16.07.2011, Liqueur Company R. Jelínek

MASTERS OF ROCK 2011 - Day 3

Veröffentlicht am 05.08.2011

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Samstag, 16.7.2011



AUDREY HORNE

Zu nachtschlafender Stunde (11:40 Uhr!!!) dürfen die Norweger von AUDREY HORNE ran. Exakt um diese Uhrzeit vor genau zwei Jahren feierten Sänger Toschie & Co. ihre Masters of Rock Premiere, was den zu tätowierten Sangesbruder gleich zur Aussage hinreißen ließ: We didn‘t manage to rise up in the Billing!. Verdient hätten es diese Gefühlskünstler allemal, völlig egal ob da die 2010er selbstbetitelte Großtat oder das „Le Fol“ Album zitiert wurde, Totschie, ein Verrenkungskünstler ohne Frage, hatte Spaß auf den Brettern, die übliche Megaphoneeinlage inklusive und nach wirklich verdammt dahin gebrausten 50 Minuten, sowe mit „Weightless“ sogar einen Song vom 2005er „No Hay Banda“ Debüt in der Setliste, war die Geschichte auch schon wieder zu Ende. Das näxte Mal bitte weiter oben Billing! [Reini] Setlist AUDREY HORNE: Charon Circus Pitch Black Mourning Last Chance for a Serenade Sail Away Weightless Bridges And Anchors Threshold Blaze of Ashes

VISIONS OF ATLANTIS

Es ist natürlich immer eine besondere Freude, auch mal heimische Bands bei großen internationalen Festivals zu sehen; kürzlich waren ja THE SORROW in Vizovice vertreten, heuer übernehmen diesen Part die Steirer von VISIONS OF ATLANTIS. Mit brandneuem Album "Delta" und ebenso brandneuer Sängerin in Gestalt der Griechin Maxi Nil haben die heimischen Symphonic-Metaller nach den Widrigkeiten der letzten Jahre, die durch einige Rückschläge und Umstrukturierungen in der Band gekennzeichnet waren, wieder zu alter Stärke zurückgefunden, und wollen dies natürlich auch in Tschechien gebührend zelebrieren. Und siehe da - es funktioniert! Denn trotz der frühen Stagetime von VISIONS OF ATLANTIS schaffen es die Herrschaften, eine mehr als beachtliche Menge an begeisterten Fans vor die "Ronnie James Dio Stage" zu locken, und bedanken sich mit einem routinierten Set, bei dem aber sehr viel Spielfreude und Begeisterung transportiert wird. Sänger Mario Plank präsentiert sich (trotz im Vorfeld eingeräumtem geringfügigen Alkoholgenusses am Vortag) in starker Form, und auch neo-Sängerin Maxi tut sich bei den VISIONS-Songs eigentlich gar nicht schwer, und pendelt gekonnt zwischen rockiger Röhre und klassischen Arien. Und so wissen dann natürlich auch Tracks wie der Opener "At The Back Of Beyond", "Wing-Shaped Heart" oder das poppige "New Dawn" vom aktuellen Langeisen absolut zu überzeugen. Ein bisschen schade zwar, dass der Sound auf Grund des fehlenden Bassers Mario Lochert (der auf Grund KFZ-technischer Gebrechen verhindert war) nicht ganz so druckvoll war, wie er es sonst wohl gewesen wäre; allerdings hat sich die Truppe um Drummer Tom Caser dafür umso mehr ins Zeug gelegt, um dem nach Kopfgeschüttel gierenden tschechischen Publikum eine starke Show zu bieten - und tja, die Mission ist definitiv von Erfolg gekrönt gewesen! Schöne Show, viele neue Fans dazugewonnen; das freut natürlich auch die versammelte STORMBRINGER-Crew! [Dragonslayer] Setlist VISIONS OF ATLANTIS: Intro At the Back of Beyond Elegy Seven Seas Through my Eyes The Poem Wing-Shaped Heart New Dawn Passing Dead End Memento

