16.11.19, Fun Fabrik Brand, Gmünd

HELLPARTY LIVE : CATASTROFEAR + MANDIBULA + RÖHREN

Text: Gregor Eder | Fotos: Gregor Eder
Veröffentlicht am 22.11.2019

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Es passiert ja auch nicht alle Tage, dass man von einem Konzert aus der Perspektive des Tontechnikers berichten kann. Am 16.11. habe ich es einmal geschafft, Technik, Fotografie und Bandbetreuung unter einen Hut zu bekommen und nun sitze ich hier und schreibe das Ganze auch noch nieder.

In einer noch "brand"-neuen Location in Brand bei Gmünd, welche den Namen Fun-Fabrik trägt, stand ein ganz schön deftiges Line-Up an. Seit Anbeginn des Veranstaltungsortes gab es ein Konzert und ein zweitägiges Festival mit diversen Metalbands, was in der Gegend schon rar und fördernswert ist.

Somit ging es in die offiziell 3te Runde mit den Bands RÖHREN, MANDIBULA und CATASTROFEAR und das auch noch gemixt von mir und meinem Kollegen Matthias (Hias) Habisohn. Kaum im Haus angekommen ging es mit dem Aufbau los. Ich entwurschtelte dutzende Kabel und mikrophonierte die Backline bis die erste Band zum Soundcheck erschien.


RÖHREN:

Die erste Truppe marschierte mir mit ihren Marshall 2x12er Cabinets entgegen und stellte sich als die RÖHREN vor. Die schon sehr rockig aussehenden Herren, welche schon seit 1986 von Amstetten aus rumoren, haben das Motto : "Wir sind die Röhren und wir wollen euch stören!". Gestört hat mich die Band dann nicht, sondern eher beeindruckt, da ich schon lange nicht mehr so erdigen Hard Rock mit wirklich feinen Soli gehört habe. Keuly (Guitar, Backing Vocals), The Axe (Guitar, Vocals), Stampfy (Bass) und Humpi Bua (Drums) zelebrierten ihre Eigenkompositionen herunter als gäbe es kein Morgen und spätestens beim Cover des alten Schlagers "Seemann" auf Metal-Manier, hatte mich die Band in ihren Bann gezogen. Die Anwesenden nahmen das zu Ohr gebrachte dankend entgegen und forderten zum Schluss sogar noch eine Zugabe, welche mit einem Gitarrenschwertkampf beendet wurde:

Durch die wirklich brauchbare Stimmung unter den Anwesenden ging ich davon aus, dass der Sound schon gepasst haben dürfte. Während ich mich mit Fotografieren beschäftigte, passte mein Kollege gut auf, dass die Technik sich nicht verselbstständigte.

Nachdem das Quartett sein Set vollendet hatte ging es wie gewohnt in eine kurze Umbauphase, bevor es dann zu einem winzigen Genrewechsel kommen sollte.

MANDIBULA:

Bei der folgenden Band handelte es sich um ein nicht minder bekanntes Quartett aus Wien, welches die eigens gewählte musikalische Richtung als Kieferbruch-Metal bezeichnet und das unterschreibe ich sofort. Romanus (Guitar, Moderation), Leviathan (Drums), Mandragora (Vocals) und Tenebrae (Bass) haben sich 2007 in Wien zusammengerottet und eine Mischung aus Thrash und Death-Metal kreiert, welche es nun galt durch die PA zu schießen. Mandragora ist eine etwas kleinere, unscheinbare Frau, doch sobald sie die Bühne betritt ist sie kaum wieder zu erkennen. Man sah der Band bei ihrem Auftritt an, dass sie sich auf der Bühne wohl fühlte, auch wenn Leviathan etwas Probleme mit dem vor Ort vorhandenen Drumset, welches wirklich etwas suboptimal war, hatte, was in einigen Temposchwankungen resultierte. Das war dann aber auch schon wieder das Einzige, was ich auszusetzen hatte. Die Saiteninstrumente groovten gewaltig und vorallem Tenebrea genoss das Set in vollen Zügen, wie man hier sehen kann:

Die Mitglieder der folgenden Band standen schon freudig vor der Bühne und lockerten sich das Genick bei dem Gig ihrer Kollegen bis sie selbst an der Reihe waren.

CATASTROFEAR:

Zu guter Letzt stand eine Band am Plan, mit der ich auch schon selbst die Bühne teilen durfte und natürlich freute ich mich darüber die Herren auch einmal vom Mischpult aus bearbeiten zu dürfen. 1999 rotteten sich Roli (Vocals), Wolfi (Drums), Zeppi (Bass), Ronny (Guitar) und Dominique (Guitar) in Wien zusammen und starteten um die katastrophale Angst zu verbreiten, wenn auch nur im Bandnamen. Live sind die Herren eine absolute Wucht und als Tontechniker schätze ich es sehr, wenn die Band klipp und klar weiß wie sie ihren Sound gerne hätte und spezieller auch wie sie ihn selbst so gut wie möglich aus der Backline bringen. Der Linecheck dauerte zwar auf Grund eines kleinen Funk-Problems etwas länger, doch danach zerlegte die Truppe mit gewaltigen Sound. Deathmetal in einer Disko ist mir selten untergekommen, daher leg es auf der Hand, dass dies, speziell mit der riesigen Diskokugel im Raum, festgehalten werden musste:

Wie vorher die Catastrofearler vor MANDIBULA standen, standen nun die Mandibulaner vor CATASTROFEAR, wobei stehen etwas untertrieben ist. Die Stimmung war so gut, dass sogar noch ein kleiner Moshpit angerissen und noch die letzten Energiereserven vor Ort verbraucht wurden.

Nachdem der letzte Ton verklungen war wurde noch bis um 4 in der Früh bei interessanter Hintergrundbeschallung durch mehrere DJ`s (bzw. Anwesende die Spotify bedienen konnten) weitergefeiert.

Um halb sechs in der Frühe fand ich dann wieder nach Hause und freute mich über einen so fein gelungenen Abend, welcher von der Fun Fabrik Brand mit Unterstützung von Jürgen Miksche auf die Füße gestellt wurde. Im Jänner steht dann schon die nächste Runde mit der nächsten Live-Hellparty! Bis dann!


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