24.11.2011, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

SURTUR RISING TOUR feat. AMON AMARTH / WIEN

Text: Luka
Veröffentlicht am 05.12.2011

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Lang ists her, dass die mächtigen AMON AMARTH das letzte Mal Wien beehrt haben – vor mehr als zwei Jahren waren sie zuletzt hier. Also gab es viel Grund zur Freude, als bekannt wurde, dass die Schweden im Rahmen der „Surtur Rising“-Tour (die auch in Graz und in Linz vorbeikommt) auch nach Wien kommen werden. Am Donnerstag war es dann soweit – Heerscharen von Metalfans pilgerten in den Gasometer, um AMON AMARTH, unterstützt von SEPTICFLESH und AS I LAY DYING, zu sehen. Dabei waren die Altersgruppen bunt durchgemischt, von jung bis alt war alles vertreten (wobei einige der jüngeren Fraktion offensichtlich eher wegen der Metalcore-Heroes AS I LAY DYING da waren). Zu SEPTICFLESH komme ich leider wegen logistischer Probleme erst, als das letzte Lied der Griechen am Ausklingen ist, daher kann ich zur musikalischen Performance der Synth-Deather nichts sagen. Zu bemerken blieb mir nur die interessante Bass-Haltung von Spiros "Seth" Antoniou, bei dem der Bass unter (!!!) den Knien hing. Damit überbot er alle Rekorde, die im letzten Jahrtausend von diversen NuMetal-Bassisten aufgestellt wurden. Anscheinend wollte die Roadcrew dann auch Wien möglichst schnell abhaken, denn die Roadies fingen zum Abbauen an, noch während die letzten Töne von SEPTICFLESH ausklangen und die Band noch auf der Bühne war, was aber von ihnen (und vom jetzt schon zahlreich vorhandenen und gut mitgehenden Publikum) relaxt und mit Humor genommen wurde.

Als nächstes waren dann die Metalcoreler von AS I LAY DYING dran. Die Jungs um Frontmann Tim Lambesis hauten sich auch gleich mächtig ins Zeug, vor allem Drummer Jordan Mancino haut in die Felle, als ob es kein Morgen gibt. Bassist Josh Gilbert, der auch für den cleanen Gesang zuständig ist, pusht das Publikum, und die Gitarreros Sgrosso und Hipa shreddern und riffen sich durch das Programm. Auf Aufforderung von Tim Lambesis entstehen dann auch immer wieder Pits, in denen die Core-Jünger im Publikum abgehen. Musikalisch haben es die Amerikaner definitiv drauf, und Songs wie „Through Struggle“ und „An Ocean Between Us“ zünden auch bei den Teilen des Publikums, die mit Metalcore eher weniger am Hut haben. Ein Schwachpunkt ist und bleibt halt (wie bei der überwiegenden Mehrheit der Scheitelträger-Fraktion) der vorhersehbare Song-Aufbau mit harter Teil – Breakdown – ruhiger Teil mit cleanen Vocals. Dass es durchaus auch anders geht, beweisen Bands wie UNEARTH. Nichtsdestotrotz ein guter Gig der jungen Herren aus Amerika, die damit vielleicht den einen oder anderen neuen Fan gewonnen haben.

Und nach recht kurzer Umbaupause ist es Schlag 22 Uhr soweit: die schwedische Death Metal-Walze AMON AMARTH rollt durch Wien. Nach einem Intro stürmen die Jungs die Bühne und gehen mit „War Of The Gods“, dem Opener des letzten Albums „Surtur Rising“, gleich mächtig ab. Fronter Johan Hegg ist zwar gesundheitlich leicht angeschlagen und läuft vor und nach dem Gig mit Schal vermummt durch die Gegend, aber auf der Bühne ist ihm davon nichts anzumerken. Das Publikum frisst ihm aus der Hand, vor allem, als er einige Brocken Deutsch (mit bemerkenswert guter Aussprache) zum Besten gibt. Im Laufe des Abends bangen sich die Herren auf der Bühne und die Damen und Herren im Publikum dann durch ein knapp eineinhalbstündiges Programm, das zwar stark auf die letzte Scheibe „Surtur Rising“ (eh klar) und den Vorgänger „Twilight Of The Thunder God“ fokussiert ist, aber auch für ältere Fans einige Leckerbissen parat hat, zum Beispiel „Ride For Vengeance“ vom Debütalbum „Once Sent from The Golden Hall“ oder dem Hammersong „Death In Fire“ von „Versus The World“. Überraschenderweise ziehen auch eher ruhige Songs wie „Runes To My Memory“ gut. Der Höhepunkt des Konzerts kommt dann im mittleren Teil, als Überhämmer wie „Pursuit Of Vikings“ (bei dem sogar ich als gestählter Konzertgeher Gänsehaut bekomme), „For Victory Or Death“ und „Varyags Of Miklagaard“ aufeinander folgen. Mit der Performance haben AMON AMARTH wieder einmal bewiesen, warum sie als eine der besten Live-Bands zurzeit gelten. Tolle Performance der Band + tolle Stimmung im Publikum = ein Konzerthöhepunkt 2011!



Setlist AMON AMARTH:

War Of The Gods Runes To My Memory Destroyer Of The Universe Live Without Regrets Pursuit Of Vikings For Victory Or Death Varyags Of Miklagaard Slaves Of Fear Ride For Vengeance A Beast Am I Embrace Of The Endless Ocean Free Will Sacrifice Asator Death In Fire Twilight Of The Thunder God Guardians Of Asgaard


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