POWERWOLF

Nach einem kurzen Intro stürmten die fünf Herren mit „We Take It From the Living“ die Bühne, mit obligatorischer Kriegsbemalung natürlich. Durch den extremen Weihrauchgeruch, der die ganze Bühne einnebelte, entstand der Eindruck als stünde Weihnachten vor der Tür. Die Fans standen gleich wie eine Mauer hinter der Band und für die frühe Beginnzeit, fühlte sich das Areal relativ schnell. Natürlich wurde auf Pfarrerkutten, (und das bei 30 Grad im Schatten), Messwein und Weihrauchkessel nicht verzichtet. Wie mittlerweile fast jeder weiß, bekommt man von POWERWOLF auch die visuelle Vollbedienung. Bei diesem Gig wurde klar, dass die Herren ihren eigenen Sound gefunden haben, der den eingefleischten Fans gefällt und die Fangemeinde spätestens nach Veröffentlichung von „Blood Of the Saints“ schnell wachsen lassen wird. Als Höhepunkte könnte ich hier fast alle Songs aufzählen, denn jede ihrer Nummern, auch neue wie „We Drink your Blood“ oder das geniale „Sanctified with Dynamite“ haben etwas ganz Besonderes. Bei „Werewolves of Armenia“ flippten die Leute total aus. Nach „Saturday Satan“ und „Lupus Die“ war die Messe gelesen und der großartig aufgelegte Fronter Attila Dorn, segnete seine Jünger und die Band räumte unter tosendem Beifall den metalischen Beichtstuhl- AMEN. Auf jeden Fall eine Augen- und Ohrenweide. Überzeugender Hammerauftritt. [Manfred] Setlist POWERWOLF: We Take It From The Living Prayer In The Dark Raise Your Fist, Evangelist We Drink Your Blood In Blood We Trust Werewolves Of Armenia Sanctified with Dynamite Resurrection By Erection Saturday Satan Lupus Die



SEVEN - Guests: Blaze Bayley, Victor Smolski

Wie typisch für das MASTERS OF ROCK, durften auch in diesem Jahr einige in der tschechischen Republik sehr bekannte und populäre Bands auf der großen "Ronnie James Dio"-Stage einheizen, und der Höhepunkt für die Tschechen war heuer sicherlich der Auftritt der Power Metaller von SEVEN. Diese sind nämlich nicht nur eine durchaus formidable Heavy Metal-Kombo, sondern haben auch einige prominente Freunde in der Metal-Gesellschaft. Und von diesen hatten sie sich heuer ein paar eingeladen, um gemeinsam für Stimmung zu sorgen. Nachdem man also mit einigen Krachern eigener Prägung wie "Wild In The Night", "Freedom Call" oder „No Surrender“ warm geworden ist, holte man dann den ehemaligen IRON MAIDEN-Fronter BLAZE BAYLEY kurzerhand auf die Bühne, um mit ihm gemeinsam ein paar seiner Songs wie "Ghost In The Machine" und "Kill And Destroy" zu zelebrieren. Und zerstört wird hier tatsächlich so einiges, denn der gute Herr Bayley zerlegt gleich zu Beginn seines Auftritts mal einen Mikroständer. So gehört sich das für echte Rocker! Doch damit nicht genug: Anschließend eilte dann noch Gitarrenvirtuoso VICTOR SMOLSKI zu Hilfe (der ja späterhin noch einen kurzen Gitarrenworkhop auf der großen Bühne abhalten sollte), der ebenfalls ein Intimus der Tschechen ist, und – so wird gemunkelt – auch ein großer Unterstützer derselben ist, und vielleicht durch seine wohlwollenden Worte auch etwas dazu beigetragen hat, dass SEVEN demnächst ihr Debüt bei Nuclear Blast veröffentlichen werden! Hier jedenfalls spielte der gute Herr Smolski aber natürlich auch zwei RAGE-Nummern mit den Jungs von SEVEN, und zwar "Down" und den Klassiker "Higher Than The Sky"! Ein gelungener Ausklang, ehe man dann mit „Lost Hero“ und einem finalen Cover von "Highway To Hell", gemeinsam mit Victor Smolski und Blaze Bayley, nochmal für tolle Stimmung sorgt. Alles in allem ein fulminantes, mit viel Pyro und Feuerwerk verziertes Heimspiel der Tschechen, und auch wenn der ebenfalls angekündigte Schmier von DESTRUCTION leider doch verhindert war, so blieb die Show von SEVEN absolut sehenswert – auch wenn man mit der Truppe bislang noch nicht so vertraut war! [Dragonslayer] Setlist SEVEN: Wild in the Night Freedom Call So scarred No Surrender The Road The Whales Sing (Instrumental) Get It Magnificent Seven Ghost in the Machine (BLAZE BAYLEY Lead Vocals) Evolution (BLAZE BAYLEY Lead Vocals) Identity (BLAZE BAYLEY Lead Vocals) Kill and Destroy (BLAZE BAYLEY Lead Vocals) Following You (Victor Smolski Guitar) Midnight Circus (Victor Smolski Guitar) Down (Victor Smolski Guitar) Higher Than The Sky (Victor Smolski Guitar) Lost Hero (Victor Smolski Guitar) Highway To Hell (BLAZE BAYLEY/Vocals, Victor Smolski/Guitar)

