23.11.2011, Posthof

SURTUR RISING TOUR feat. AMON AMARTH / LINZ

Text: Silver Wings | Fotos: Silver Wings
Veröffentlicht am 25.11.2011

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AMON AMARTH, AS I LAY DYING und SEPTICFLESH - das verspricht ein abwechslungsreicher Abend zu werden! Tatsächlich sind jedoch vor Konzertbeginn keine sich voneinander abgrenzenden Gruppierungen unter den Fans zu erkennen, was schon mal ein guter Start ist. Überhaupt ist da vom frisch gefönten Emo bis zum Horn vermissenden Wikinger alles dabei.

Pünktlich um 20 Uhr beginnen SEPTICFLESH aus Griechenland mit ihrem Auftritt, der den großen Saal des Linzer Posthofs zumindest im vorderen Bereich sogleich füllen mag. Die perfekt durchinszenierte Show kommt beim Publikum sehr gut an und sorgt schon zu dieser frühen Stunde für etliche erhobene Fäuste. Auch wenn die T-Shirts und Pullover unter den Anwesenden fast einheitlich von einem AMON AMARTH-Schriftzug geziert werden, folgt man den Aufforderungen des Frontmanns Spiros Antoniou heute gerne.

Nach einer halben Stunde verlassen die vier Musiker mit einem theatralisch aufgebauschten Ende aber auch schon wieder die Bühne. Eilig beginnen die Umbauarbeiten für den nächsten Act, der vermutlich an diesem Abend am weitesten aus der Reihe tanzt. Das kalifornische Metalcore-Aushängeschild AS I LAY DYING entert 20 Minuten später energisch die Bühne und reißt mit seiner dynamischen Performance auch die Besucher auf den hinteren Sitzplätzen aus ihrem vorgezogenen Winterschlaf. Da ist jetzt plötzlich Bewegung auf der Bühne, dass es nur so eine Freude ist. Bassist Josh Gilbert, der auch für die cleanen Vocals verantwortlich zeichnet, schlüpft dabei in die Rolle des Animateurs, der die Kommunikation mit dem Publikum aufrecht erhält.

Irgendwie bekommt man auch das Gefühl, dass sich AS I LAY DYING im Laufe dieser Tour auf das Publikum einzustellen gelernt haben. Die inzwischen auf eine beachtliche Größe angewachsene Menschenmenge bejubelt die Ansagen Tim Lambesis' lautstark und scheint sich über jegliche Ankündigung der nächsten Songs aus tiefstem Herzen zu freuen. Die Setlist enthält eine Granate nach der anderen und wird mit dem legendären "94 Hours" glorreich abgeschlossen. Man möchte sich fast ein wenig Sorgen um die unter Schwerlast arbeitenden Subwoofer machen, denn Jordan Mancino malträtiert die Double Bass wieder einmal, als gäbe es kein Morgen.

Während einer weiteren guten halben Stunde Umbaupause füllt sich der Saal nun endgültig bis auf den letzten Platz. Als dann das Intro von AMON AMARTH eingelegt wird, bricht Begeisterung unter der Masse aus. Ganz klar, die Mehrheit ist wegen der fünf Schweden gekommen - und nun sollen sie voll auf ihre Kosten kommen! Frontmann Johan Hegg (der sein Horn mit auf die Bühne nehmen durfte) schwingt seine langen Haare immer wieder im Kreis, was bei der Statur eines Wrestlers schon ganz schön imposant rüberkommt. Etwas heftig sind die nur beim Hauptact aktivierten, gen Publikum gerichteten Scheinwerfer auf der Bühne, die mit der Bass Drum synchron laufen und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Epilepsieanfalls gewaltig in die Höhe schnellen lassen. Leider kann ich vom Auftritt AMON AMARTHs keine Fotos bieten, da das Fotografieren erst während der Zugabe erlaubt war und mir der Akku der Kamera dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Es war jedenfalls ein schön durchmischter Abend (im mittleren Saal war übrigens zeitgleich auch noch Erwin Steinhauer zu Gast!), der den Posthof ordentlich ausgefüllt hat und wieder einmal gezeigt hat, dass alle problemlos neben- und miteinander existieren können.


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