31.07.2020, Shakespeare, Salzburg

SCÄVENGER + DECONTRAER

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 04.08.2020

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Ihr fragt euch wahrscheinlich gerade, warum zur Hölle veröffentlicht Stormbringer noch immer Livereports, wo doch quasi die gesamte Veranstaltungs-Branche am Boden liegt? Ganz einfach: Wenn sich in Zeiten wie diesen schon wieder jemand die Mühe macht, trotz überbordender Vorschriften und wenig durchschaubaren Verhaltensregeln, ein kleines Event für die komplett untermetalte Bevölkerung auf die Beine zu stellen, dann sollte man auch darüber berichten!

So wie von der kleinen, aber feinen Veranstaltung im Shakespeare Salzburg, wo eine schräge Mischung aus exaltiertem Rock und brutalem Death Metal kommode 50 Besucher auf die Zuschauerränge lockte. Wir lernten dabei in erster Linie, dass Headbangen im Sitzen scheiße ist, gefühlte 100° Innentemperatur mit allgegenwärtigem Mund-Nasen-Schutz grenzwertig sind – aber der Drang zu harten Klängen nicht zu bändigen!


DECONTRAER hatten mit dem ausgehungerten Publikum leichtes Spiel und brannten ein regelrechtes Feuerwerk an stilistisch vielfältigen Rocksongs ab, gewürzt von der exaltierten Performance ihres Fronters Manuel Makkaroni, der sichtlich mit Hitze und beschränktem Platzangebot (die Schlagzeugburg der Folgeband nahm gut ein Drittel der Bühne ein) zu kämpfen hatte, aber dennoch souverän durchs Programm führte. Einige Zuschauer legten zu den treibenden Titeln vor der Bühne sogar eine kesse Sohle aufs Parkett, während die Musiker auf der Bühne mit flinken und technischer Finesse beeindruckten und mit Fortdauer des Gigs gefühlt Literweise Schweiß vergossen. Genau wie die Besucher selbst – wie hatte man den Grenzgang zwischen Ekstase und Hitzetod vermisst! Dass es von DECONTRAER dann auch noch ein Nachschlag sein musste versteht sich von selbst – den aufbrandenden Jubel hatten sich die vier Burschen mehr als redlich verdient!


Die folgenden SCÄVENGER büßten sodann einen Teil des Publikums ob der unfassbaren Hitze ein und prügelten einige wenige durchaus verstört wirkende Zuseher schon bei den ersten knackigen Takten rückwärts wieder aus dem Saal – doch was danach noch an Besuchern anwesend war, das blieb. Und zerstörte sich richtig heftig, im Versuch headbangenderweise dem Takt des böllernden Hochgeschwindigkeits-Todesbleis zu folgen. Das hier auseinander geschüttelte Nackenwirbel-Puzzle der höchsten Schwierigkeitsklasse möchte bestimmt niemand in der Notaufnahme wieder zusammen setzen müssen; Der gemeine Metaller ist aber bekanntlich knüppelhart und lässt sich weder von strapaziöser Hitze, Maskenpflicht oder Abstandsgebot davon abhalten, zu seiner technisch feinen und massiv brutal vorgetragenen Lieblingsmusik gebührend zu workouten. Nach den Radau-Buben von SCÄVENGER war dann jedenfalls Schicht im Schacht – Publikum geplättet, Ziel erreicht!
 

Für den Berichterstatter hätte man gerne das komplette Programm noch einmal von vorne starten können – aber wir wollen es ja, so komplett ohne Training im Rücken, nicht übertreiben...

Weitere Fotos des Konzertes findet ihr wie gehabt bei Images Of Pain And Pleasure!


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