LEGION OF THE DAMNED

Vor zwei Jahren noch am frühen Nachmittag angetreten, durfte das Holländische Abrisskomando diesmal später ran, um den schon ziemlich beängstigend prall gefüllten Moshpit vor der Bühne den Marsch zu blasen. Mit „Night Of The Sabbath“ wurde der Gig gleich mächtig eröffnet. Auch im weiteren Verlauf ist Aggression pur an gesagt, die von Fronter Maurice Swinkels in unnachahmlicher Weise den Fans entgegen geschleudert wird. Der neue Klampfer Twan Van Geel fügte sich perfekt ins Gesamtbild ein, obwohl es schon ein komisches Gefühl war, meine holländischen Freunde ohne Richard Eibisch zu sehen. Songs wie die Bandhymne „Legion Of The Damned“, „Killzone“, „ Son Of A Jackal“ „Diabolist“ schlugen wie Granaten ein, und was da aus den Boxen kam, war der blanke musikalische TERROR. Klasse Band und die Fans bedankten sich für die tolle Vorstellung mit einer brachialen WALL OF DEATH, die man sich auf YouTube unbedingt ansehen sollte. Wie zum Teufel können die Leute filmen und gleichzeitig aufeinander losrennen und sich die Rüben einhauen. Manchen Nörgler waren die Holländer ein wenig zu eintönig, aber trotzdem sind die Herrschaften noch immer ein Garant für eine oberamtliche Thrash Metal Show- Hammer. [Manfred]

ROSS THE BOSS

Der ROSS THE BOSS, das ist halt noch ein erdiger Kerl. Jener Mann, der die ersten sechs MANOWAR Alben, also die absolute Hochblüte dieser mittlerweile zur Clownerie verkommenen Band, entscheidend mitgeprägt hatte, der konzentrierte sich auf die Musik, auf jene Songs, die ihn und zig Tausend Metalfans bis ins Knochenmark geprägt haben. Logisch, dass auch die Solokarriere des Herrn ROSS mit einbezogen wurde, aber auch da schaute der sympathische Endfünfziger, dass er eher die epischen Tracks, die den MANOWAR Spirit der early Eighties atmen, auffährt. Zusätzlich kam das Masters of Rock Festival in den Genuss einer Weltpremiere. Noch nie wurde der „Kings of Metal“ Track „Kingdom Come“ live performt. ROSS THE BOSS und seine Hintermannschaft, bei denen IVORY NIGHT Sänger Patrick Fuchs zwar kein neuer Eric Adams ist, die Tracks des Sangesgottes aber durchaus gut rüber bekam, trauten sich über diesen vergessen geglaubten Juwel und nicht nur bei mir stand ob dieser Premiere die ein oder andere Träne in der Warteschleife. Selbige vergoß der liebe ROSS dann gleich bei der Ansage zu „Thor (The Powerhead)“, die Fuchs in ergreifender Art und Weise den leider viel zu früh verstorbenen Scott Columbus widmete. In weiterer Folge wechselten sich dem ROSS seine Sologeschichten und MANOWAR Tracks der ersten Stunde ab. Herausragend hierbei ein göttliches „Sign of the Hammer“, ein nicht minder geniales „Kill With Power“ bzw. „Hail And Kill“ und als Abschluss die „Battle Hymns“, die der Rezensent nur mehr kniend miterlebte. Ich hätte mir zwar statt „Behold the Kingdom“ oder „We Will Kill“ noch liebend gerne das ROSS THE BOSS Ausnahmestück „Empire’s Anthem“ gewunschen, aber auch so war dieser Auftritt der BESTE MANOWAR Gig der letzten, ach was mindestens 100 Jahre! [Reini] Setlist ROSS THE BOSS: Kingdom Arise Blood of Knives Kingdom Come God of Dying Thor (The Powerhead) We Will Kill Dead Man’s Curve Sign of the Hammer Behold the Kingdom Kill With Power Alestorm Battle Hymns

U.D.O.

