20.11.2019, Arena Wien,

INSOMNIUM + THE BLACK DAHLIA MURDER + STAM1NA

Text: Lee
Veröffentlicht am 26.11.2019

STAM1NA aus Lemi (ja, klingt ein bisschen wie Lemmy, aber anders) in Finnland haben den Abend in der Arena Wien eröffnet und wenn diese Burschen zum Tanz bitten, KANN man gar nicht nein sagen. Also kann man vielleicht schon, will man aber nicht! Es ist auch vollkommen sch….. schnurzegal, dass wahrscheinlich keiner der im Saal Anwesenden auch nur ein Wort der Texte von STAM1NA verstand, denn sie singen (wer kann der kann halt) ausschließlich auf Finnisch – das muss man nicht verstehen um es zu lieben. Nach diesem Auftritt überrascht es irgendwie auch nicht mehr, dass die Band bisher durch die Bank recht lobende Reviews kassiert hat. Das Einzige was schon erstaunlich war: dass die Arena nicht bis zum letzten Platz gefüllt war, was war da los … aber kommt nur wieder, ihr Finnen, das wird noch! Und wenn sich das alles so liest, als gäbe es STAM1NA gerade erst seit letzter Woche, weit gefehlt: seit 1996 ist eine beachtliche Anzahl an Alben rausgekommen, wer also die Chance in der Arena verpasst hat kann jetzt zuhause auf der Couch der Musik frönen.

 


THE BLACK DAHLIA MURDER waren nach der Bier- ähhhh… Umbaupause wie der Aufguss in der Sauna mit dem man irgendwie immer rechnet aber doch nicht so wirklich bereit dafür ist. Es friert einem kurz das Herz im Brustkorb ein, der Atem fängt sich auf halbem Weg zwischen Nasenloch und Lungenflügel und für einen winzigen Augenblick fragt man sich innerlich „WAS PASSIERT HIER GERADE?“ – so ungefähr war das. Ungefähr.
THE BLACK DAHLIA MURDER sind einfach keine Stubentiger, sondern ausgewachsene, blutrünstige Raubkatzen auf der Bühne, da wird nicht gekleckert sondern geklotzt und man kann froh sein dass die Arena noch steht nach dieser Performance. Auch dieser Name ist schon einige Jährchen bekannt, wenn auch mit erneuerter (optimierter?) Besetzung rocken sie einfach immer wieder auf’s Ärgste. Ist nicht jedermanns Sache, so viel ist klar, wer mit dieser Brachialität nichts anfangen kann, der wird mit ihnen sowieso nicht warm. Was immer wieder faszinierend ist, ist wie wenig die Jungs nach der Musik aussehen die sie machen – wer weiß was ich meine?! Aber egal, das Auge war bei dieser ganzen Angelegenheit nicht wirklich gefragt, nachdem sowieso die Ohren völlig reizüberflutet das Gehirn mit den akustischen Eindrücken vollballerten.

 

Wenn THE BLACK DAHLIA MURDER der Schockaufguss waren, dann waren INSOMNIUM die flauschige, wärmende Decke danach, die einen fühlen lässt wie das Himmelreich sein könnte, wenn es eins gäbe. Wie großartig das neue Album ist, ließ sich live einfach hautnah erleben: INSOMNIUM können eigentlich eh nichts falsch machen, schon seit Jahren überzeugen sie einfach durchgehend und übertreffen sich selbst immer wieder. Diese perfekte Mischung aus Härte und einer Zartheit die fast erschreckend ist, kommt in ihren Liedern immer deutlicher zum Ausdruck. Wer „Shadows Of The Dying Sun“ geliebt hat, wird mit „Heart Like A Grave” darin bestätigt, wer INSOMNIUM noch von früheren Alben kennt wird sich ob der Weiterentwicklung freudig-überrascht die Haare raufen.
Live-Auftritte von INSOMNIUM kann man sich gar nicht genug ansehen, die Songs wirken einfach noch mal ganz anders wenn man sie direkt präsentiert bekommt und nicht nur zuhause oder per Kopfhörer hört.
UNGLAUBLICH gut, wie immer. Kann man weiterempfehlen, Konzertkarten zu Weihnachten schenken, Freunde mitschleifen – guten Gewissens, da macht man einfach nie etwas falsch.
Die Arena war gar nicht so voll wie erwartet, mag am Wochentag gelegen haben oder daran dass am Donnerstag auch noch ROTTING CHRIST in Wien gastierten ooooder es kann daran gelegen haben dass der Konzert-Herbst und -winter in Wien VOLLKOMMEN verrückt ist dieses Jahr … jedenfalls würde ich mir wünschen dass beim nächsten Auftritt noch ein paar mehr Menschlein sich INSOMNIUM gönnen einfach um den Musikern zu bestätigen was wir alle denken: dass sie unfassbar gut sind und unbedingt weiter machen sollen. Forever and ever and ever and…..

 


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