05.12.2019, Posthof - Grosser Saal, Linz

POWERWOLF + GLORYHAMMER

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 08.12.2019

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Überraschung! Das kleine Schreiberlein ist ausnahmsweise nicht in Salzburg, sondern im Linzer Posthof zugegen. Grund für die Untreue vom gemütlichen Konzertwohnzimmer Rockhouse, war der Besuch des deutschen Wolfsrudels von POWERWOLF, welche als Support überdies noch die schottisch-schweizerischen Heroic-Unicorn-Metaller von GLORYHAMMER mit an Bord hatten. Da lachte das Herze der Freunde der klebrigen Klänge, die auch in zahlreichen Scharen zur bereits monatelang ausverkauften Show in der großen Posthof-Halle strömten. Entsprechend gut war dann natürlich auch die Stimmung – doch der Reihe nach...


Bevor nämlich das Wolfsrudel aufheulte, waren zunächst GLORYHAMMER an der Reihe, die eine geballte Ladung Epik auf Linz losließen. Vor bereits bestens gefüllter Kulisse riefen die Schotten unter Leitung ihres Schweizer Sängers Thomas, pardon, gemeint ist natürlich Prinz Angus McFife, zur Schlacht gegen die garstigen Goblins und den bösen Zauberer Zargothrax auf. Und die Linzer schlossen sich nur zu gerne der Armee von GLORYHAMMER an, die die Saga rund um heroische Prinzen, böse Zauberer und untote Einhörner zwischenzeitlich auf ein gar galaktisches Level gehoben hatten. Zwischen pfeilschnellen, hochmelodischen Hymnen, glorreichen Gesangslinien und heroischen Posen konnten GLORYHAMMER die Zuschauer zu reichlich Interaktion motivieren – nebst epischer Choräle wollte natürlich auch der glorreich geschwungene Astral Hammer entsprechend vertont werden! Ganz ernst sollte man das temporeiche, einfach nur herrlich abgedrehte Kostümspektakel natürlich nicht nehmen, was man spätestens am Disco-Song „Universe On Fire“ merkte, den beeindruckend viele der Metalheads textsicher mitsangen und dazu ausgelassen das Tanzbein schwangen. Ja, die Songs SIND kitschig und das ganze over-the-top-Gehabe  IST kindisch, aber wisst ihr was – scheiß drauf! Genau das braucht man ab und zu, das Hirn auszuschalten und mit einem Grinsen von einem Ohr zum anderen genau solch ein musikalisches Knallbonbon abfeiern, bis dass die Stimme heiser und der Nacken verrenkt sind! HOOTS!


Was soll man dann noch groß über POWERWOLF schreiben? Die Wölfe enterten die Bühne und das Publikum im bis zum Anschlag gefüllten großen Posthof-Saal ging sofort steil. Die Wölfe rund um Zeremonienmeister Attila Dorn (der rrrrrollende Akzent wird auch immer weniger, oder?) spielten sich in den vergangenen Jahren mit aufopferndem Einsatz und unzähligen schweißtreibenden Shows von einem Geheimtipp bis hoch in den Olymp des melodischen Powermetals mit reihenweise ausverkauften Gigs. So wie auch an diesem Abend in Linz, wobei die Show in Oberösterreich wohl noch eine der kleinsten der gesamten Tour war, jedoch puncto Stimmung die Erwartungen der Band wohl locker erfüllen konnte. Zwischen neuen Hymnen und alten Gassenhauern ließen POWERWOLF keine Wünsche offen – von aufwändiger sakraler Bühnendeko, über passend gekleideten Stagehands (die Messdiener müssen sich nachher aber nicht bücken... oder?!) bis hin zu Special Effects in Form einer Schneekanone, zogen die fünf Deutschen alle Register und stellten die Zuschauer in vollstem Umfang zufrieden. Diese dankten es POWERWOLF mit massig Szenenapplaus und vollstem Einsatz, der von der Bühne mit einem Posinggewitter sondergleichen beantwortet wurde. Überraschungen gab es demzufolge keine und auch musikalisch konnte man die ein oder andere Ähnlichkeit der Songs untereinander nicht ganz vom Tisch wischen, sodass sich gerade für die Band schon etwas länger Verfolgende ein wenig Abnützungserscheinungen einstellten konnten. Doch der Erfolg und die unersättlich nach mehr gierende Meute vor der Bühne gibt den Wölfen recht in dem was sie machen – allen Meckerern zum Trotz! Was die Show und den Draht zum Publikum angeht, macht man POWERWOLF nicht so schnell etwas vor – das war wieder einmal richtig, richtig stark und zeigte, dass die bluttrinkenden Deutschen zu Recht inzwischen zu einem der Big Player der Szene zählen. Applaus!


Die Reduktion auf lediglich zwei Bands und die Tatsache, dass GLORYHAMMER als Support eine fast einstündige Show spielen durften, erwies sich als goldrichtig. Großartige Shows und nicht minder großartiges Publikum ließen den Konzertabend zu einer wahren Freude werden – unabhängig davon, ob man nun ein großer Fan der klebrigen Klänge war, oder nicht. Man wurde einfach von der elektrisierenden Stimmung mitgerissen!

Weitere Fotos findet ihr bei Images Of Pain And Pleasure.


Setlists (Ohne Gewähr!)

Gloryhammer:

  • Into the Terrorvortex of Kor-Virliath (Intro)
  • The Siege of Dunkeld (In Hoots We Trust)
  • Gloryhammer
  • Angus McFife
  • The Land of Unicorns
  • Questlords of Inverness, Ride to the Galactic Fortress!
  • The Hollywood Hootsman
  • Goblin King of the Darkstorm Galaxy
  • Hootsforce
  • Masters of the Galaxy
  • Universe on Fire
  • The Unicorn Invasion of Dundee
  • The National Anthem Of Unst (Outro)

Powerwolf:

  • Lupus Daemonis (Intro)
  • Fire and Forgive
  • Army of the Night
  • Incense & Iron
  • Amen & Attack
  • Killers With the Cross
  • Demons Are a Girl's Best Friend
  • Armata Strigoi
  • Stossgebet
  • Resurrection by Erection
  • Where the Wild Wolves Have Gone
  • Blessed & Possessed
  • Kiss of the Cobra King
  • We Drink Your Blood
  • Lupus Dei
  • Zugabe:
  • Opening: Agnus Dei
  • Sanctified With Dynamite
  • Coleus Sanctus
  • Werewolves of Armenia
  • Wolves Against The World (Outro)

 


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