Ja, wenige Charaktere in der Geschichte des Heavy Metal bedürfen so wenig einer Vorstellung wie die lebende Legende Udo Dirkschneider. Gut, seine Tage bei ACCEPT hat die Tarnhosen-Rockröhre wohl nunmehr endgültig hinter sich gelassen, dafür macht man jetzt mit der ohnehin schon viel länger und konstanter agierenden eigenen Truppe U.D.O. weiter. Und auch diese Herren haben mit "Rev-Raptor" ein neues Langeisen mit nach Vizovice gebracht, und wollen dieses natürlich auch der versammelten Meute präsentieren. Und so eröffnen U.D.O. ihr Set auch gleich mit dem namensspendenden Titeltrack dieses neuen Albums, ehe man dann gleich mit "Dominator" und "Thunderball" etablierter nachlegt. Die Single des aktuellen Albums, "Leatherhead", kann mich dagegen nicht ganz so mitreißen, dagegen kommen dann das treibende "Vendetta" und natürlich der Klassiker "Princess Of The Dawn" mit langem Singspiel weitaus besser an. Positiv überrascht bereits jetzt der sehr druckvolle Sound und die hohe Spielfreude der gesamten Band; und auch Großmeister Udo Dirkschneider selbst scheint an diesem Abend viel Spaß an seinem Job zu haben. Weiter geht's dann mit einigen Krachern Marke Eigenbau wie "Midnight Mover" und "Man And Machine", ehe man dann mit einem DER ACCEPT-Gassenhauer schlechthin das reguläre Set beendet, nämlich dem "Metal Heart". Als Zugaben gibt's dann - vielleicht etwas ungewöhnlich - zunächst den "Bogeyman", dann muss der Altmeister aber natürlich standesgemäß noch ein paar der ganz großen ACCEPT-Klassiker auspacken, und zwar das - ursprünglich in der Setlist gar nicht geplante - "I'm A Rebel" und schlussendlich selbstredend eine der Hymnen des Achtziger-Teutonenstahls schlechthin, namentlich "Balls To The Wall", bei dem sich Meister Udo und seine Jungs noch einmal ordentlich abfeiern lassen. Fazit: Ein weitaus stärkerer und energiegeladenerer Gig als zuletzt noch in der Szene in Wien, eine gut gewählte Setlist und viel Spielfreude bei Metal-Legende Udo und seinen Mannen; so sieht man Legenden des Metal natürlich gerne noch in Aktion! [Dragonslayer] Setlist U.D.O.: Rev Raptor Dominator Thunderball Leatherhead Vendetta Princess of the Dawn Guitar Solo Midnight Mover Man And Machine Animal House Metal Heart ---------------------- Bogeyman I’m A Rebel Balls to the Wall



GUANO APES

Tja, hier wird es auch für euren Drachentöter etwas schwierig, denn als Jungspund in der STORMBRINGER-Runde, der ja eigentlich mit der Musik der GUANO APES aufgewachsen ist, fiel es dann auch mir zu, die Show der unlängst in die Rocklandschaft zurückgeradelten Alternative-Rocker rund um Frontröhre Sandra Nasic etwas genauer unter die Lupe zu nehmen; und zugegeben, ich bin nun nicht wirklich so vertraut mit dem Werk der "Äffchen" aus Deutschland. Aber man lässt sich ja gerne auch mal von neuen Dingen überzeugen, und so beeindruckt zunächst einmal der spektakuläre Bühnenaufbau der GUANO APES, und in weiterer Folge auch (überraschenderweise!) das tschechische Publikum, das - ansonsten nicht unbedingt für seine Textsicherheit bekannt - bei fast allen Songs der APES von vorne bis hinten mitsingen kann, und die Rocker aus Deutschland mehr als amtlich abfeiert! Gut, ich persönlich kann jetzt mit Songs wie "Oh What A Night", "You Can't Stop Me" oder "Underwear" nicht unbedingt viel anfangen, aber klar - bei den großen Hits der APES wie "Open Your Eyes", dem ALPHAVILLE-Cover "Big In Japan" und der letzten Zugabe "Lords Of The Boards" darf man auch als Wahrmetaller mal ein bisschen über den Tellerrand hinausbangen. Alles in allem liefern die APES, das muss man sagen, eine absolut würdige Headliner-Show mit hoher Professionalität und dem ausreichenden Maß an Spritzigkeit ab, und auch wenn sie vom Genre her nicht so recht zur sonstigen Ausrichtung des MASTERS OF ROCK passen mögen, so gibt die begeisterte Reaktion des versammelten Publikums den Veranstaltern absolut Recht - die Entscheidung, die GUANO APES hier zu buchen, war definitiv richtig. Gut, musikalische Großtaten wurden keine vollbracht, aber das erwartete auch niemand; hier ging's um gefällige Party-Mucke, und in dieser Hinsicht haben die GUANO APES auch am MASTERS OF ROCK absolut gute Arbeit geleistet. [Dragonslayer] Setlist GUANO APES: Quietly Oh What a Night You Can't Stop Me Open Your Eyes Sunday Lover Pretty In Scarlet When the Ships Arrive No Speech Underwear All I Wanna Do Fanman This Time Big in Japan (Alphaville cover) ---------------------- Plastic Mouth (Instrumental) Lords of the Boards

