08.12.2019, Rockhouse-Bar, Salzburg

D-A-D + HANGARVAIN + GARAGEDAYS

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 10.12.2019

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Gewöhnlich erwartet man an einem Adventsonntag in Salzburg besinnliche Klänge der brachialeren Art – doch dieses mal hatten sich die Veranstalter von Metal Madness Concerts dazu entschlossen, tatsächlich sanftere Klänge in den adventlichen Liederreigen zu schicken. Die Dänischen Rocker D-A-D gaben sich in der proppenvollen Rockhouse-Bar die Ehre und sorgten dafür, dass die wenigen noch an der Abendkassa verfügbaren Tickets im nu vergriffen waren und das „ausverkauft!“-Schild an die Tür genagelt werden konnte.


Trotzdem waren zunächst nur vergleichsweise wenig Leute anwesend, als die Tiroler Rocker von GARAGEDAYS, durch das ausladende Drumkit der Hauptband etwas beengt auf der Bühne, mit Vehemenz loslegten. Zwar verstand man leider von den Ansagen nur wenig und der Gesang war streckenweise ein wenig leise eingestellt, doch die knackigen Songs des Vierers, irgendwo zwischen kernigem MOTÖRHEAD-Rock und ganz dezent thrashender METALLICA-Note konnten ohne Umschweife zünden. Das zunächst noch etwas reservierte Salzburger Publikum konnte sich schnell für die Tiroler erwärmen und traute sich auch recht bald vor die Bühne, wo es den gewaltig abrockenden Burschen amtlichen Applaus spendete!


Die italienischen HANGARVAIN im Anschluss punkteten vor allem durch ihren enorm starken Sänger, der das ansonsten recht kommod heavy-rockende bis stonernde Songmaterial ordentlich aufwertete. Die Zuschauer in Salzburg, seit dem erfrischenden Auftakt der Tiroler stetig in Mehrung begriffen, sahen das wohl ähnlich, denn sie spendeten der energiegeladenen Show von HANGARVAIN ebenfalls lauten Beifall. Mit Sympathie und ein bißchen gut gesetztem Posingwillen (der Schlagzeuger wütete trotz des beschränkten Platzangebotes ganz ordentlich) hatten die Italiener die Zuschauer in Salzburg recht schnell in der Tasche!


D-A-D ließen sich dann nach etwas längerer Umbaupause etwas Zeit um die Bühne zu entern. Wer weiß eigentlich noch, dass die Herren um Jesper Binzer ursprünglich DISNEYLAND AFTER DARK hießen? Wohl durchaus noch einige der heute Anwesenden im eher gesetzteren Alter; Während Bassist Stig Pedersen mit seinen, nennen wir es einmal „unkonventionellen“ Instrumenten wohl, passend zum Bandnamen, sein persönliches Disneyland mit sich herumtrug. Nichts gegen die fraglos vorhandenen musikalischen Qualitäten von D-A-D, aber... wie fertig muss man bitte sein, sich nicht nur einen Doppeldecker auf den Bass zu Tackern, oder eine überdimensionale Kopfplatte mit entsprechenden Riesenmechaniken zu Mini-Body zu kombinieren, sondern das Ganze auch noch konsequent mit nur zwei Saiten zu bespannen?! Dass dann die extravaganten Instrumentkonstruktionen, sowie die regelmäßigen Ausflüge des Bassisten auf das Drumkit, bzw die Bassdrum (was ihn mit dem Kopf gefährlich nah an die Decke der Bar brachte...) die größten Highlights des Auftrittes darstellten, war so eigentlich nicht absehbar gewesen.

Leider jedoch erwies sich, trotz einiger in den vorderen Reihen höllisch abgehender Personen, die Show unterm Strich als einigermaßen hüftsteif, wie ein nur mäßig motivierter Dienst nach Vorschrift. Ob es nun an der für D-A-D ungewöhnlich kleinen Location lag (vermutlich hätte man lieber die gegenüber liegende, größere Halle bespielt...), oder die Luft einfach generell draußen war, das konnte man nur mutmaßen. Gerade im hinteren Teil der Setlist, als die stimmungsvolle akustische Gitarre ausgepackt wurde, zog sich der Auftritt leider in unangenehme Längen. Die, trotz bunter Mischung zwischen neueren und älteren Stücken, letztendlich doch recht ähnlichen Songs, befeuerten diese Einschätzung über die komplette Dauer des Auftritts nur noch. Wahrscheinlich hätte man mit etwas mehr Elan und Hingabe mehr aus dem Auftritt und auch dem durchaus gut aufgelegten Publikum herausholen können, doch irgendwie hatte es nicht sollen sein. Der Berichterstatter jedenfalls war nach eingehender Betrachtung doch ein wenig enttäuscht von der zähen Vorstellung, vor allem im direkten Vergleich zu den deutlich motivierter zu Werke gegangenen Vorbands. Schade irgendwie. Den zahlreich anwesenden Fans schien das Konzert jedoch zu genügen, wie der durchaus laute Schlussapplaus zeigte.
 

Mehr Fotos aus der Bar findet ihr in Kürze bei Images Of Pain And Pleasure.


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