETWEEN THE BEASTS (AUT) und LOW RELIEF (FR) gefiel mir außerordentlich gut, da die Mischung stimmte. Die Opener waren mir noch nicht bekannt, mit der zweiten Truppe durfte ich schon die Bühne teilen und Band Nummer Drei hätte ich selbst schon einmal versucht in Wien unterzubringen, doch das ging sich damals leider nicht mehr aus.  Somit könnt ihr euch vorstellen, dass ich davon ausging einen gemütlichen Abend mit einer Ladung Emotional Hardcore, Melodic Hardcore/ HC Punk und Post-Hardcore verbringen zu können.

Vor Ort angekommen traf ich schon die ersten bekannten Gesichter, mitunter auch den verehrten Herrn Jörg Varga, welcher mir dankenswerterweise direkt das Fotografieren abnahm. Großes Dankeschön an dieser Stelle, my Duder!

Nachdem ich darüber informiert wurde, dass die heutige Show eine Floor-Show sein würde, stieg meine Neugier noch weiter an und so begab ich mich, wie gewohnt mit einem kühlen Blonden, gen Bühne.

THE WEIGHT OF WATER :

Zur Vorspeise gab es ein Screamo/Post-Hardcore Gewitter von Mani (Drums), Kevin (Guitar), Dani (Guitar), Thomas (Vocals) und Dominik (Bass), welche man besser unter dem Namen THE WEIGHT OF WATER kennt. Die im Jahr 2010 in Wien gegründete Truppe hat sich eigentlich so wie fast jede Punk-Band formiert. Einfach mal die Instrumente in die Hand genommen und rausgeschossen was einem so durch die Rübe geht.

Nach einer kurzen Begrüßung legten die Herren mit ihrer Mischung aus ruhig atmosphärischen Klängen und darauf folgenden intensiven Core-Sounds los und schon beim ersten Track merkte man, dass Sänger Thomas in seinem Element war. Nicht das die Anderen nicht auch in jenem gewesen wären, doch die bewegungsreiche Performance von Thomas, inklusive der Mimik, machte es bei ihm besonders klar.

Während mir der Bass durch den Magen fuhr, gesellt sich plötzlich Herzal von der folgenden Band zu Thomas und gemeinsam gaben Sie eine Nummer zum Besten.  Es war schön zu sehen wie sich die Herren gemeinsam die Seele aus dem Leib plerrten.

Vor dem letzten Song hielt Thomas, wie auch beim Großteil der vorangegangenen Nummern, eine kleine Ansprache. In jenem Fall machte er die Crowd bzw. uns darauf aufmerksam, dass kein Mensch einem mehr wert sein sollte als man selbst, speziell wenn es sich um toxische Beziehungen handelt. Dies ist jetzt von mir simplifiziert zusammengefasst und wirkt vielleicht etwas komisch, doch zum Zeitpunkt war es eine Botschaft, welche von der Band mit der damit verbundenen Emotionalität authentisch überbracht wurde.

Unter Applaus beendeten die Herren ihr starkes Set und ich begab mich während des Umbaus etwas an die frische Luft, da es schon ganz schön warm war in den geschlossenen Räumlichkeiten des Venster 99. THE WEIGHT OF WATER haben mich gleich beim ersten Mal in den Bann gezogen und ihr könnt euch sicher sein, dass ich ihr von mir noch etwas über deren EP lesen werdet, aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

BETWEEN THE BEASTS:

Nach hopfiger Erfrischung stand dann schon die wiener Truppe BETWEEN THE BEASTS vor mir, doch diesmal gab es ein paar Neuerungen. Herzal, welcher schon bei der allerersten Version von SCREAMS FROM THE CORE einen Positionswechsel angekündigt hatte, stand diesmal mit der Gitarre anstatt eines Basses vor mir. Abgesehen davon gab es am Bass nun ein neues Gesicht, welches sich als mein Namensbruder Stefan Eder herausstellte.

Der Rest der Truppe stand wie gewohnt und war zum Loslegen bereit. Langsam füllte sich der Raum und die Beschallung ließ nicht lange auf sich warten. Der Melodic-Hardcore der Herren ist sehr fein ausgeglichen und liefert emotionsvolle Riffs, welche eben durch ihre Melodie sehr eingängig sind, aber auch rhythmische „Dögel-Einheiten“ die genau richtig sind um das Haupthaar etwas rotieren zu lassen.

Die Nähe, welche die Band zur Crowd hegt, gibt immer wieder eine wunderbar offene und freundschaftliche Atmosphäre in der man sich einfach wohl fühlt. Die Songs unterstützen durch ihre vorhin beschriebene Natur das Ganze und ich habe das Set der Band wirklich sehr genossen! Fein das die Integration des „Neulings“ und der Instrumentenwechsel so gut funktioniert haben. Ich bin mir sicher, dass diese Formation weiterhin schön fett abliefern wird.

Am 21.07. haben sie das jedenfalls vollends getan!

LOW RELIEF:

Nachdem die Wiener Bands schon brav vorgeheizt hatten, kamen nun die Franzosen zum Zug. Die 2016 in Poitiers gegründete Emo/Hardcore Band LOW RELIEF kamen mir zum allerersten Mal über Facebook unter. Der Gitarrist Arthur hatte sich bei mir gemeldet und gefragt ob ich nicht einen Gig in Wien für sie organisieren könnte. Leider war es mir zeitlich damals nicht möglich und daher wurde aus der Sache schlussendlich nichts. Um so glücklicher war ich, als mir Reinhard Holzmann Bescheid gab, dass Zirkon etwas mit der Band auf die Füße stellen konnte.

Somit wäre meine Vorfreude auf die Band dargelegt. Freudig wartete ich bis es endlich losging. Das Quintett, bestehend aus Alice (Bass), Arthur (Guitar), Camille (Vocals), Louis (Drums) und Vincent (Guitar) begrüßte die Anwesenden und legte direkt mit der ersten Nummer los.

Was Emo-Bands angeht bin ich äußerst wählerisch, da der Death-Metaller in mir nach Blasts und Brutalität verlangt. Bei der Mischung aus Hardcore und Emo die LOW RELIEF zu Gehör brachten fand ich die Brutalität zwar nicht vor, doch brachial offene Emotionalität in der Art in der Camille die Vocals zum Besten gab. Blasts gab es zwar nicht viele, doch eine beachtenswerte rhythmische Diversität, welche mich die Blast-Beats nicht vermissen lies.

Die Band klang wirklich wirklich „tight“ und den Anwesenden sah man an den Gesichtern an, dass ihnen die Tracks sehr schmeckten. Camille bedankte sich einmal auf Englisch, dann versuchte er auch ein paar mal auf Deutsch, was auch gut gelang.

Nach einer energiegeladenen Show bedankte sich die Band beim Publikum, sagte die letzte Nummer an und beendete damit den gelungenen Konzertabend.

Ich plauderte noch kurz mit den am Merchstand beschäftigten Bands, bis ich mich dann einmal gen Ausgang aufmachte. Vor dem Lokal verabschiedete ich mich noch von den noch anwesenden Kollegen und macht mich schlussendlich mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf zu meinem Gefährt.

Ein wirklich feiner Geburtstag ging so zu Ende und hiermit möchte ich mich bei allen Anwesenden, den Bands und dem Veranstalter für einen derartig nicen Abend bedanken!

Bis zum nächsten Mal!


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