BRAINSTORM

Glaubt man Kollegen „Hartl“ Grill vom ROCK-IT Magazin, dann waren BRAINSTORM der ideale nach Hause Begleiter. Die Band um Andy B. Franck zeigte sich auch um ein Uhr Nachts spielfreudig, rotierte routiniert durch ein Best-Of Programm (u.a. der Titeltrack der letzten CD „Memorial Roots“, aber auch „Highs Without Lows“ z. B.) und spendierte den vielen noch Dagebliebenen mit dem Track „Temple of Stone“ sogar einen Ausblick auf das kommende Album „On The Spur of the Moment“. [Reini]

Sonntag, 17.7.2011



MERCENARY

Ich bin ja bekennender „11 Dreams” Fan, d.h. mit den MERCENARY der Mark II Phase wurde ich nie so richtig warm. Schön daher, dass die vier Dänen gleich mit einem meiner MERCENARY Faves („World Hate Center“) ihre Masters of Rock Premiere einleiteten. Hauptaugenmerk lag aber natürlich auf dem aktuellen „Metamorphosis“ Album, von dem Rene Pedersen und seine ambitionierte Hintermannschaft gleich sechsmal schöpften. Der Publikumszuspruch bei doch mehr als warmen Außentemperaturen war für diese Uhrzeit (12:35) beeindruckend und auch den schreibenden Skeptiker konnte MERCENARY mit dem herrlichen „Firesoul“ (natürlich vom „11 Dreams“ Album!) dann noch so richtig glücklich machen. [Reini] Setlist MERCENARY: World Hate Center Endless Fall Memoria The Follower In Bloodred Shades The Black Brigade Through the Eyes of the Devil In A River of Madness Firesoul

EVILE

Die Brit-Thrasher, die doch so gerne in der Frisco Bay Area wohnen möchten, legten ihre anfängliche Zurückhaltung relativ schnell ab und frästen sich durch einen 50 Minuten Thrash Set, der nebst klassischem von „Enter The Grave“ bzw. „Infected Nations“, auch gleich zweimalig einen Ausblick auf das neue Album „Five Serpent’s Teeth“ (VÖ-Datum: 26. September 2011 via Earache Records) gab. Zuerst gaben die Drake Brothers „Eternal Empire“ zum Besten, Der Track beginnt schleppend, darf viel „Black Album“ METALLICA atmen, bevor ein für EVILE Verhältnisse doch ungewöhnliches High Speed Gewitter einsetzt, bei dem sich Irokesen Drummer Ben Carter so richtig austoben durfte. Diese Wechselspielchen zogen sich dann durch den wirklich geilen Song so dahin. Zweite Neuvorstellung war dann „Cult“, der etwas zäh im ausschließlichen Mid Tempo daherkam, aber wohl etwas wachsen wird müssen. Fazit: Gediegene Thrash Show, die lediglich an der doch beschränkten Bewegungsfreudigkeit der drei Axeman leidete. [Reini] Setlist EVILE: First Blood We Who Are About to Die Eternal Empire Time No More ________________ Cult Metamorphosis Infected Nation



ARKONA

ARKONA hatten das Glück bei praller Nachmittagssonne die Masters of Rock Besucher unterhalten zu dürfen. Willensstärke und Ausdauer muss man der Band jedoch attestieren, dass sie dies mit vollem Fellbesatz tut und dabei auch noch eine gute Show hinlegt. Mascha „Scream“ Archipowas Gesang kommt recht gut und der in russischer Muttersprache dargebotene Pagan-Metal ertönt schwungvoll, erfrischend und ohne finnisches Humppa. Nicht ganz eine gute Stunde lang wird das Publikum mit den Songs des Albums „Goi Rode Goi“ und der heuer erschienen Ep „Stenka Na Stenku“ EP bei Laune gehalten. [Manfred]

