21.04.2022, Tilburg,

ROADBURN 2022 - TAG 1 - RUSSIAN CIRCLES + SOLSTAFIR + MESSA und mehr...

Text: Werner Nowak | Fotos: Werner Nowak
Veröffentlicht am 27.04.2022

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REDEFINING HEAVINESS - so der Untertitel zum diesjährigen Roadburn-Festival.

Wer sich jetzt aber darunter die Neuerfindung des Heavy Metal erwartete, wurde von der diesjährigen Künstlerauswahl wohl ziemlich überrumpelt. Das Roadburn als Metal-Festival zu bezeichnen wurde der Sache ja nie ganz gerecht. Auch wenn es primär um "harte Gitarrenmusik" ging und geht, wurden immer wieder Genregrenzen überwunden.

Ganz besonders aber dieses Jahr. Nach zweijähriger Live-Pause (letztes Jahr gab es das ebenso Maßstäbe setzende Online Event "Roadburn Redux")  wurde diesmal auch reichlich Elektronisches, Akkustisches, Orchestrales und sogar Jazziges neben ordentlichem Geriffe geboten.

Neu waren auch ein ein paar Venues und der Wegfall des einzigartigen Het Patronaat als Location. Das ist auch für uns Fotografen sehr schade, denn der Wechsel zwischen der Main Stage und dem zweiten Bühnen-Spot macht dann aufgrund der Foto-Slots zu Konzertbeginn meist wenig Sinn, auch wenn es nur wenige Gehminuten sind.

Aber nun zu den eigentlichen Konzerten!

Lost geht's ja eigentlich schon immer am Mitwoch mit ein paar kleinen Warm-Up-Gigs. Da wir aber spät engekommen sind, haben wir nur kurz bei MAGGOT HEART reingeschaut. Es war leider soundtechnisch etwas mau und daher ging's dann bald wieder raus in eine Bar auf einen Absacker-Drink.

Am Tag 1 fiel dann um 14:00 Uhr der Startschuss für die erste Band namens BIG BRAVE in der Terminal-Stage. Leider gab's ein kleines Hoppala mit meinem Fotopass! Der war nämlich nicht im System vermerkt, und so musste ich den noch checken und daher ging sich dann die erste Band leider nicht mehr aus.

Aber für den nächsten Act war ich dann pünktich vor der Bühne in der Next Stage (ehemals Green Room). Ruhigen Nordic-Folk aus Schweden gab's hier von FORNDOM, der in seiner Solo-Show mit gutturalem Gesang und kleinen Ritual-Einlagen eine mystische Stimmung in der kleinen Halle verbreitete.

Deutlich lauter wurde es danach mit VILE CREATURE & BISMUTH auf der Main-Stage. Beim kommisionierten Projekt "A Hymn of Loss and Hope", welches nur an diesem Tag live aufgeführt wird, ist der Name Programm. Zähe Doomriffs treffen auf Growls und Schreie aus tieftster Hoffnungslosigkeit, um dann gegen Ende in ruhige Passagen mit Flüstergesang überzugehen.

Danach war wieder eine Wanderung zum zweiten Hotspot angesagt. Im Terminal machten YEAR OF NO LIGHT ihrem Namen alle Ehre und ließen nur ganz wenig Licht durch die permanenten Nebelschwaden auf der Bühne durchblitzen.
Eine Wall of Fog trifft auf eine Wall of Sound, so muss Post Metal klingen!

MESSA aus Italien präsentierten ihr neues Album "Close". Die Band beeindruckt durch eine grandiose Sängerin und wurde daher schon als "STEVIE NICKS performt mit BLACK SABBATH" beschrieben, was den Nagel auf den Kopf trifft. Für mich eines der besten Konzerte des Festivals!

Der Ungar Dávid Makó ist mit seinem Projekt THE DEVIL'S TRADE auch immer ein Erlebnis! Mit seinem minimalistsichen "Dark Doom Folk" schafft er es, das Publikum in seinen Bann zu ziehen und so war es in der Next Stage auch wider ziemlich voll. Eines seiner Shirts mit dem Aufdruck "Happy music is shit" hab' ich mir dann auch eingepackt!

Auf der Main-Stage ging es ebenso eher ruhig weiter. Patrick Walker's 40 WATT SUN konnten mich mit ihrem getragenen Post-Rock/Singer-Songwriter-Sound aber auf Konzertlänge nicht ganz abholen.

Dafür gab's danach eine meiner Lieblings-Kombos: SOLSTAFIR, aus dem Land aus Feuer und Eis. Komischerweise war hier aber die Main-Hall gar nicht mehr brechend voll. Jedenfalls spielte die Band an diesem Abend das Album "Svartir Sandar" (Schwarzer Sand), welches 2011 veröffentlich wurde. Der derauf enthaltene Song "Fjara" ist wohl vielen bekannt.

Der Tag bzw. der Abend war nun schon fortgeschritten und um 23:30 begann die letzte Band auf der Hauptbühne: RUSSIAN CIRCLES.  Bei manchen Instrumental-Bands ist es für mich immer wieder erstaunlich, wie viel Power und Energie hier bei einer Performance rüberkommen kann und das Ganze trotz simpler Songstrukturen und Dreierbesetzung doch spannend bleibt! Ein großes Plus ist hier sicher der Schlagzeuger, der sich hier durchgehend druckvoll in Szene setzt! Das war auf jeden Fall ein würdiger Abschluss meines ersten Tages!

 


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