15.12-17.12, Escape Metalcorner, Wien

RAPE THE ESCAPE 2022 THE RETURN

Text: Gregor Eder | Fotos: Gregor Eder
Veröffentlicht am 30.12.2022

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Nach 5 Jahren war es endlich wieder einmal an der Zeit, dass das legendäre RAPE THE ESCAPE im Escape in Wien stattfand. Dieses Festival war für viele eine fixe Weihnachtsfeier im Terminkalender, bis es etwas still wurde.

Schon die Ankündigung der Neuauflage sorgte für großes Aufsehen, und nach kurzer Zeit wurde verkündet, dass die Tickets knapp werden. Schlussendlich war die Veranstaltung schnell ausverkauft. Am 15.12. startete die Party mit dem Warm-Up-Day. Leider war dieser Tag für mich leider ein sehr heißer Tag, da ich mit Fieber im Bett lag. Freudigerweise habe ich es am nächsten Morgen gut auf die Füße geschafft, und so machte ich mich auf den Weg ins Escape.

Vor Ort angekommen, durfte ich mir erzählen lassen, dass am Vortag schon mächtig aufgewärmt wurde. Die Bands hatten für tolle Stimmung gesorgt, und die Party ging noch bis in die Morgenstunden. Ein paar der Anwesenden bestätigten dies bereits durch ihr Aussehen. Ich war jedenfalls sehr gespannt, wie deftig der erste Haupttag des Festivals werden würde, und glaubt mir, es wurde mächtig abgeliefert.

Tag 1:

CULT OF  THE TRUE LIGHT:

Christlicher Grindcore! Schonmal davon gehört ? Ich durfte mir das Spektal von CULT OF THE TRUE LIGHT schon einmal gönnen und war damals mittelmäßig begeistert. Diesmal lieferte die als Pfarrer verkleidete Truppe gediegen ab. Zu Beginn des Festivals eine kleine Messe dieser plärrenden und scheppernden Priester zu genießen, war schon ein ganz eigener Genuss. Während die Band sich hier und da bekreuzigend ihrer Show widmete, füllte sich langsam der Raum vor der Bühne. Nachdem die Band uns mit ihrer Musik gesegnet hatte, stand nach einer kurzen Umbauphase etwas klassischerer Grindcore bzw. Deathmetal am Speiseplan.

SUCKING LEECH:

Als nächstes wurde das nun schon zahlreich anwesende Publikum mit bayrischer Brachialität verwöhnt. SUCKING LEECH liefern schon seit 1997 nackenbrecherische Riffs, und eben jene wurden auch an diesem Abend zelebriert. Die Bühnenperformance, abgesehen von der des Sängers, war zwar etwas statisch, doch das hinderte das Publikum nicht daran, gewaltig abzugehen. Man merkte, dass die Feierwütigen langsam aber doch immer mehr gen Bühne strömten, und SUCKING LEECH genossen sichtlich ihren Auftritt. Ich fand die Ladung Grind/Death nach dem Opener sehr angenehm, da ich wusste, dass die kommende Band nochmals etwas ungewöhnlicher abliefern würde.

PORNTHEGORE:

Die Hütte war schon gewaltig voll, doch als PORNTHEGORE die ersten Töne, falls man sie so nennen möchte, von sich gaben, begann es richtig eng zu werden. Kurz nachdem der Drummer der Crowd seinen Hintern präsentiert hatte, erschallte Mozart als Intro-Musik. Die Band betrat, teils sehr freizügig gekleidet, mit Mozart-Perücken die Bühne und begann die Zerlegung. Am Eingang wurden schon am Vortag weihnachtliche Zipfelmützen verteilt und eben jene sah man nun nur so durch die Gegend fliegen. Natürlich hatte die Truppe auch Klobesen dabei, welche in die Menge gepfeffert und dort als Degen im Pit genutzt wurden. Die Show machte wie gewohnt unendlich viel Spaß, und PORNTHEGORE bestätigten nur einmal wieder, dass ihre absurde Art ein Garant für Party ist.

SEII TAISHOGUN:

Nach der kurzen Umbauphase stand plötzlich ein bärtiges Wesen im Pikachu Kostüm auf der Bühne. Von dem Punkt an wusste ich, dass es nun witzig werden würde! Plötzlich tauchte neben dem Pikachu ein Kind mit Gehörschutz auf. Das bärtige Pikachu erklärte, dass es heute seinen fünfhundertsten Gig spiele und der junge Mann neben ihm sein Sohn sei, welcher unbedingt einmal Stage-Diven möchte. Kurz darauf hob Veranstalter Ronny Frohner den Kleinen höchstpersönlich in die Höhe und das Publikum schloss sich ihm an. Kaum lief der „Dive“, legten SEII TAISHOGUN mit ihrem humorvollen Grindcore los. Speziell fein war ein kurzes „Call-and-Answer-Spiel“, bei welchem der Sänger „DIE! DIE! DIE!“ schrie und das Publikum mit vollem Elan „KILL! KILL! KILL!“ antwortete. Ein Schmankerl für alle Drawn Together Fans. Das Set der Band war wirklich stark, und am Ende hatte ich sogar noch Lust auf mehr.