DELAIN

Drei Tage Festival gehen weder an Publikum noch an der STORMBRINGER-Crew ganz spurlos vorüber, und so bemerkt man auch in diesem Jahr am letzten Tag des MASTERS OF ROCK gewisse Ermüdungserscheinungen und ein bisschen Katerstimmung bei Publikum und Organisatoren. Nichtsdestotrotz wollen aber zumindest die Bands auch am letzten Tag noch ordentlich Stimmung machen, und für mich begann der Arbeitstag an diesem Sonntag mit den Niederländern von DELAIN. Über deren Auftritt am diesjährigen MASTERS habe ich mich natürlich besonders gefreut, zumal ich die Herrschaften rund um Fronterin Charlotte Wessels eigentlich schon im Vorjahr hier hätte sehen sollen, wo sie allerdings leider sehr kurzfristig ihren Gig absagen mussten. Nun war es aber endlich soweit, und ich konnte die sympathischen Holländer, die ja unlängst erst mit unseren heimischen Symphonic-Metallern von SERENITY gemeinsam auf ausgedehnter Europa-Tour waren, auch livehaftig begutachten. Und wie nicht anders zu erwarten kommt der symphonische, bombastische Metal, den auch Fräulein Wessels und ihre Recken präsentieren, wie schon bei VISIONS OF ATLANTIS am Tag zuvor beim tschechischen Publikum sehr gut an! Tracks wie "Stay Forever", "Sever", Virtue and Vice" oder der neue Song "Get The Devil Out Of Me" werden brav abgefeiert, und auch wenn der Sound nicht ganz top ist, liefern DELAIN eine amtliche Show. Kein absolutes Highlight für mich, aber auch keine Enttäuschung. Gut platzierter Gig am Nachmittag zwischen einigen eher härteren Acts. Gerne wieder! [Dragonslayer] Setlist DELAIN: Invidia Stay Forever Go Away Get The Devil Out Of Me Sever Virtue and Vice Milk and Honey The Gathering Control the Storm Sleepwalker's Dream Pristine

OOMPH!

Ähnlich wie im Falle der GUANO APES vom Vorabend muss ich hier vorweg schicken: Wirklich vertraut bin ich mit dem Werk von Sänger Dero und seinen OOMPH!-Mistreitern nun ja auch nicht; aber gut, dass auch mir Hits wie "Augen auf!" und "Mein Schatz" nicht entgangen sind, ist klar. Sonst zählen die Deutschen allerdings nicht gerade zu meinen Favoriten; umso interessanter war es für mich dann allerdings, mir die Show vom OOMPH! etwas genauer anzusehen und mich insbesondere auch von der doch recht frenetischen Rezeption beim tschechischen Publikum überraschen zu lassen. Denn trotz deutscher Texte haben die Gentlemen von OOMPH!, kollektiv in ausgefallene schwarz-weiß-Uniformen gekleidet, auch hier eine formidable Fanbase, und werden auch dementsprechend abgefeiert. Fronter Dero kann dabei mit charismatischer Stimme punkten, die bereits beim Opener "Beim ersten Mal" zum genaueren Hinhören einlädt, und auch die weitere Setlist weiß mit Tracks wie "Revolution", "Labyrinth" oder "Wach auf!" zu gefallen. Abgesehen davon ist Dero auch der einzige Band-Protagonist am diesjährigen MASTERS OF ROCK, der sich doch tatsächlich eine Runde Crowd-Surfing nicht nehmen lässt. Chapeau! Fazit: Tja, meine Lieblingsband sind OOMPH! auch nach diesem zugegebenermaßen gelungenen Auftritt nicht geworden, aber das ist wohl einfach stilbedingt so. Allerdings haben sie auf der Respekts-Skala dank dieser Show einige Sprossen erklimmen können, und haben gut zu unterhalten gewusst; in jedem Fall eine angenehme Atempause vor dem folgenden Einfall jener Urgewalt, die da hieß: OVERKILL. [Dragonslayer] Setlist OOMPH!: Beim ersten Mal tut's immer weh Träumst Du Wer schön sein will muss leiden Du willst es doch auch Wach auf! Mitten ins Herz Sex hat keine Macht (Acoustic) Auf Kurs (Acoustic) Revolution Mein Schatz Gekreuzigt Labyrinth Gott ist ein Popstar Augen auf! Sandmann



