18.09.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

DER WEG EINER FREIHEIT + DOWNFALL OF GAIA

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 24.09.2019

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Nach dem kurzen und entspannten Stoner-Abend am Dienstag, ging es am nächsten Tag in der Salzburger Rockhouse-Bar mit einem melodisch-schwarzmetallischen Abend erster Güte weiter. DER WEG EINER FREIHEIT und DOWNFALL OF GAIA hatten sich für den Mittwochabend angesagt, wobei erstere ja nicht zum ersten Mal in der Bar auftraten. Dem Wochentag geschuldet, gab es auch keine Supports und man konnte sich voll und ganz auf die beiden deutschen Bands konzentrieren, was die zahlreich Anwesenden in der Bar auch vorhatten.


Dennoch war die Stimmung noch ein wenig verhalten, als DOWNFALL OF GAIA mit ihren ausladend-atmosphärischen Klängen den Abend eröffneten. Gekonnt tanzten die Deutschen auf dem fragilen Grat zwischen emotionaler Leichtigkeit und aggressiver Düsternis, zwischen künstlerischen, post-metallischen Soundwelten und der urwüchsigen metallischen Aggressivität, die den Hörer wie ein pechschwarzer Mahlstrom mitriss und unter sich begrub. Nein, dies sind wahrlich keine Klänge, zu denen man stumpf wie der Wackeldackel auf der Hutablage des Mercedes des betagten Nachbarn das Köpfchen beuteln konnte, die vielschichtigen, von tiefer Emotionalität getragenen Arrangements forderten Aufmerksamkeit und Hingabe seitens der aufmerksam lauschenden Zuschauer. Massiver Schub – leider durch die schiere Gewalt der Töne ein wenig verwaschen – unterstrich die Präsenz von DOWNFALL OF GAIA, zu denen sich für einen kurzen Gastauftritt schreienderweise auch Nikita Kamprad von den nachfolgenden DER WEG EINER FREIHEIT gesellte. Wer nicht bereits von den einnehmenden Klängen gefangen war, der verfolgte mit wachsender Faszination die Vorstellung des optischen Schmankerls für die Damen am Schlagwerk, die sich mit dem fies schreienden Gitarrendickicht zu einem intensiven Klammergriff verband, der einen schier zermalmte. Wirklich stark!


Die Faszination der Verbindung gar träumerischer Passagen mit turmhohen Wänden rasender Gitarren setzte sich bei DER WEG EINER FREIHEIT nahtlos fort. Bereits bei ihrem letzten Besuch in Salzburg zeigte sich das zahlreich anwesende Publikum beeindruckt von den fein austarierten Nuancen im Sound der Würzburger, der auch an diesem Abend wieder für Bar-Verhältnisse angemessen klar und druckvoll durch den Stollen walzte. Trotz der traditionell eher verhaltenen Bühenpräsenz von Nikita Kamprad und Co. sprang der Funke sofort über und die Zuschauer deckten DER WEG EINER FREIHEIT immer wieder mit lautem Szenenapplaus ein. Dichte, elegisch-schwarzmetallische Gitarrenklänge zogen die Besucher hinab in die Düsternis vernichtenden Schmerzes und niederschmetternder Verzweiflung, um sie in Wellen bedachter, gar fragiler Passagen wieder zurück ins gleißende Licht zart keimender Hoffnung zu tragen. Zwischen der Enge beinahe skandinavisch orientierter Härte und der emotionalen Erhabenheit post-metallischer Weiten lieferten DER WEG EINER FREIHEIT einen Auftritt von unglaublicher Intensität ab, derer man sich nur schwerlich entziehen konnte. Gerade die unaufgeregte, gar minimalistische Performance, die die enorme musikalische Stärke prägend in den Vordergrund stellte (auch hier konnte man seine Augen kaum von der wunderbar akzentuierten Performance am Schlagwerk abwenden) hinterließ nachhaltig Eindruck, genauso wie die grundsympathische Ausstrahlung von Nikita Kamprad, dem man, so ganz un-schwarzmetallisch, am liebsten übers Köpfchen gestreichelt hätte. Black Metal muss eben nicht immer blutbesudelt und böse sein, um seine Wirkung entfalten zu können.
 

Mehr Fotos findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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