18.02.2012, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

DREAM THEATER - A Dramatic Tour Of Events

Text: Stoffi | Fotos: bernsen
Veröffentlicht am 20.02.2012

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Gerade mal ein gutes halbes Jahr ist seit Mike Manginis Österreich-Einstandsgig vergangen. Das hält die treue DREAM THEATER Fangemeinde aber nicht davon ab, wieder einmal vollzählig im Wiener Gasometer zu erscheinen. Dementsprechend lang ist dann auch die Schlange, die erwartungsvoll die rasche Abfertigung in Richtung Einlass abwartet. Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zu PERIPHERY, die den Abend absolut pünktlich eröffnen.

Besonders gespannt bin ich vor DREAM THEATER ehrlich gesagt selten auf die Vorband. PERIPHERY überzeugen mich aber innerhalb kürzester Zeit vom Gegenteil. Die sechs Musiker aus Maryland schaffen es, das bereits gut gefüllte Gasometer mit bretthartem Progressive Metal mitzureißen. Die drei 7-Saiter fahren eine hochkomplexe Gitarrenwand auf, arschtight von Bass und Drums unterstützt. Das Tüpfelchen auf dem i ist dabei ganz klar Sänger Spencer Sotelo, der äußerst variabel cleanen Gesang mit Metalcore-Shouts kombiniert. Obwohl eigentlich schwer verdaulich, weiß die interessante Mischung aus COHEED AND CAMBRIA und INTO ETERNITY schon beim ersten Hören zu gefallen. Daumen hoch! Ich habe mittlerweile DREAM THEATER schon wirklich oft gesehen, doch das erste Mal seit langem hatte ich wieder richtig Vorfreude, dieses leicht nervöse Kribbeln, das bei einem Auftritt einer seiner Lieblingsbands eigentlich dazugehört. Wahrscheinlich liegt das am großartigen letzten Konzert im Juli, das nach einigen, zwar sehr guten, aber doch irgendwie zu routinierten Gigs in den vergangenen Jahren, einen der Highlights 2011 für mich darstellte.

Nach einer quälend langen 30-minütigen Umbaupause war es dann endlich soweit. Licht aus – Intro an. Erste Auffälligkeit: die schon obligatorischen Videoleinwände zeigen sich in neuem Design. Auf drei dreidimensionale Würfel aus je drei Leinwänden wird ein amüsanter Comic-Kurzfilm projiziert, bevor DREAM THEATER mit „Bridges In The Sky“ starten. Bereits zu Beginn ist die schon beim letzten Gastspiel neu gewonnene Spielfreude sofort wiederzuerkennen. James LaBrie ist in Topform und teilt seine gute Laune auch während der Ansagen mit dem Publikum. Die Instrumentalfraktion muss man hier nicht mehr extra erwähnen, die agiert ohnehin in ihrer ganz persönlichen, überirdischen Sphäre. Das Hauptaugenmerk auf der „A Dramatic Tour Of Events“-Reise liegt ganz klar auf dem aktuellen Album, von dem zwei Drittel präsentiert werden. Auch der Rest der Setlist ist von zeitlosen Breitwandmelodien geprägt. Angenehmerweise bleiben die Solo-Spots im Rahmen. Schon Mike Portnoys Drumsoli haben mich nicht wirklich interessiert, das ändert sich für mich auch bei Mike Mangini nicht, so bin ich froh, dass hier – auch John Petrucci hält sich daran - nicht übertrieben wird. Natürlich gehören sie gemeinsam mit John Myung und Jordan Rudess zur absoluten Musiker-Elite. Nichtsdestotrotz ist es mir am liebsten, wenn ihre unglaublichen Fähigkeiten songdienlich zur Schau gestellt werden.

Die Songauswahl ist sehr ausgewogen und umspannt die meisten Phasen (vor allem die melodiösen) des umfangreichen DREAM THEATER Backkatalogs. Nur ein einziger Song („On The Backs Of Angels“) war schon auf der letzten Tour zu hören. „The Silent Man“ und „Beneath The Surface“ werden von James und John am Bühnenrand mit Akustikgitarre dargeboten. Ganz besonders freue ich mich allerdings über „6:00“ und „Fortune In Lies“ die mir live bisher leider verwehrt geblieben sind. Generell fügt sich das neue Material perfekt zwischen die älteren Stücke ein. Der Übersong „Breaking All Illusions“ ist einer der besten Tracks, die DREAM THEATER je geschrieben haben und bildet so den optimalen Abschluss des regulären Sets. Für ein geniales „Pull Me Under“ kommen die Herren noch einmal zurück auf die Bühne, bevor sie sich nach mehr als zwei Stunden endgültig vom Wiener Publikum verabschieden. DREAM THEATER sind immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis. James LaBrie hat sich mittlerweile allen Kritikern zum Trotz immens gesteigert, sowohl sein Stimmumfang, als auch seine Präzision sind unglaublich. Die Gesangsperformance setzt den Prog-Königen die Krone auf!



Setlist PERIPHERY:

New Groove Letter Experiment Jetpacks Was Yes! V2.0 Buttersnips Icarus Lives! Racecar

Setlist DREAM THEATER:

Dream Is Collapsing (Hans Zimmer Intro) Bridges In The Sky 6:00 Build Me Up, Break Me Down Surrounded The Root Of All Evil Drum Solo A Fortune In Lies Outcry The Silent Man (Acoustic) Beneath The Surface (Acoustic) On The Backs Of Angels War Inside My Head The Test That Stumped Them All The Spirit Carries On (Petrucci Solo Intro) Breaking All Illusions Pull Me Under


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