OVERKILL

OVERKILL sind unkaputtbar! Bobby, der Blitz, ist fitter denn je und fegt wie ein Derwisch über die Bühne und auch die Best-OF, die man am MoR 2011 zum Besten gab, kann sich sehen lassen. Nach dem etatmäßigen Beginn mit „The Green…“, „Rotten…“ und der „Wrecking Crew“ gab es relativ früh ein „Hello from the Gutter“, sowie den „Hammerhead“, bevor wieder zweimal der aktuelle Longplayer ran durfte. Überzeugend das nicht gar so oft gehörte „Skullcrusher“: Ich kenne kaum eine Doom Band, die einen derartigen Slo-Mo Punch zu Stande bringt wie OVERKILL in diesem „The Years of Decay“ Meisterwerk. Und wenn der hypersympathische Bobby ins Mikrofon nölt: We Drank some Beer, we break some Hands, we never gave a Shit“ weiß jeder, der mt OVERKILL auch nur im entferntesten zu tun hat, dass jetzt schlicht und einfach „Old School“ zelebriert wird. Herrlich, dass dies gleich nach „Elimination“ passierte und so die ruppige Punkigkeit dieser Band noch besser zur Geltung kam. Ja die Zugabe, gut die ist bei OVERKILL – meistens – ja eh einfach, diesmal überraschten die Mannen allerdings mit der erneut punkig beeinflussten AC/DC-Hommage „Dirty Deads Done Dirt Cheap“! Saugeiler Abschluss. [Reini] Setlist OVERKILL: The Green and Black Rotten to the Core Wrecking Crew Hello From The Gutter Hammerhead Ironbound Bring Me the Night In Union We Stand Give a Little Skullkrusher Elimination Old School Encore: Fuck You / Dirty Deeds Done Dirt Cheap

