14.09.2021, Rockhouse-Bar, Salzburg

CRISIX + INSANITY ALERT + TENTORIA

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 17.09.2021

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Was macht man am besten an einem Dienstagabend? Genau, man schraubt sich bei einem Metal Madness Konzert in der Rockhouse-Bar gepflegt den Schädel von den Schultern! Grund zum ausgiebigen Mähneschütteln bis zum Genickbruch gab es genug – nicht nur die spanischen Hochgeschwindigkeitsthrasher von CRISIX bretterten an diesem lauen Abend über das zahlreich erschienene Publikum hinweg, nein, auch die Berufswahnsinnigen von INSANITY ALERT, sowie die Nachwuchsbrigade von TENTORIA nahmen die Zuschauer mit Wucht in den Zangengriff rasender Gitarrenklänge.


Für TENTORIA aus Salzburg war es sogar überhaupt das Bühnendebüt – das mit einem kräftigen akustischen Arschtritt für die Besucher nur als vollauf gelungen bezeichnet werden konnte! Dass es die Buben technisch richtig gut können, das wissen wir ja schon von SCÄVENGER, wo ein Teil der hier vorstelligen Truppe mit derbem Brutal Death die Trommelfelle massak-, ähm, massiert, dagegen nahm sich der pfeilschnelle Thrash von TENTORIA ja fast schon lieblich aus. Der Fünfer spielte seine Qualitäten gekonnt aus und lieferte mit Wonne und ohne gröbere Schnitzer das erste Brett des Abends ab - dass sich dazu schon die ersten Leute gepflegt die Nackenwirbel in Unordnung brachten, war obligat.


Aber das war alles nur Aufwärmprogramm, wie sich direkt im Anschluss bei den sattsam bekannten Tirolern von INSANITY ALERT zeigen sollte. Der Name ist Programm und von philosophischen Fragen wie dem Vorhandensein einer Unterhose und warum man nicht fünf Tage durchkiffen sollte (und wie diese beiden Themen korrelieren) kam wieder in großartig-niedlichem Tirolerisch-Holländischen Kauderwelsch einiges an launigen Schwänken aus dem Leben der vier Verrückten rund um Heavy-Kevy auf den Tisch. Dazwischen wurde gethrasht was das Zeug, pardon, die entfesselten Zuschauer vor der Bühne (aus)hielten. Näääämlich... erst dann, wenn nur noch die Styropor-Teile vergewaltigter Schilder (die Leute schlugen sich die Dinger beim Kult-Rausschmeißer „Run To The Pit“ ganz getreu dem bereits zuvor propagierten Motto „All Mosh, no Brain“ und „Alles kaputt in einer Minut'!“ entweder gegenseitig oder selbst auf den Schädel!) durch die Gegend fliegen, die komplette Bar ein einziger, wilder Moshpit ist und die gesamte, surreale Szenerie in komplettem Chaos untergeht und im hintersten Winkel ein Teil der Leute sich kopfschüttelnd und komplett konsterniert fragt, was da eigentlich gerade passiert - DANN machen INSANITY ALERT so richtig Spaß! Fuck this shit, let's circle pit!


Das war naturgemäß eine ziemlich heftige Vorlage für die Spanier von CRISIX – doch durch die gemeinsame Tour wussten diese ganz genau, was die vor ihnen spielenden Tiroler entzünden würden und übernahmen Stimmung und Zerstörungsfaktor volley. Die dauergrinsenden spanischen Hochgeschwindigkeitsthrasher prügelten das Publikum her, als gäbe es kein Morgen und hatte mit der komplett entrückten Meute vor der Bühne auch leichtes Spiel. Da purzelte nicht nur das Kleinhirn durch den Schädelinnenraum, sondern auch der komplette umgebende Körper durch die Bar – ein Wunder, dass der sich todesmutig mitten in die ausrastenden Leute wagende Gitarrist und sein Instrument den Ausflug in den Pit ohne Blessuren überstanden! Der obligate Instrumentenwechsel von CRISIX sorgte für einen weiteren Stimmungsschub (und bei manchen vielleicht auch für kurzzeitige Verwirrung, wenn ihnen jäh der Schlagzeuger ins Gesicht brüllte oder der Sänger fast die Besucher an der Front mit dem Bass niedermähte) und erst als niemand mehr stehen konnte, verabschiedeten sich auch die Spanier, schweißgebadet, aber nicht minder glücklich, von der Bühne.
 

Der Berichterstatter referierte ja schon öfter über die seit dem vergangenen Jahr aufgestauten Energien und auch an diesem Abend in der Rockhouse-Bar passte die Beobachtung wie die Faust aufs Auge – es war einfach nur dreimal Zerstörung pur und es war einfach so schön, sich wieder einmal Hirn und Nackenwirbel komplett auszuhängen.

Mehr, viel mehr Fotos der Thrash-Sause findet ihr wie immer bei Images Of Pain And Pleasure!


WERBUNG: Hard
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