19.09.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

RAM + VULTURE + INDIAN NIGHTMARE

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 24.09.2019

» Hier gehts zur Galerie...

Um die Abwechslung hoch zu halten, ging es für ein kleines Schreiberlein schon am nächsten Tag wieder in die Rockhouse-Bar, wo dieses Mal klassischer Schwermetall auf dem Terminplan stand. Die Schweden von RAM hatten sich angesagt und es war alsbald klar, dass die Anhängerschaft von melodischeren, klassischeren Spielarten der harten Musik in Salzburg zahlenmäßig den Freunden der kerniger krawallisierenden Genres nicht das Wasser reichen konnte. So verirrten sich am Donnerstag Abend nur etwa 50 Nasen in die Bar, um sich von drei Heavy/Speed-Gruppierungen die Gehörgänge durchschmirgeln zu lassen.


Dabei ging es schon bei INDIAN NIGHTMARE ordentlich zur Sache, mit knackigem Speed Metal, der das Gaspedal bis zum Anschlag durchtrat. Mit angemessen hysterisch agierendem Sänger, der vor allem mit zahlreichen hingebungsvoll intonierten, spitzen Schreien (kneift den grad Rob Halford im Schritt...?) aufhorchen ließ, holzten sich die in der Berliner Gegend stationierten Musiker durch ihr erfrischend flottes Set. Ein perfektes Aufwärmprogramm für die Zuschauer, von denen einige bereits ordentlich abschädelten. Insgesamt wirkte der Auftritt aber etwas bemüht, auch wenn die Attitüde mit Tonnen an Nieten (wieviele Nieten kann man wohl auf so einen Metaller packen, bevor er zusammenbricht?) und knochigem Mikrofonhalter schon überzeugend genug war. Einzig die Halsbänder animierten das kleine Schreiberlein ein wenig zum Schmunzeln – ob die wohl Wissen, was sie da tragen...? Der Einheizer wurde jedenfalls vom Publikum durchwegs positiv aufgenommen und mit amtlichem Applaus eingedeckt.


Wie man den oldschooligen Metal mit schwerer Speed-Schlagseite so richtig durchschlagend rüberbringt, das zeigten im Anschluss die Deutschen von VULTURE. Mit ordentlich kickendem Sound bretterte der Fünfer übers Publikum hinweg, das sich von der energiegeladenen Performance schnell mitziehen ließ. Neben hingebungsvollem Gitarrengeshredde beherrschten VULTURE auch die hohe Kunst des Posings perfekt, sodass es richtig Spaß machte, den (natürlich ebenfalls) nietenbestückten, heftigst abgehenden Musikern zuzuschauen. Dass der Sänger im Überschwang beinahe seinen Mikrofonständer zerstörte, fiel kaum jemandem auf, da die meisten damit beschäftigt waren, sich zu dem amtlichen Geböller das Hirn aus der Rübe zu schütteln. Es war wenig verwunderlich, dass VULTURE dann auch lauten Beifall seitens der Salzburger Zuschauer einsacken konnten.


Im Gegensatz zu den beiden Hochgeschwindigkeits-Partien zuvor, wirkten RAM mit ihrem klassischen Heavy Metal fast ein wenig bieder, konnten die reduzierte Geschwindigkeit aber mit ordentlich fettem, ausgewogenen Sound, der gerade laut genug, aber nicht zu laut war, perfekt kompensieren. Die Zuschauer in der etwa zu einem Drittel gefüllten Bar gingen zu den stampfenden Brechern der Schweden gewaltig mit und deckten die Band sogar mit „RAM! RAM!“ Sprechchören ein. Stimmlich stark und musikalisch über jeden Zweifel erhaben, konnte man sich aber doch nicht so ganz des Gefühls erwehren, dass die Bühnenpräsenz trotz Publikumskontakt ein wenig distanziert und die Show einen kleinen Zacken zu routiniert wirkte. Die Zuschauer störten sich daran aber nicht und freuten sich sichtlich über die starke Show der Schweden, die mit ihren Songs, denen vom starken Sound noch ordentlich zusätzlicher Pfeffer in den Arsch gestreut wurde, doch ordentlich Spaß machten. Dass dann auch noch der Gehörnte persönlich mit einem Widderschädel auf die Bühne marschierte, war noch das Tüpfelchen auf dem I eines unterm Strich doch starken Auftrittes, der zu Recht mit anhaltendem Beifall quittiert wurde. Einzig, dass gegen Ende doch einige Leute abwanderten (Wochentag eben...), war doch ein wenig schade.


Mehr Fotos der Show findet ihr wie gewohnt bei Images Of Pain And Pleasure.


WERBUNG: Ray Alder – What The Water Wants
ANZEIGE
WERBUNG: HELLOWEEN - United Alive
ANZEIGE