HELLOWEEN

Vier Tage zwischen Sonne, Regen, Dixi-Klos, Gitarren, Zelten, Sonnenbrand, Kater und viel tschechischem Bier neigen sich nun langsam ihrem Ende zu, und eine weitere legendäre Ausgabe des MASTERS OF ROCK ist kurz davor, seinen rechtmäßigen Platz in den Annalen der Rock-Geschichte einzunehmen; dies vor allem auf Grund einer atemberaubenden Show von TWISTED SISTER, die uns alle daran erinnert hat, warum wir diesen Scheiß eigentlich so lieben. Ansonsten konnte das Programm 2011 zwar nicht ganz mit jenem der letzten beiden Jahre mithalten, bei denen sowohl Billing als auch Performances durch die Bank ein wenig stärker gewesen waren - aber auch so war ein erneuter Besuch bei unseren Freunden in der Tschechischen Republik auch in diesem Jahr wieder als absolut lohnenswert einzustufen. Doch bevor nun die letzten Segel gestrichen werden sollten, wartete ja noch der letzte Headliner darauf, das Festival zu einem fulminanten Ende zu führen. Und diese ehrenvolle Aufgabe sollte in diesem Jahr - nach den spektakulären Shows von ACCEPT, LORDI und EUROPE in den vergangenen Jahren - der deutschen Melodic Metal-Legende HELLOWEEN zufallen. Und naja, HELLOWEEN sind seit dem Ausstieg von Michael Kiske ja sowieso eine sehr zwiespältige Angelegenheit geworden, und dessen Nachfolger Andi Deris, der nunmehr ja auch bereits seit 1994 fixer Bestandteil der Kürbisköpfe rund um Gitarrist Michael Weikath und Basser Markus Großkopf ist (und mittlerweile auch schon mehr HELLOWEEN-Alben eingesungen hat als Michael Kiske!), war unter den HELLOWEEN-Fans schon immer umstritten. Nun habe ich persönlich im Laufe der Jahre schon einige HELLOWEEN-Shows in dieser Besetzung miterleben können; einige davon waren wenig empfehlenswert, einige waren durchaus passabel; stets aber hing viel von der Tagesverfassung eben dieses Herrn Deris ab, da die restlichen Bandmembers ja auch routinierte Profis sind und zumindest im Instrumentalbereich selten etwas anbrennen lassen. Doch in diesem Jahr, das muss ich leider vorab bereits sagen, wurde ich Zeuge der wohl schlechtesten HELLOWEEN-Show, der ich jemals beiwohnen durfte, und die wohl auch eine der miesesten Metal-Shows aller Zeiten geworden ist. Gut, los ging's zunächst mit der Single des aktuellen Scheibchens "7 Sinners", namentlich "Are You Metal?", und bereits hier werden HELLOWEEN nicht nur von indiskutabel schlechtem Sound, der noch dazu viel zu laut ist, gegeißelt, sondern auch Fronter Andi Deris scheint noch nicht wirklich warm geworden zu sein, und plagt sich selbst bei diesem von ihm selbst im Studio eingesungenen Song schon sehr ordentlich. Allein, das Problem daran: An dieser Tatsache sollte sich auch im Laufe des restlichen Sets nichts ändern. Denn in der Folge legt man gleich mit dem Stimmbandbrecher "Eagle Fly Free" nach, und dass der gute Herr Deris mit dieser Kiske-Nummer einfach heillos überfordert ist, ist ein offenes Geheimnis. Doch hier, wie auch bei dem späteren "Future World", welches die Herren auch noch in unermesslich langatmige und öde Mitsingspielchen verwandeln, hat man leider das Gefühl, dass es Andi Deris heute nicht einmal probiert. Irgendwie bekommt man den Eindruck, er will's nicht mal versuchen, gibt sich nicht einmal ansatzweise Mühe, diese Songs in halbwegs annehmbarer Fasson zu interpretieren. Stattdessen quietscht er mal einzelne hohe Tönchen raus, wo eigentlich eine kraftvoll gehaltene Note kommen sollte; und Intonation findet hier sowieso nur in der Fantasie der Zuseher statt - und wohl vor allem auch in jener des Herrn Deris selbst. Dass da dann auch die zwischenzeitlich eingebauten Gitarren- und Schlagzeugsoli (ob der damit verbundenen Verschnaufpausen für Andi Deris) keine Besserung bringen, überrascht dann schon kaum mehr. Das Erschreckende daran ist allerdings, dass nicht nur Kiske-Nummern wie das "Keepers"-Medley, bestehend aus "Keeper Of The Seven Keys", "The King for a Thousand Year" (welches zugegebenermaßen ein Deris-Song ist) und natürlich "Halloween" richtig, richtig mies gebracht werden, sondern auch eigene, neue Songs wie "World Of Fantasy" vermag der Herr Deris an diesem Abend nicht mal in ansatzweise gefälliger Art zu präsentieren. Und von den abschließenden HELLOWEEN-Klassikern "Dr. Stein" und "I Want Out" möchte ich nicht einmal reden; zu schmerzhaft sind hier die Erinnerungen. Und während das scheinbar immer noch unerschöpflich begeisterungsfähige Publikum die Kürbisköpfe trotz dieser unterirdischen Performance dennoch dankbar abfeiert, steht die versammelte Journalistenschaft kopfschüttelnd im Fotograben und kann sich einfach nicht entscheiden, ob man nun lauthals über das soeben Gesehene/Gehörte lachen oder einfach nur entsetzt weinen soll, ob der fortschreitenden Demontage dieser wahren Metal-Legende. Gut, nach den anfänglichen Soundproblemen, die offensichtlich auch der gesamten Band sehr zusetzten, bekam man diese ja dann doch in Griff, und HELLOWEEN konnten dann jedenfalls auf instrumentaler Ebene eine Leistung zeigen, die einer Band dieses Standes und eines Headliner-Acts zumindest angemessen ist. Aber im Gesamtbild reicht das alleine halt nicht aus; und es ist schon sehr enttäuschend, wenn du als Metal(!)-Legende letzter Headliner eines Metal(!)-Festivals bist, aber dann sogar die GUANO APES besser sind als du. Mir blutet ja das Herz ob dieses Verrisses, aber hier spricht sowohl die Fan-Seele in Bezug auf HELLOWEEN, als auch die Musikliebhaber-Seele an sich aus mir: Eine solche Performance ist einer Institution wie HELLOWEEN einfach nicht würdig, denn das Erbe dieser Band hat sich schlicht besseres verdient. Und ich hoffe, dass insbesondere ein Herr D. sich dies vergegenwärtigt, und bei zukünftigen Auftritten wieder mehr Einsatz zeigt. Niemand erwartet von Andi Deris, dass er Kiske-Klassiker fehlerfrei und ebenbürtig intoniert; dafür sind die Stimmen einfach zu unterschiedlich. Aber was man sehr wohl von einem Sänger von HELLOWEEN erwarten kann, ist, dass dieser Einsatz, Begeisterung und zumindest Bemühtheit zeigt, dem Status dieser Band gerecht zu werden. Das kann einfach ein jeder Fan und Konzertbesucher erwarten, der mit seinem Ticketkauf die Band unterstützt; und wenn Leute ihr hart verdientes Geld für (nicht ganz billige) Konzertkarten ausgeben, dann muss auch auf Seiten der Band die Leistung passen, und muss sich auch die Band - auch eine legendäre Band - ihre Gage verdienen. Und das war an diesem Abend bei HELLOWEEN leider nicht der Fall. [Dragonslayer] Setlist HELLOWEEN: Are You Metal? Eagle Fly Free March of Time Guitar Solo Where the Sinners Go Drum Solo Steel Tormentor World of Fantasy I'm Alive Keeper of the Seven Keys / The King for a 1000 Years / Halloween Future World ---------------------- Dr. Stein I Want Out


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