DISTASTE:

Seit nun schon über 20 Jahren zerlegen DISTASTE aus Linz mit ihrer Mischung aus Grindcore und Brutal Death Metal diverse Bühnen. Ich persönlich freute mich schon sehr auf die anstehende Show, und ich wurde nicht enttäuscht. Vom ersten bis zum letzten Track zog das Quartett mit harten Beats und deftigen Riffs über das Publikum her. Mitunter kamen auch ein paar ungewohnt melodische Passagen vor, welche man schon fast dem Hardcore Genre zuschreiben möchte. Diese Passagen in Kombination mit den gewohnt heftigen Riffs brachten eine gewisse Abwechslung, die man nicht unbedingt im Grindcore gewohnt ist. Mir gefiel das Set der Band wirklich gut!  

SxRxOxM:

Solltet ihr euch fragen was SxRxOxM bedeutet, dann geht es euch wie mir kurz vor dem Auftritt der Band. Freundlicherweise erleuchtete mich eine neben mir stehende Person mit den Worten: „Ahhh. I gfrei mi scho auf Satans Revenge on Mankind“. Kurz darauf stand besagte Band mit blutverschmierten Schlachterschürzen auf der Bühne. Das Trio lieferte ein wirklich starkes Set ab, und jedes Bandmitglied steuerte gewisse Vocal-Parts bei. Dadurch klangen die Pigsqueals und Growls nicht zu eintönig. Grindcore ist nun nicht unbedingt für seine dynamischen Vocals bekannt, aber solltet ihr einmal Lust darauf haben, sind SxRxOxM wirklich sehr empfehlenswert.

ANALEPSY:

Zum Abschluss des Tages wurde es nochmal etwas slamlastig. ANALEPSY aus Portugal standen nun am Plan. Die 2013 gegründete Band veröffentlichte dieses Jahr ihr neues Album namens „Quiescence“, und von eben jenem lieferte die Band, trotz fehlendem Drummer, einige wirklich böse Nummern. Die Band hatte kurzfristig erfahren, dass der Drummer nicht rechtzeitig eingeflogen werden kann und spielte so das Set ohne ihn. Respekt vor den Herren, dass sie den Auftritt trotzdem sehr fein hinbekommen haben. Der Sound war wirklich mächtig und auch dem Publikum gefiel das deftige Set.

Der erste Haupttag nahm für mich langsam sein Ende, da ich doch noch etwas angeschlagen war, wenn auch die verschiedenen Acts meinen Adrenalinspiegel hochgetrieben hatte. So begab ich mich auf den Heimweg, um am kommenden Tag wieder solide die restlichen Bands genießen zu können.

Tag 2:

Frisch und munter fand ich mich am nächsten Tag pünktlich vor der Bühne ein und richtete meine Kamera auf die Opener des letzten Tages.

TOP SECRET:

Das aus Schlagzeuger/Sänger und Gitarrist/Sänger bestehende Duo TOP SECRET hatte die Ehre, den Abend zu eröffnen. An der noch nicht so massig anwesenden Crowd merkte man, dass die letzten 2 Tage den Besuchern ziemlich zugesetzt haben dürften. Ohne Rücksicht auf Verluste startete die Band ihr Set und lieferte klassischen Grindcore mit dezenten Death-Metal Elementen. Die Aufmachung des Gitarristen war besonders schön anzusehen, da jener mit einer wirklich interessanten Maske spielte. Wirklich atemberaubend war der Auftritt nicht, doch er heizte zumindest zu Beginn etwas ein.

In der Umbauphase wühlte ich mich, wie auch schon am Vortag, durch das große Merchandise-Angebot des Rising Nemesis Records Booth. Es war wirklich so gut wie Alles vorhanden was das DeathMetal/Gindcore-Fan Herz begehrt. Schlussendlich ging ich an diesem Abend mit einer KRAANIUM-Platte nach Hause.

GUTFUCK: 

Kaum hatte ich meine Platte in Sicherheit gebracht, schallte es schon wieder von der Bühne. Die aus Ulm in Baden-Württemberg stammende Band GUTFUCK stand hoch motiviert auf der Bühne und blickte einem nun doch schon dichterem Publikum entgegen. Nach einer kleiner Begrüßung legte die Band mit ihrem Brutal Death Metal los und lieferte bestens ab. Mittlerweile schienen die vom Vortag Lädierten doch wieder auf die Füße gekommen zu sein, da sich die Zuschaueranzahl stetig steigerte. Endlich flogen wieder die Mähnen, und die Stimmung stieg mit jedem Song. Kaum war das Set zu Ende, begab sich der Großteil der Anwesenden, wie gewohnt, in den oberen Bereich der Location.

