21.11.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

Dome Of Rock 2019 - Tag 1: Der drückende Donnerstag

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 27.11.2019

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Es war das vierte Mal, dass im Rockhouse Salzburg das Dome Of Rock Festival stattfand – seit der Verlegung in den Herbst im Vorjahr mit wachsendem Erfolg. Wie schon die Jahre zuvor, fand der Auftakt bereits am Donnerstag in kleinem Rahmen in der Bar statt, wo sich drei Bands als Appetizer austoben durften. Durch gleich zwei Absagen (die Italiener OTEHI und LEE VAN CLEEF mussten passen) rutschten kurzfristig zwei weitere heimische Acts ins Billing, sodass der drückende Donnerstag zur rein österreichischen Sache wurde.


Anders als in den Vorjahren war die Bar bereits am ersten Tag äußerst gut gefüllt, sodass sich keine Band vernachlässigt fühlen konnte. Am wenigsten die für OTEHI in die Bresche gesprungenen LILLY B KILLED um die bloßfüßige Frontfrau Mea, die das Publikum mit lässigem Rock kickstarteten. Zwar suchte man den angekündigten Punk im streckenweise ordentlich heavy geratenen Sound vergeblich, doch dafür konnte man bisweilen eine reicht bluesige Note in den kraftvollen Gesangslinien mitschwingen hören. Den Zuschauern jedenfalls gefiel es und sie ließen LILLY B KILLED ordentlichen Applaus zukommen.


Die vor den Absagen einzige heimische Band des Donnerstags, LIQUID SUN, gab im Anschluss ordentlich Schub mit starkem instrumentalem Stoner Rock. Partiell mit spacigem Einschlag, konnte man bei LIQUID SUN auch einige Post- und Doom-Elemente ausmachen, die der technisch hochwertigen Darbietung einige willkommene Ecken und Kanten gaben, aber unterm Strich nicht ganz die repetitiv grummelden Riffs aus der Lethargie reißen konnten. Dem Publikum jedoch war die starke, jedoch für den Berichterstatter mit Fortdauer etwas monotone Darbietung gerade recht – es schwang mit Begeisterung die Haare, zuckte voller Motivation durch die Bar und spendete am Ende lauten Beifall für den starken Auftritt.


Am kurzfristigsten in das Tagesprogramm gerutscht waren LEHM aus der Steiermark, die den Aggro-Faktor zu fortgeschrittener Stunde noch einmal ordentlich in die Höhe schraubten. Agressiver post-metallischer Doom mit sachter schwarzmetallischer Schlagseite hüllte die Rockhouse-Bar in eine niederschmetternde Aura der Finsternis. Garstiges Geschrei traf auf tonnenschwere Riffs, die sich wie zähe schwarze Lava aus den Boxen wälzten und den Hörer wortwörtlich zu Boden schlugen. Zumindest Teile des Publikums schienen von den höllischen, durch Mark und Bein gehenden Klängen ein wenig überfordert zu sein – was aber definitiv nicht an den etwas nervigen, leider über weite Strecken des Gigs hörbaren Rückkopplungen lag , sondern an der schieren tonalen Urgewalt die LEHM entfesselten. Live deutlich machtvoller als auf Konserve, konnten sich die Steirer von den übrig gebliebenen, nicht zu Tode gedoomten Besuchern noch lauten Jubel abholen.
 

Mit dieser derben Vorstellung konnte man guten Gewissens auf den folgenden Tag hoffen, an dem es auf beiden Bühnen im Rockhouse ordentlich krachen sollte...

Weitere Fotos aus der Dunkelheit findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


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