MONUMENT OF MISANTHROPHY:

Bereits als MONUMENT OF MISANTHROPY mit ihrem Soundcheck begonnen hatten, füllte sich der Raum aufs Neue. Das österreichisch/englische Konglomerat wurde 2012 gegründet und hat erst dieses Jahr ihr biestiges Album „Anger Mismanagement“ aus 2014 neu veröffentlicht. Da ich diese Scheibe schon etwas länger auf und ab höre, freute ich mich sehr auf die Show. Kaum war der Soundcheck erledigt, zerlegte das Quintett auf böseste Art und Weise die Location. Die Vocals hatten einen unglaublichen Druck, und die Saiteninstrumente wurden mit höchster Präzession bedient. Der Drummer ließ die Sticks nur so auf die Felle hernieder hageln, während der Bass einem den Bauch massierte.

Das Set der Band war wirklich beeindruckend! Nachdem der letzte Ton verklungen war, wartete ich gespannt auf die kommenden zwei Bands, da ich bisher noch nichts von jenen gehört hatte.


NUCLEAR MONSTROSITY:

NUCLEAR MONSTROSITY sprangen kurzfristig als Ersatz für SERABULLHO und MARBATH ein. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, doch schlussendlich standen beim Line-Check zwei mir doch bekannte Gesichter auf der Bühne. Das liebe Pikachu des gestrigen Tages trug nun ein T-Shirt mit der Aufschrift „RAUSCHKIND“ und verwöhnte uns aufs Neue mit seinem Kollegen, welcher den Drumcomputer bediente und weiters in die Saiten schlug. Das Set war, wenn auch minimalistisch, sehr unterhaltsam und brachte wieder etwas Partystimmung in die Hütte. In wirklich brauchbarer Ersatz für die anderen angekündigten Bands!


SCORDATURA:

Während der Umbauphase googelte ich den Namen der Band, da ich mir darunter so absolut garnichts vorstellen konnte. Dass die kommende Musik eher im Grind/Death-Bereich liegt, war schon logisch, doch die Bedeutung des Namens hatte mein Interesse geweckt. Schlussendlich handelt es sich dabei um den italienischen Begriff für „verstimmt“. Verstimmt klang jedoch absolut nichts als die schottische Violent Death Metal-Band in die Saiten schlug. Sänger Daryl Boyce flitzte auf der Bühne herum, gestikulierte wie ein Wilder und hatte auch keine Scheu, dem Publikum direkt ins Gesicht zu plärren. Die Stimmung war grandios, und als der letzte Song angesagt wurde, realisierte ich, dass es jetzt nocheinmal heftiger werden würde.

CYTOTOXIN:

Was soll ich sagen. Ich durfte CYTOTOXIN schon vor einiger Zeit kennenlernen, und diese Herren haben mich seither immer wieder mit ihrer mächtigen Musik absolut begeistert. Ich war sehr gespannt darauf, wie heftig das Publikum abgehen würde, und ich kann nur sagen, dass es gewaltig gescheppert hat. Die Band hatte die Anwesenden derartig im Griff, dass es sogar zu einer Wall of Death kam. Die Instrumentalsektion lieferte auf höchstem Niveau, und Sänger Grimo gab alles, was er hatte. Energiegeladener hätte die Show nicht sein können. Es wurde mitgeschrien, während andere im Moshpit herumflogen und in der ersten Reihe die Mähnen nur so rotierten. Ich war jedenfalls nach dem Spektakel nicht nur durchgeschwitzt, sondern auch durchwegs glücklich!

BEHEADED:

Zum Abschluss des wirklich gelungenen Revivals des Festivals gab es noch mal richtig böse aufs „Fressbrett“. Die aus Malta stammende Brutal Death Metal-Band BEHEADED sollte nun den Abend zu einem gebührenden Ende bringen. Man merkte dem Publikum schon eine gewisse Müdigkeit an, doch die Feierlaune war noch brauchbar vorhanden. Ein letztes Mal an diesem Abend flogen die Mähnen und Zipfelmützen, wenn auch die Klobesen nurmehr irgendwo in der Gegend herumlagen. Es war noch einmal so richtig laut, bis die Bühne schlussendlich für den Rest des Abends leise wurde. BEHEADED beendeten das Festival auf würdige Art und Weise.

Mittlerweile wurde es schon etwas spät, und daher machte ich mich wieder auf den Heimweg.

Abschließend sei ein großes Dankeschön an die komplette Crew hinter Ronny Frohner, an die Bands, das Publikum und natürlich auch an die gesamte Escape-Crew, speziell den „Schweinachtsmann“, gerichtet.

Der Termin für nächstes Jahr steht schon fest (14.-16.12.23) und mit KRAANIUM und STILLBIRTH wurden auch schon die ersten Bands bestätigt!

Early-Bird Tickets bekommt ihr jetzt schon unter folgendem Link:

https://www.ticketmaster.at/event/19799

Schnell zugreifen! Diese Teile werden wieder weggehen wie warme Semmeln!
Ich freue mich schon auf die nächste brutale Weihnachstfeier!


WERBUNG: Hard
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